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- VSME: Aus dem Schatten ins Rampenlicht
Nach dem EU-Omnibus-Paket: Der Voluntary Sustainability Reporting Standard for non-listed SMEs (VSME) könnte zu den entscheidenden Nachhaltigkeits-Richtlinien für Unternehmen in Europa werden. © AdobeStock.com Im Dezember des vergangenen Jahres hat die European Financial Reporting Advisory Group (EFRAG) einen freiwilligen Standard zur Nachhaltigkeitsberichterstattung für nicht-börsennotierte kleine und mittlere Unternehmen (KMU) veröffentlicht. Angesichts der aktuell unübersichtlichen Lage bei der Weiterentwicklung der CSRD und EU-Taxonomie-Regeln könnte dem neuen „Voluntary Sustainability Reporting Standard for non-listed SMEs“ jetzt eine Schlüsselrolle zukommen. Der VSME bietet insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen einen interessanten Ansatz, um den vielfältigen Anforderungen an das betriebliche Nachhaltigkeits-Management gerecht zu werden und dabei unnötige bürokratische Hürden zu vermeiden, meint unsere Autorin Hannah Graf-Edinger aus dem First Climate Consulting-Team. Die jüngsten Vorschläge der EU-Kommission zur Reform des verpflichtenden betriebliche Nachhaltigkeits-Reportings im Rahmen des sogenannten EU-Omnibus-Pakets lässt bei betroffenen Unternehmen viele Fragezeichen zurück. Aktuell ist unklar, wie es mit der Anwendung der Regeln rund um die Pflicht zur Nachhaltigkeitsberichtserstattung in Unternehmen (CSRD), die Lieferkettenrichtlinie (CSDDD), die EU-Taxonomie-Verordnung und den CO2-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) konkret weitergehen wird (Lesen Sie auch unseren Beitrag zum Thema ). Ange sichts eines potenziell langwierigen Verfahrens ist damit zu rechnen, dass die Phase der Unsicherheit noch länger andauern könnte. Insgesamt haben die Vorschläge des EU-Omnibus-Pakets auf Seiten der Wirtschaft sowohl Zustimmung als auch Bedenken hervorgerufen. Die Reaktionen reichten von der Begrüßung der Vorschläge als notwendigem Beitrag zum Bürokratieabbau bis hin zur Kritik, dass die Umsetzung der Vorschläge dem Verwerfen aller ambitionierten Nachhaltigkeitsziele gleichkäme. Für viele Unternehmen stellt sich die Frage, wie sie sich angesichts der aktuellen Diskussion positionieren und konkret verhalten sollten. Der VSME: Richtschnur für die freiwillige Nachhaltigkeitsberichterstattung Dass es wichtig ist, auch ohne unmittelbare gesetzliche Verpflichtung weiter in eine nachhaltige Ausrichtung des eigenen Geschäftsmodells zu investieren und sowohl Fortschritte als auch Herausforderungen auf diesem Weg zu dokumentieren, ist bei der Mehrheit der Unternehmen wohl Konsens. Nur wie und auf welcher Grundlage? Für Unternehmen, die sich in der aktuellen Situation diese Fragen stellen, könnte es sich lohnen, sich jetzt mit VSME zu beschäftigen. Ursprünglich entwickelt und vorgeschlagen von der EFRAG als freiwilliger Standard zur Nachhaltigkeitsberichterstattung für nicht-börsennotierte KMU sollte der VSME diese dabei unterstützen, ihre Nachhaltigkeits-Performance transparent darzustellen und den wachsenden Anforderungen von Geschäftspartnern, Investoren und anderen Stakeholdern gerecht zu werden. Er bietet einen standardisierten Rahmen, um die Vielzahl unterschiedlicher Anfragen zu Nachhaltigkeitsthemen zu reduzieren und den bürokratischen Aufwand für KMU zu minimieren. Zwei Module, ein gemeinsames Ziel Der Standard gliedert sich in zwei Module: Basis-Modul: Dieses Modul enthält Richtlinien für die Berichterstattung zur Erfüllung grundlegender Anforderungen und ist für alle nicht-börsennotierten KMU geeignet. Es ermöglicht eine einfache und effiziente Berichterstattung über zentrale Nachhaltigkeitsthemen. Umfassendes Modul: Dieses Modul baut auf dem Basis-Modul auf und richtet sich an Unternehmen, die detailliertere Informationen bereitstellen möchten oder spezifische Stakeholder-Anforderungen erfüllen müssen. Schutzfunktion für Ihr Unternehmen und Ihre Lieferketten: Der „Shield-Mechanism“ des VSME schafft Freiraum für die Nachhaltigkeitsberichterstattung Entwickelt wurde der VSME im Zusammenhang mit der CSRD, mit dem Ziel, die Nachhaltigkeitsberichterstattung auch für die von der CSRD nicht direkt betroffenen KMU zu harmonisieren und an einheitlichen Standards auszurichten. Der Hintergrund: Nicht kapitalmarktorientierte kleinste, kleine und mittlere Unternehmen, die selbst nicht von der gesetzlichen Pflicht, einen Nachhaltigkeitsbericht zu erstellen, erfasst, sind, sahen und sehen sich in der Praxis dennoch häufig mit entsprechende n Anforderungen von Seiten ihrer Kunden und Geschäftspartner konfrontiert (mehr zum Thema hier ): Großunternehmen, die vollumfänglich der ESG-Berichtspflicht unterliegen, fordern von ihren Zulieferern die Erhebung und Bereitstellung relevanter Daten. Auf diese Weise werden Nachhaltigkeitsanforderungen in der Praxis häufig von einer Ebene der Lieferkette auf eine andere verlagert. Man spricht in diesem Zusammenhang von einem Trickle-Down-Effekt. Verlässlichkeit und Planbarkeit für die ESG-Berichterstattung Der vorliegende EU-Omnisbus-Vorschlag sieht dazu vor, dass große Unternehmen in Zukunft regelmäßige keine Nachhaltigkeitsdaten mehr von Geschäftspartnern in ihrer Lieferkette verlangen können, wenn diese über die VSME-Standards hinausgehen. Unternehmen, die nach dem VSME berichten, wären damit vor weitergehenden Auskunftsansprüchen geschützt. Dieser VSME-Shield-Mechanismus: ermöglicht es, Informations-Anforderungen auf eine pragmatische Weise zu erfüllen erfordert keinen direkten Nachweis der vollen ESRS-Compliance schafft eine KMU eine Art „Übergangszone“ , in der sie sich ohne unmittelbaren Druck auf mögliche zukünftige regulatorische Anforderungen einstellen können. erleichtert es Unternehmen, ihre Berichterstattung später auf einen anderen Standard ausweiten, falls dies erforderlich wird. Im Ergebnis kann der VSME für viele KMU eine attraktive Möglichkeit sein, um sich in der aktuellen Phase der planerischen Unsicherheit effizient und zukunftssicher aufzustellen. Sie möchten mehr erfahren zu den aktuellen Entwicklungen rund um die EU-Nachhaltigkeitsregelungen und die Optionen, die der VSME-Standard Ihrem Unternehmen bietet? Dann sprechen Sie uns an und vereinbaren Sie einen unverbindlichen Beratungstermin. Wir freuen uns auf Ihre Anfrage! Nachhaltigkeitsberichterstattung nach VSME: Gute Gründe für KMU, transparent zu kommunizieren. 1. Wettbewerbsvorteil und Marktanforderungen Kunden, Investoren und Geschäftspartner legen zunehmend Wert auf Nachhaltigkeitskriterien. Unternehmen, die über ihr Engagement im Rahmen der Nicht-finanziellen Berichterstattung informieren, können sich als verantwortungsbewusst positionieren und ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern. Banken und Investoren integrieren ESG-Kriterien zunehmend in ihre Entscheidungsprozesse. Eine freiwillige Nachhaltigkeitsberichterstattung nach VSME kann Unternehmen helfen, bessere Finanzierungskonditionen oder Investitionen zu erhalten. Große Unternehmen, die der CSRD unterliegen, fordern oft von ihren Zulieferern Nachhaltigkeitsinformationen. Frühzeitiges Handeln kann KMU helfen, langfristige Geschäftsbeziehungen zu sichern. 2. Risikomanagement und Zukunftssicherheit Regulatorische Unsicherheiten bedeuten, dass Nachhaltigkeitsanforderungen trotzdem kurzfristig wieder verpflichtend werden könnten. Eine proaktive Auseinandersetzung hilft Unternehmen, nicht unvorbereitet zu sein. Unternehmen können Risiken entlang ihrer Lieferkette besser identifizieren und minimieren, insbesondere in Bezug auf Umwelt- und Sozialaspekte. 3. Effizienzsteigerung und Kosteneinsparungen Durch die systematische Erfassung von Nachhaltigkeitsdaten können Unternehmen Einsparpotenziale in Energieverbrauch, Ressourcennutzung und Abfallmanagement erkennen. Verbesserte Prozesse führen oft zu höherer Effizienz und Kostensenkungen. 4. Markenimage und Kundenbindung Verbraucher achten immer stärker auf nachhaltige Produkte und Dienstleistungen. Ein Unternehmen, das seine Nachhaltigkeitsstrategie transparent macht, kann das Vertrauen und die Loyalität seiner Kunden stärken. 5. Potenzielle zukünftige Regulierungen Selbst wenn die EU-Regularien verzögert oder abgeschwächt werden, ist die globale Entwicklung klar: Nachhaltigkeitsberichterstattung wird zunehmend zum Standard. Unternehmen, die frühzeitig Erfahrungen mit Berichterstattung sammeln, sind besser vorbereitet, wenn neue Vorschriften in Kraft treten. Über die Autorin Hannah Graf-Edinger ist Consultant für unternehmerische Klimastrategien und spezialisiert auf CO2-Bilanzierung und Nachhaltigkeits-Berichterstattung. Mit ihrem Hintergrund im Umwelt- und Energierecht verfügt sie über umfassende Erfahrung in der Anwendung nationaler und internationaler Gesetze und der strukturierten Analyse komplexer Sachverhalte. Bevor sie im Jahr 2023 bei First Climate einstieg, arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an verschiedenen umwelt- und klimarechtlichen Forschungsprojekten.
- Klimaschutz durch nachhaltiges Bodenmanagement auf Farmen in Kolumbien
First Climate und Carbono Local+ kooperieren bei zukunftsweisendem CO2-Senkenprojekt First Climate und der Kölner Projektentwickler Carbono Local+ kooperieren im Rahmen eines Klimaschutzprojekts mit großem Potenzial in Kolumbien. In Zusammenarbeit mit mehr als 60 Landwirtinnen und Landwirten fördert das Projekt die Anwendung nachhaltiger Rotationsweidepraktiken, um die Bodenqualität und Kohlenstoffspeicherkapazität von degradierten landwirtschaftlichen Flächen zu verbessern. Es wird erwartet, dass durch die Projektaktivitäten jährlich bis zu 2,5 Tonnen CO2 pro Hektar gebunden werden. Als Investor und technischer Berater für das Projekt wird First Climate den Zertifizierungsprozess nach dem Verified Carbon Standard (VCS) begleiten und für die Vermarktung der aus dem Projekt generierten CO2-Zertifikate verantwortlich sein. © Farm Montebello Nachhaltige Landwirtschaft in der Praxis: Verschiedene Rinderarten grasen auf einer Rotationsweidefläche der projektbeteiligten Farm Montebello in Santander, Kolumbien. Zu sehen sind Kernelemente der Rotationsweide-Bewirtschaftung, darunter verschiedene Baumarten, gesunde, üppige Gräser und Grünfutter, grasende Rinderherden und ein Beispiel für beweidetes Land in der 40- bis 90-tägigen Ruhephase (im Hintergrund). In Kolumbien ist die durch Überweidung verursachte Bodendegradation ein weit verbreitetes Problem. Um diesem entgegenzuwirken, arbeitet der Projektentwickler Carbono Local+ im Rahmen der Projektaktivitäten eng mit seinem lokalen Partner Sosty zusammen und unterstützt Landwirtinnen und Landwirte vor Ort bei der Einführung und Nutzung nachhaltiger Rotationsweidepraktiken. Die kürzlich geschlossene Partnerschaft mit First Climate wird es dem Projekt ermöglichen, mit der Registrierung unter dem Verified Carbon Standard den nächsten wichtigen Schritt der Projektentwicklung zu erreichen und die Finanzierung der Maßnahmen durch die Ausgabe und den Verkauf von verifizierten hochwertigen CO2-Senkenzertifikaten langfristig sicherzustellen. Rotationsweidepraktiken zur Verbesserung der Bodengesundheit Im Rahmen des Projekts werden auf 14.700 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche in verschiedenen Regionen Kolumbiens nachhaltige Bodenmanagement-Praktiken eingeführt. Ein Kernelement ist dabei die Praxis der Rotationsweide: Die Tiere weiden auf einem Stück Land, bevor sie zu einer anderen Weidefläche weiterziehen. Damit sich der Boden regenerieren kann, bleibt die vorherige Weidefläche in der Zwischenzeit 40-90 Tage unberührt. Auf diese Weise können die Wurzeln das ganze Jahr über im Boden überleben. Gleichzeitig haben die Mikroorganismen so die nötige Zeit, um den Kohlenstoffkreislauf des Bodens zu unterstützen. Auf diese Weise können sich die Böden regenerieren, was zu einer besseren Bodenfruchtbarkeit führt und zu einer größeren Pflanzenvielfalt beiträgt. „Die eingesetzten Rotationsweidepraktiken wirken sich enorm positiv auf die Gesundheit, die Kohlenstoffspeicherkapazität des Bodens sowie die Biodiversität in der Projektregion aus“, erläutert Nataly Cubillos, die Carbono Local+ zusammen mit ihrer Schwester Laura gegründet hat. „Unser Ziel ist es, gemeinsam mit allen unseren Partnern vor Ort effektive Klimaschutzlösungen im Bereich der Landwirtschaft zu fördern, um das lokale Bodenökosystem zu stärken und sicherzustellen, dass die wesentlichen Komponenten wie Mikroorganismen, Pilze und Mikrofauna erhalten bleiben. Die Partnerschaft mit First Climate bietet uns die Möglichkeit, unser Projekt zu skalieren – die langjährige Erfahrung und Expertise unseres Partners in der Entwicklung und der freiwilligen Förderung von Klimaschutzprojekten wird eine Bereicherung für das Projekt sein. Bildunterschriften: (1) Luftaufnahme von Rotationsweideflächen (40-90 Tage lang beweidet und ruhend); (2) Lina Ávila beobachtet die Weiderotation der Rinder bei einem Besuch auf einer projektbeteiligten Farm; (3) Rinder weiden hinter neu installierten Elektrozäunen, die die Rotationsweideflächen voneinander trennen; (4) technischer Projektbesuch vor Ort und SOC-Probenentnahme (organischer Boden-Kohlenstoff) auf der Javier Lastra-Farm; (5) Messungen während der SOC-Probenentnahme im Februar 2024; (6) Schulungen für SOC-Techniker mit Diego Mosquera und Disney Boquero; (7) Farm El Cedro y la Virginia; (8) Rinder auf der Rancho Serengueti, ©Pilar Gomez; (9) Nahaufnahme einer Futterprobe, ©Juan Carlos Herrara; (10) Manuel Gutierrez von Sosty bei der Vorstellung des Projekts auf der Viehzucht-Fachmesse Bucaramanga Livestock Feria; (11) Mitglieder der Farmerfamilie bei der SOC-Probenahme auf der Javier Lastra-Farm; (12) Beispiel für das Wachstum der biologischen Vielfalt und die Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit durch die Zunahme von organischem Dung und Urin von Weidetieren; (13) Karte des Projektgebiets, wie in den von VERRA geprüften Projektvalidierungs-Dokumenten dargestellt. Alle weiteren Abbildungen: ©Carbono Local+ und ©Sosty. Vorteile für kolumbianische Landwirtschaftsbetriebe Derzeit arbeitet das Projekt von Carbono Local+ mit mehr als 50 landwirtschaftlichen Betrieben aller Größen in ganz Kolumbien zusammen. Neben den Vorteilen für die Umwelt bringt das Projekt auch greifbare Vorteile für die beteiligten Landwirtinnen und Landwirte. Dank des nährstoffreicheren Futters verbessert sich auch die Qualität des Fleisches der Tiere, sodass es zu einem höheren Preis vermarktet werden kann. Das lokale Vorkommen von Bienen und einheimischen Pflanzen nimmt ebenfalls zu, was neue Einkommensmöglichkeiten durch Produkte wie Honig und Saatgut eröffnet. Um die Nachhaltigkeit ihrer landwirtschaftlichen Praktiken sicherzustellen, verpflichten sich die am Projekt beteiligten Landwirte außerdem dazu, keine Wälder abzuholzen sowie auf den Einsatz von Chemikalien oder Düngemittel auf ihrem Land zu verzichten. „Obwohl es sich um einen Sektor mit hohen Emissionen handelt, kann die Landwirtschaft nachhaltiger gestaltet werden. Wenn die Landwirtinnen und Landwirte über das Know-how verfügen, profitieren sie nicht nur von qualitativ hochwertigeren Produkten, sondern können auch aktiv zur Entfernung von Kohlenstoff aus der Atmosphäre beitragen und sich gleichzeitig besser an die Auswirkungen des Klimawandels anpassen. Das macht dieses Projekt so spannend – es ist eine echte Win-Win-Situation“, erklärt Lina Avila, Carbon Project Developer bei First Climate. Win-Win-Partnerschaft: Das Team von Carbono Local+ stellt das Projekt am First Climate-Hauptsitz in Bad Vilbel vor. Im Bild (v.l.n.r.): Lina Ávila, Carbon Project Developer bei First Climate, Laura Cubillos, CEO und Projektleiterin bei Carbono Local+, Nataly Cubillos, CEO, Strategic Development bei Carbono Local+ Langfristige Projektfinanzierung durch CO2-Zertifikate Die Einführung nachhaltiger Rotationsweidepraktiken erfordert viele Veränderungen – auch der täglichen Abläufe. Die Landwirtinnen und Landwirte müssen etwa neue Zäune und Wassersysteme errichten, sich auf angepasste Zeitpläne einstellen und die Kühe an neue Weidezeiten und -orte gewöhnen. Da die Umwandlung von degradierten in gesunde Böden mehrere Jahre dauern kann, spielt die Finanzierung über CO2-Zertifikate eine entscheidende Rolle, um die projektbeteiligten Landwirtinnen und Landwirte dabei zu unterstützen, Investitionskosten zu decken und neue Einkommensquellen zu erschließen. Als Partner von Carbono Local+ wird First Climate das Projekt bei der Vorbereitung auf den Zertifizierungsprozess nach dem Verified Carbon Standard unterstützen und auch beim Monitoring, bei der Berichterstattung und Verifizierung beraten. Darüber hinaus wird das Unternehmen auch bei der Vermarktung der durch das Projekt ausgeschütteten CO2-Senkenzertifikate neuen Projekts an Unternehmen weltweit helfen. Nataly Cubillos führt weiter aus: „First Climate teilt unsere Mission, die Widerstandsfähigkeit von Ökosystemen zu stärken und Landbesitzern dabei zu helfen, sich an die Auswirkungen des Klimawandels anzupassen und sie wirksam einzudämmen. Mit ihrer Unterstützung können wir gewährleisten, dass dieses Projekt auf lange Sicht finanzierbar und tragfähig bleibt.“ Über First Climate First Climate ist ein weltweit führender Anbieter von Lösungen in den Bereichen CO2-Management und regenerative Energieversorgung für Unternehmen und öffentliche Auftraggeber. Das Unternehmen entwickelt und finanziert verifizierte Klimaschutzprojekte auf der ganzen Welt. Durch die Unterstützung dieser Projekte können Unternehmen eigenen Emissionen einen gleichwertigen Klimanutzen entgegensetzen und nachhaltige Entwicklung in den Projektregionen fördern. Durch den Zugang zu einem breiten Netzwerk von globalen Partnern und mit Expertise in der bedarfsgerechten Bereitstellung von erneuerbaren Energien bietet First Climate Unternehmen außerdem individuelle Optionen für die Reduzierung ihres energiebezogenen CO2-Fußabdrucks. www.firstclimate.com Carbono Local+ Gründerinnen und Schwestern, Laura und Nataly Cubillos (v.l.n.r.). About the Co-Founders Aufgewachsen in Familien von Landwirten und Viehzüchtern, kennen die Cubillos-Schwestern die Herausforderungen kolumbianischer Landwirtschaftsbetriebe. Seit ihrem Umzug nach Köln, Deutschland, haben die Ingenieurinnen und Projektentwicklerinnen ihre Erfahrungen in vertieftes Klima-Knowhow umgewandelt. Das Duo hat einen Master of Science in Nachhaltigkeit von der Technischen Hochschule Köln – Nataly in Natural Resources Management und Laura in Erneuerbarer Energie. Mit der Gründung von Carbono Local+ fördern Laura und Nataly als Projektleiterin bzw. strategische Leiterin nachhaltige Landwirtschafts- und Abfallwirtschaftspraktiken im globalen Süden. Über Carbono Local+ Carbono Local+ ist ein Projektentwickler mit Sitz in Köln, Deutschland. Das Unternehmen hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Entwicklung von naturbasierten und technologischen Lösungen in lokalen Gemeinschaften des Globalen Südens durch die internationale Zertifizierung im Rahmen des freiwilligen CO2-Marktes zu fördern. Durch die Mobilisierung finanzieller Ressourcen aus dem Verkauf von CO2-Zertifikaten an Unternehmen und Einzelpersonen im Klimaschutz aktive Unternehmen und Einzelpersonen, möchte Carbono Local+ dazu beitragen, die positiven Auswirkungen nachhaltiger Aktivitäten in den Sektoren der Landwirtschaft und Abfallwirtschaft zu verstärken. www.carbonolocal.com
- Manuelle Produktion von Pflanzenkohle: Herstellungsverfahren mit Klimaschutz-Potenzial
Hinter den Kulissen eines dezentral organisierten Pflanzenkohleprojekts in Indien Blog von Nikita Skopincev und Lia Flury Pflanzenkohle erhält aktuell viel Aufmerksamkeit als effektive Technologie zur Speicherung von atmosphärischem Kohlenstoff und ihrem Potenzial für den globalen Klimaschutz. Neben großskaligen Projekten zur Herstellung von Pflanzenkohle im industriellen Maßstab rücken dabei immer häufiger auch handwerklich geprägte und dezentral organisierte Pflanzenkohleprojekte im Globalen Süden in den Fokus, in denen kleinbäuerliche Haushalte Pflanzenkohle manuell erzeugen. Lia Flury und Nikita Skopincev aus dem Technical Removal Solutions-Team von First Climate erklären, was hinter der handwerklichen Pflanzenkohleproduktion steckt. Pflanzenkohle wird durch das Erhitzen von Biomasse-Rückständen unter Ausschluss von Sauerstoff (Pyrolyse) bei sehr hoher Temperatur hergestellt. Dieser Prozess wandelt die Biomasse in Pflanzenkohle um. In vielen ländlichen Regionen der Welt ist es üblich, dass Rest-Biomasse aus der landwirtschaftlichen Produktion noch auf dem Feld abgebrannt wird. Das betrifft zum Beispiel z.B. Baumwollstängel, Zuckerrohr-Reste oder Reisstroh. Das Verbrennen auf offenem Feld stellt nicht nur eine Verschwendung wertvoller natürlicher Ressourcen dar, sondern erzeugt auch Rauch, der die Gesundheit der Menschen vor Ort und die lokale Luftqualität beeinträchtigt. Außerdem wird der in der Biomasse enthaltene Kohlenstoff in die Atmosphäre freigesetzt. Manuelle Pflanzenkohle-Produktion in Odisha, Indien Hier setzen Projekte zur manuellen Produktion von Pflanzenkohle an. Dabei handelt es sich fast immer um dezentral organisierte Klein- und Kleinst-Projekte, die lokal verfügbare Biomasse-Reststoffe in wertvolle Pflanzenkohle umwandeln, indem sie traditionelle Methoden der Holzkohleherstellung mit modernen Erkenntnissen und Techniken kombinieren. Zu diesem Zweck zielen Kleinprojekte zur Pflanzenkohleproduktion darauf ab, Landwirte mit Werkzeugen und Technologien auszustatten, die es ihnen ermöglichen, Pflanzenkohle durch Pyrolyse vor Ort mit traditionellen Methoden wie Erdgruben- oder Graben-Feuern herzustellen. Bei der richtigen Anwendung der notwendigen Techniken lässt sich die Freisetzung von Kohlenstoff gegenüber der Verbrennung auf offenem Feld deutlich reduzieren: Durch die kontrollierte Umwandlung von Biomasse in Pflanzenkohle wird der Kohlenstoff, der der Atmosphäre während des Pflanzenwachstums entzogen wurde, dauerhaft in der erzeugten Pflanzenkohle gespeichert. Ein wichtiges Kennzeichen solcher dezentral organisierten, manuellen Herstellungsverfahren ist außerdem, dass sie zumeist von den regionalen Dorfgemeinschaften ausgehen, bzw. in enger Kooperation mit diesen durchgeführt werden. Obwohl sich Projekte zur manuellen Pflanzenkohle-Herstellung in diesen Punkten deutlich von industriellen Pflanzenkohleprojekten, wie sie beispielsweise in Europa oder Nordamerika umgesetzt werden, unterscheiden, haben doch beide Ansätze großes Potenzial für den weltweiten Klimaschutz. Auch bei den Aktivitäten von First Climate spielt die Entwicklung der sogenannten „Artisanal Biochar“-Projekte, neben den etablierten industriellen Pflanzenkohleprojekten, wie dem Schweizer Pflanzenkohleprogramm oder dem CARBONITY-Projekt in Kanada , eine zunehmend wichtigere Rolle. Projektbeispiel: Kleinbäuerliche Pflanzenkohle-Produktion in Odisha, Indien First Climate arbeitet weltweit mit verschiedenen Projekten zusammen, in deren Rahmen Pflanzenkohle manuell hergestellt wird. Eines dieser Projekte ist unser Partnerprogramm zur dezentralen, handwerklichen Pflanzenkohleproduktion, das sich über mehrere Regionen im ländlichen Indien erstreckt, in denen die kleinbäuerliche Agrarwirtschaft ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist. Es wird gemeinsam von unseren Partner-Organisationen Carboneers und der indischen SRC Natura Products Ltd. entwickelt und umgesetzt. Die hier gezeigten Bilder wurden im Frühjahr 2024 während unseres letzten Besuchs in Odisha aufgenommen. Sie illustrieren sehr gut, wie dezentrale, handwerkliche Pflanzenkohleprojekte funktionieren. Das Projekt arbeitet eng mit lokalen Kleinbauern in den Dörfern des Bundesstaates zusammen, um landwirtschaftliche Biomasseabfälle durch Pyrolyse mit handwerklichen Methoden in Pflanzenkohle umzuwandeln. Lokale Institutionen bauen dazu ein aktives Netzwerk lokaler kleinbäuerlicher Betriebe auf und stellen Werkzeuge, Ausbildung, Technologie und Wissen zur Verfügung, um Pflanzenkohle manuell in Erdgruben herzustellen, die zu modularen Pyrolyseanlagen ausgebaut werden. Es war für uns beeindruckend zu sehen, mit welcher Hingabe, Überzeugung und mit welchem Engagement die Bauern an den Projektaktivitäten teilnehmen und sich einbringen. Wir besuchten die Projektstandorte zur Trockenzeit im Mai, wenn in Odisha optimale Produktionsbedingungen herrschen, da das Rohmaterial für die Verarbeitung trocken sein muss. Die im Rahmen des Projekts produzierte Pflanzenkohle mischen die teilnehmenden Landwirte mit Kompost oder Dung und bringen sie in den Ackerboden ein, wodurch die Kapazität zur Kohlenstoffspeicherung sowie die Wasser- und Nährstoff-Rückhaltefähigkeit des Bodens deutlich gesteigert werden. Unter anderem können so auch Mango-Bäume auf den Ackerflächen erfolgreich angepflanzt werden. Die langfristigen Vorteile der Herstellung und Verwendung von Pflanzenkohle werden so für die Dorfgemeinschaften im Projektgebiet und die Menschen vor Ort direkt nachvollziehbar. Verbesserte Bodengesundheit und Bodenfruchtbarkeit, höhere Ernteerträge und eine bessere Widerstandsfähigkeit gegen den Klimawandel sind nur einige der positiven Auswirkungen dieses Projekts. Natürlich gibt es auch einen massiven positiven Effekt für das Klima. Jährlich werden durch das Projekt mehr als 50.000 Tonnen CO2 aus der Atmosphäre gebunden. Darüber hinaus profitieren die Bauern von den Einnahmen aus dem Projekt durch den Verkauf von Emissionsgutschriften auf dem freiwilligen CO2-Markt, wodurch eine zusätzliche Einkommensquelle geschaffen und das Wirtschaftswachstum in der Region gefördert wird. Auf diese Weise konzentriert sich die handwerkliche Pflanzenkohleproduktion auf lokales Engagement, fördert eine nachhaltige Landwirtschaft und sorgt für eine dauerhafte Kohlenstoffbindung, während sie gleichzeitig die Lebensgrundlagen der ländlichen Gemeinden verbessert. Monitoring des Projektfortschritts in Odisha Dezentral organisierte Projekte wie das in Odisha erfordern aufgrund der großen Zahl der Beteiligten einen höheren Aufwand beim Monitoring der Projektergebnisse. Allein im vorliegenden Fall könnte die die Zahl der teilnehmenden Landwirte innerhalb von 3 bis 5 Jahren von 1.000 auf 120.000 ansteigen. Die Projektpartner Carboneers und SRC Natura bringen ihre Expertise bei der Überwachung und Verifizierung der Projektergebnisse und der Ausstellung der daraus resultierenden CO2-Zertifikate ein. Besonders wichtig für dezentrale Projekte wie dieses ist die Einführung von gründlichen digitalen Monitoring-, Reporting- und Verifizierungssystemen (dMRV), die auf die Realitäten der kleinbäuerlichen Produktion zugeschnitten sind, sowie die Sicherstellung der Rückverfolgbarkeit durch umfassende Datenerfassung. Für das Odisha-Projekt wurde eigens ein individuelles dMRV-System entwickelt: Das Monitoring des Projekts erfolgt mit Hilfe modernster digitaler Lösungen über eine App, in deren Nutzung die Bauern geschult werden. Die App ermöglicht digitale Feuchtigkeits- und Temperaturmessungen, sie bietet außerdem dMRV-Verfahren zur Kohlenstoff-Bestimmung, Zahlungsbelege, Bilder mit Geolokalisierung und andere automatisierte Funktionen. Als Teil der Aktivitäten werden Fragebögen an die teilnehmenden Landwirte verteilt, um die Messung des quantitativen Nutzens der Projektaktivitäten weiter zu verbessern. Vorbild für weitere Pflanzenkohle-Projekte im Globalen Süden Es ist immer wieder faszinierend, live und aus erster Hand mitzuerleben, wie vielfältig die positiven Wirkungen der Projekte sind, mit denen wir zusammenarbeiten. Aber das Projekt in Odisha sticht für uns in vielerlei Hinsicht hervor. Seine Wirkung geht weit über die reine Kohlenstoffbindung hinaus, indem es verdeutlicht, dass Pflanzenreste kein Abfall sind, sondern durch richtige Verarbeitung einen wertvollen Rohstoff und ein wichtiges Mittel im Kampf gegen den Klimawandel darstellen. Wir sind zuversichtlich, dass das Projekt in Odisha als Vorbild für zukünftige ähnliche Projekte in Indien und darüber hinaus dienen kann und dazu beitragen wird, die Verbreitung von Pflanzenkohle als effektiver Technologie zur Kohlenstoffbindung weiter voranzutreiben! Für weitere Fragen zum Projekt steht Ihnen das Technical Removals-Team von First Climate gerne zur Verfügung! Was ist Pflanzenkohle und welche Vorteile hat sie? Pflanzenkohle ist ein kohlenstoffreiches, holzkohleähnliches Material, das aus Restbiomasse durch Pyrolyse hergestellt wird, einem thermochemischen Prozess, der energieautark unter Ausschluss von Sauerstoff abläuft. Dieser Prozess stabilisiert nicht nur den Kohlenstoffgehalt der Biomasse (über einen Zeitraum von Jahrhunderten bis Jahrtausende), sondern erzeugt auch ein vielseitig einsetzbares Produkt – Pflanzenkohle – das viele Vorteile bietet. Pflanzenkohle kann beispielsweise eingesetzt werden, um die Bodenstruktur von landwirtschaftlich genutzten Flächen zu verbessern, die Wasser- und Nährstoffspeicherung zu erhöhen und die Bodenerosion zu verringern. Durch ihre poröse Struktur bietet sie zudem Lebensraum für nützliche Bodenmikroorganismen, was zu gesünderen und produktiveren Böden führt. Diese Eigenschaften machen Pflanzenkohle zu einer attraktiven Lösung nicht nur für die Kohlenstoffbindung, sondern auch für die Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft. Neben der Anwendung im Boden hat Pflanzenkohle auch in anderen Bereichen ein erhebliches Potenzial, wie der jüngste EBI Biochar Market Report des European Biochar Industry Consortium zeigt. Sie kann beispielsweise als Zusatzstoff für Baustoffe wie Beton und Asphalt dienen, in denen Kohlenstoff langfristig gespeichert werden kann. Über die Autoren und Autorinnen Nikita Skopincev ist Junior Project Manager bei der First Climate Projektentwicklung GmbH und bringt seine Expertise im Bereich CO2-Senkenlösungen sowohl im Team Technical Removal Solutions (TRS) als auch im Nature-Based Solutions (NBS)-Team von First Climate ein. Im TRS-Team liegt sein aktueller Fokus auf Pflanzenkohle-projekten und im Bereich „Early Stage“ CDR-Initiativen. Mit seinem akademischen Hintergrund in Geo- und Materialwissenschaften, mit einem Schwerpunkt in Mineralogie und Zement, bringt Nikita wertvolles Fachwissen in die Entwicklung und Umsetzung innovativer Klimaschutzprojekte ein. Lia Flury ist Leiterin des TRS-Teams der First Climate Projektentwicklung GmbH und verfügt über umfangreiche Erfahrung im freiwilligen CO2-Markt und bei der Entwicklung von CO2-Senkenprojekten. Mit einem Master-Abschluss in Rechts- und Wirtschaftswissenschaften kombiniert Lia Planungskompetenz mit praktischer Expertise, insbesondere im Bereich pflanzenkohlebasierter CO2-Senkenprojekte.
- Industriell und manuell hergestellte Pflanzenkohle – was sind die Unterschiede?
Zwei Pflanzenkohle-Produktionsmethoden und ihr Potenzial für eine effektive CO2-Senkenleistung Blog von Nikita Skopincev und Lia Flury Die Faktoren Permanenz und Umweltnutzen machen Pflanzenkohle zu einem Game Changer der internationalen Klimaschutzbemühungen und zu einem wichtigen Instrument für nachhaltig engagierte Unternehmen. Die Nachfrage nach CO2-Senkenzertifikaten aus Pflanzenkohleprojekten steigt permanent. Wenig bekannt ist dabei, dass verschiedene Verfahren zur Herstellung von Pflanzenkohle existieren. Es stellt sich die Frage, ob es dabei Unterschiede hinsichtlich Qualität und Wirkungspotenzial gibt. Wir nehmen in diesem Blog die industriellen und handwerklich geprägten Produktionsmethoden genauer unter die Lupe. Der Unterschied zwischen industrieller und manueller Pflanzenkohle-Produktion Industrielle Pflanzenkohleproduktion Industrielle Pflanzenkohleprojekte maximieren die Produktion von Pflanzenkohle in großem Maßstab durch die Verwendung fortschrittlicher Pyrolysetechnologie sowie zentralisierter und hochgradig standardisierter Prozesse. Eingesetzt werden dabei zumeist vollautomatische Systeme inklusive moderner Sensoren für die Datenerfassung und eine detaillierte Prozessüberwachung. Dies ermöglicht sowohl eine unterbrechungsfreie Pflanzenkohleproduktion als auch ein umfassendes Monitoring. Die industrielle Pflanzenkohle-Produktion ist aufgrund des zentralisierten Betriebs und des aktuell größeren Marktpotenzials hoch skalierbar, erfordert gleichzeitig aber auch erhebliche Kapitalinvestitionen. Bisher sind Pflanzenkohle-Projekte dieser Art hauptsächlich in Europa oder Nordamerika angesiedelt. Obwohl sich Projekte zur manuellen Pflanzenkohle-Herstellung in diesen Punkten deutlich von industriellen Pflanzenkohleprojekten, wie sie beispielsweise in Europa oder Nordamerika umgesetzt werden, unterscheiden, haben doch beide Ansätze großes Potenzial für den weltweiten Klimaschutz. Auch bei den Aktivitäten von First Climate spielt die Entwicklung der sogenannten „Artisanal Biochar“-Projekte, neben den etablierten industriellen Pflanzenkohleprojekten, wie dem Schweizer Pflanzenkohleprogramm oder dem CARBONITY-Projekt in Kanada , eine zunehmend wichtigere Rolle. Beispiel für ein industrielles Pflanzenkohleprojekt: CARBONITY First Climate setzt sich dafür ein, industriell geprägte Pflanzenkohleprojekte und die dahinterstehende Technologie permanent weiterzuentwickeln und zu skalieren. Dazu gehören unser wegweisendes Pflanzenkohleprogramm in der Schweiz und das großtechnische Pionier-Projekt CARBONITY in Kanada, ein Joint Venture zwischen Airex Energy, Groupe Rémabec und SUEZ. Die Pflanzenkohleproduktion in der CARBONITY-Anlage startete 2024 mit einer jährlichen Produktionskapazität von 10.000 Tonnen Pflanzenkohle in den Betrieb. Geplant ist, die Produktionskapazität bis 2026 zu verdreifachen und bis 2035 auf 350.000 Tonnen Pflanzenkohle pro Jahr zu skalieren. ©Arbec Lumber : Standort der Produktionsanlage in Port-Cartier, Quebec In der Produktionsanlage werden organische Reststoffe aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern sowie Restholz aus dem Sägereibetrieb zur Herstellung von Pflanzenkohle verwendet, die mit dem European Biochar Certificate (EBC) zertifiziert ist. Aufgrund seiner Größe wird dieses Projekt die Entwicklung des globalen Pflanzenkohlemarktes langfristig beeinflussen und das verfügbare Angebot nachhaltig erhöhen. Mit Erreichen der geplanten Produktionskapazität wird die neue Pflanzenkohleanlage CARBONITY in Port Cartier, Québec, die größte Anlage ihrer Art in Nordamerika sein und zu den weltweit größten Pflanzenkohleprojekten gehören, die für die Ausschüttung von CO2-Senkenzertifikaten verifiziert sind. Als sogenannter Carbon Asset Manager im Auftrag der Joint Venture-Partner stellt First Climate sicher, dass das Projekt in allen Belangen den einschlägigen internationalen Standards für CO2-Senkenprojekte entspricht. Unser Team kümmert sich außerdem um das komplette Management und die Vermarktung der im Rahmen des CARBONITY-Projektes ausgeschütteten CO2-Zertifikate, die es Unternehmen ermöglichen, in die Weiterentwicklung der Technologie zu investieren. Manuelle Herstellungsverfahren in der Pflanzenkohle-Produktion Die handwerkliche Herstellung von Pflanzenkohle ist vor allem in Ländern des globalen Südens verbreitet. Im Gegensatz zur industriellen Produktion ist diese Art der Herstellung auf kooperative Ansätze im Rahmen kleinbäuerlicher Strukturen und unter Verwendung traditioneller Methoden ausgerichtet. Handwerkliche Pflanzenkohle-Initiativen sind zumeist dezentral organisiert, und kombinieren traditionelle Methoden der Holzkohleherstellung mit modernen Erkenntnissen aus der Pyrolyse-Technik. Hergestellt wird die Pflanzenkohle in diesen Projekten in Handarbeit und mit Hilfe von Erdgruben- oder Graben-Feuern, unter Zugabe lokal verfügbarer Biomasseressourcen wie Baumwollstängeln oder Reisstroh. Die Projektaktivitäten sind dabei darauf ausgerichtet, die Landwirte vor Ort mit dem notwendigen Wissen und den relevanten Produktionsmitteln auszustatten, um sie in die Lage zu versetzen, die Pflanzenkohle in Eigenregie zu erzeugen. Manuelle Pflanzenkohle-Produktion in Odisha, Indien Manuelle Pflanzenkohle-Projekte haben eine direkte und unmittelbare Auswirkung auf die lokalen Gemeinschaften, da sie Pflanzenkohle zu geringen Kosten bereitstellen und Arbeitsplätze in abgelegenen Gebieten schaffen. Im Gegensatz zu industriellen Projekten ziehen handwerkliche Projekte aufgrund der lokal verfügbaren Biomasseressourcen und des überschaubaren technischen Aufwands nur geringe Anfangsinvestitionen und Betriebskosten nach sich. Da ein Drittel der Nahrungsmittel weltweit in kleinbäuerlicher Arbeit produziert wird , gibt es ein großes Potenzial für die Pflanzenkohleproduktion in strukturschwachen Gebieten im globalen Süden . Dezentrale, handwerkliche Methoden sind eine effiziente und nachhaltige Lösung in Regionen, in denen Biomasse aus Abfällen im Überfluss vorhanden ist, aber die Infrastruktur für eine industrielle Pflanzenkohleproduktion fehlt. Dies kann die Akzeptanz der Pflanzenkohleproduktion auf internationaler Ebene erhöhen und den Weg für eine schrittweise Verbreitung der Pflanzenkohletechnologie ebnen. Allerdings: Aufgrund der großen Anzahl der am Projekt beteiligten Stakeholder sind bei handwerklichen Projekten größere Anstrengungen erforderlich, um ein zuverlässiges Rückverfolgbarkeitssystem einzurichten. Die Einführung umfassender Datenerfassungs- und digitaler Überwachungs-, Berichterstattungs- und Verifizierungssysteme, die an die Bedingungen der handwerklichen Produktion angepasst sind, ist deshalb ein besonders wichtiger Bestandteil der entsprechenden Projekte. Eine schnelle Skalierbarkeit der handwerklichen Produktion kann durch die Zusammenarbeit mit erfahrenen, ortskundigen Partnern, einem großen Netzwerk von teilnehmenden Kleinbauern sowie der Berücksichtigung und Einbeziehung der örtlichen Sozialstrukturen erreicht werden. Beispiel einer handwerklichen Pflanzenkohle-Produktion: Odisha Wenn Sie mehr über die handwerkliche Pflanzenkohleproduktion in der Praxis erfahren möchten, empfehlen wir Ihnen unseren „Unearthed“-Blogbeitrag über unser Pflanzenkohle-Partnerprojekt im Bundesstaat Odisha in Indien . Gibt es herstellungsspezifische Unterschied in Sachen Qualität oder Klimanutzen bei der Pflanzenkohle-Produktion? Aus unserer Erfahrung in der Projektentwicklung wissen wir, dass viele Unternehmen, die sich für die Umsetzung von CO2-Senkenprojekten interessieren, der handwerklich geprägten Pflanzenkohle-Produktion im Vergleich zu industriellen Projekten häufig skeptisch gegenüberstehen. Nicht selten gibt es Fragen zur Qualität der hergestellten Pflanzenkohle oder der Zuverlässigkeit der verwendeten Monitoringsysteme. Fakt ist jedoch, dass handwerklich hergestellte Pflanzenkohle das gleiche bedeutende Potenzial zur Reduzierung und der langfristigen Speicherung von atmosphärischem Kohlenstoff bietet, wie ihr industriell produziertes Pendant. Die Qualität der Pflanzenkohle und die Dauerhaftigkeit der Kohlenstoffspeicherung hängen in erster Linie davon ab, wie ein Projekt gemanagt wird, nicht von der verwendeten Technologie: Sowohl bei handwerklichen als auch bei industriellen Pflanzenkohleprojekten ist es von entscheidender Bedeutung, dass die richtigen Verfahren angewendet werden, um sicherzustellen, dass die technischen Standards und methodischen Richtlinien eingehalten werden. Zu den wichtigsten Faktoren gehören die Einhaltung einer stabilen Pyrolysetemperatur und die Verwendung von trockenem, vorbehandeltem Ausgangsmaterial. Unabhängig davon, ob ein Projekt industrielle oder handwerkliche Methoden verwendet, ist es wichtig, eine solide Rückverfolgbarkeit zu gewährleisten und wirksame, idealerweise digitale Systeme im Bereich Monitoring, Reporting und Verification einzusetzen. Bei Projekten im industriellen Maßstab kann eine kontinuierliche Überwachung einfacher sein, aber ähnliche Systeme können auch für handwerkliche Pflanzenkohleinitiativen angepasst werden. Wie wir die hohe Qualität unserer Pflanzenkohleprojekte sicherstellen Von der handwerklichen bis zur industriellen Pflanzenkohleproduktion: Qualität steht für uns bei First Climate stets an erster Stelle! Aus diesem Grund unterstützt First Climate nur Pflanzenkohleprojekte und - zertifikate , die eine gründliche dMRV durchlaufen haben und die Qualitätsanforderungen des European Biochar Certificate (EBC) bzw. des World Biochar Certificate (WBC) oder der International Biochar Initiative (IBI) erfüllen. Neben der Entwicklung eigener Pflanzenkohleprogramme, begleitet First Climate Projekteigner als erfahrener Dienstleister durch den Zertifizierungsprozess nach relevanten Standards und unterstützt sie während des gesamten MRV-Prozesses. Die derzeit wichtigsten Standards für die Registrierung von handwerklichen und industriellen Pflanzenkohleprojekten sind VCS (Verified Carbon Standard) und CSI (Carbon Standards International). Puro.Earth und Isometric sind zusätzliche Standards, die nur für die Zertifizierung von Pflanzenkohleprojekten im industriellen Maßstab geeignet sind. First Climate arbeitet weltweit mit verschiedenen industriellen und handwerklichen Pflanzenkohleprojekten zusammen. Unsere Partner vertrauen uns die Integrität, Qualität und den Klimanutzen ihrer Projekte an. Um das zu gewährleisten, führen wir Due Diligence-Prozesse durch, und besuchen dafür regelmäßig Projekte auf der ganzen Welt. Es ist für uns immer wieder spannend, aus erster Hand Einblicke in die verschiedenen Pflanzenkohleansätze zu erhalten, die direkten Auswirkungen vor Ort zu sehen und die Entwicklung der Technologie direkt zu begleiten! Was können wir in Zukunft von Kohlenstoffspeicherung durch Pflanzenkohle erwarten? Fortschreitende technologische Innovationen, ein steigender Bedarf an Lösungen zur langfristigen Kohlenstoffspeicherung und eine immer stärkere Ausrichtung von Pflanzenkohleprojekten an den Prinzipien der globalen Nachhaltigkeitsziele werden auch in Zukunft ohne Zweifel für ein dynamisches Wachstums des Pflanzenkohle-Sektors sorgen. Sowohl handwerkliche als auch industrielle Pflanzenkohleprojekte werden bei diesem Wachstum eine wichtige Rolle spielen. Im Zuge der technologischen Entwicklung sind weitere Fortschritte bei Automatisierung, Überwachung und Verwendung KI-gesteuerter Systeme sowohl für industrielle als auch für handwerkliche Pflanzenkohleprojekte zu erwarten. Sie möchten mehr über das Potenzial effektiver CO2-Senkentechnologien für den Klimaschutz und entsprechende Investitionsmöglichkeiten für Unternehmen erfahren? Sprechen Sie uns an! Wir beraten Sie gerne. Über die Autoren und Autorinnen Nikita Skopincev ist Junior Project Manager bei der First Climate Projektentwicklung GmbH und bringt seine Expertise im Bereich CO2-Senkenlösungen sowohl im Team Technical Removal Solutions (TRS) als auch im Nature-Based Solutions (NBS)-Team von First Climate ein. Im TRS-Team liegt sein aktueller Fokus auf Pflanzenkohle-projekten und im Bereich „Early Stage“ CDR-Initiativen. Mit seinem akademischen Hintergrund in Geo- und Materialwissenschaften, mit einem Schwerpunkt in Mineralogie und Zement, bringt Nikita wertvolles Fachwissen in die Entwicklung und Umsetzung innovativer Klimaschutzprojekte ein. Lia Flury ist Leiterin des TRS-Teams der First Climate Projektentwicklung GmbH und verfügt über umfangreiche Erfahrung im freiwilligen CO2-Markt und bei der Entwicklung von CO2-Senkenprojekten. Mit einem Master-Abschluss in Rechts- und Wirtschaftswissenschaften kombiniert Lia Planungskompetenz mit praktischer Expertise, insbesondere im Bereich pflanzenkohlebasierter CO2-Senkenprojekte.
- Science-Based Targets für KMU und die Rolle der CO₂-Speicherung
Da Unternehmen weltweit zunehmend Verantwortung für ihren CO₂-Fußabdruck übernehmen, suchen kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) verstärkt nach praktischen Wegen, um wissenschaftsbasierte Klimaziele (Science-Based Targets, SBTs) zu setzen. Während große Konzerne bei Klimaschutz-Verpflichtungen Vorreiter waren, spielen KMU eine entscheidende Rolle bei der Förderung von Nachhaltigkeit. Die Festlegung von SBTs, die mit dem Pariser Abkommen im Einklang stehen, ist für KMU unerlässlich, um ihren Geschäftsbetrieb zukunftssicher zu machen und zu den globalen Klimazielen beizutragen. © Lubo Ivanko - Adobe Stock Warum sollten KMU Science-Based Targets festlegen? Wissenschaftsbasierte Klimaziele bieten einen klaren, messbaren Ansatz zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen (THG). Durch das Setzen von SBTs können KMU: Ihre Vorreiterrolle beim Klimaschutz demonstrieren und ihre Reputation stärken. Einen Wettbewerbsvorteil in einem nachhaltigkeitsorientierten Markt erlangen. Ihre Effizienz steigern und Kosten senken , indem sie ihren Energieverbrauch optimieren. Die Einhaltung sich entwickelnder regulatorischer Anforderungen sicherstellen. Investoren, Kunden und Partner überzeugen, die sich für Nachhaltigkeit engagieren. Als Führungskraft eines KMU fragen Sie sich vielleicht: „Wo fange ich überhaupt an?“ Damit sind Sie nicht allein – viele Unternehmen stehen vor denselben Herausforderungen. Die gute Nachricht ist, dass erste Maßnahmen nicht überwältigend sein müssen. Mit einem schrittweisen Ansatz können Sie Klimaziele in Ihre Unternehmensstrategie integrieren, ohne den operativen Betrieb zu beeinträchtigen Die wichtigsten Schritte für KMU zur Festlegung von Science-Based Targets Aktuelle Emissionen bewerten: Führen Sie eine CO₂-Bilanzierung durch, um die Emissionsquellen in den Bereichen Scope 1, 2 und 3 zu identifizieren. Ambitionierte Ziele festlegen: Richten Sie Ihre Ziele an der 1,5-Grad-Grenze aus und stellen Sie sicher, dass sowohl direkte als auch indirekte Emissionen erheblich reduziert werden. Maßnahmen zur CO2-Reduktion entwickeln und umsetzen: Verbessern Sie die Energieeffizienz, stellen Sie auf erneuerbare Energien um und optimieren Sie Ihre Lieferketten. Fortschritt überwachen & transparent berichten: Messen Sie regelmäßig Ihre Emissionen, treffen Sie datenbasierte Entscheidungen und kommunizieren Sie Ihre Ergebnisse an Stakeholder. CO₂-Speicherung in die Strategie integrieren, um Netto-Null-Ziele zu erreichen: Untersuchen Sie Lösungen zur dauerhaften Bindung und Speicherung von CO₂, um schwer vermeidbare Emissionen wirksam einzudämmen. Die Rolle der CO₂-Speicherung bei der Erreichung von Netto-Null-Zielen Die Science-Based Targets Initiative (SBTi) betont, dass die Reduzierung von Emissionen für alle Unternehmen oberste Priorität hat. Dennoch ist es für die meisten Unternehmen nicht immer möglich, sämtliche Emissionen vollständig zu vermeiden – und genau hier kommen Lösungen ins Spiel, die CO₂ effektiv aus der Atmosphäre entfernen und dauerhaft speichern. Die SBTi erkennt an, dass trotz ehrgeiziger Reduktionsmaßnahmen einige Restemissionen verbleiben. Um Netto-Null zu erreichen, müssen KMU Strategien zur CO₂-Speicherung umsetzen, um diesen unvermeidbaren Emissionen entgegenzuwirken. Durch die Integration von naturbasierten Lösungen wie die Wiederaufforstung und die Speicherung von Kohlenstoff in Böden sowie technologiebasierten Verfahren wie Direct Air Capture können KMU ihre Klimaschutzverpflichtungen erfüllen und gleichzeitig im Einklang mit den SBTi-Richtlinien stehen. Strategien zur CO₂-Speicherung für KMU Investition in verifizierte CO₂-Senkenprojekte: D ie Zusammenarbeit mit seriösen Dienstleistern stellt sicher, dass ein echter Klimanutzen erzielt wird. Carbon Insetting: Integration von Lösungen zur CO₂-Speicherung in die eigenen Betriebsprozesse, z. B. durch regenerative Landwirtschaftspraktiken. Einsatz von Carbon Capture-Technologien: Erforschung innovativer Lösungen zur Abscheidung von CO2 als Teil einer langfristigen Nachhaltigkeitsstrategie. Wie KMU noch heute beginnen können Der erste Schritt in Richtung Science-Based Targets kann herausfordernd erscheinen, aber denken Sie daran: Fortschritt ist wichtiger als Perfektion. Viele KMU beginnen mit kleinen Maßnahmen – sei es der Umstieg auf erneuerbare Energien, die Optimierung der Logistikprozesse oder die Einbindung von Mitarbeitenden in Nachhaltigkeitsinitiativen. Jeder Beitrag zählt! Um zu beginnen, ziehen Sie die Zusammenarbeit mit zuverlässigen Partnern wie First Climate in Betracht, die fachkundige Unterstützung bei der Festlegung und Erreichung von SBTi-konformen Zielen bieten. Durch entschlossenes Handeln heute können KMU ihren Platz in einer kohlenstoffarmen Wirtschaft sichern und ein widerstandsfähiges, zukunftssicheres Geschäftsmodell aufbauen. Bereit, etwas für das Klima zu bewirken? Dann setzen Sie sich noch heute wissenschaftsbasierte Klimaziele! Über den Autor Federico Cavallucci ist Senior Consultant Corporate Climate Strategies und spezialisiert auf Kohlenstoffbilanzierung und die Entwicklung von Klimazielen. Mit einem besonderen Fokus auf den Fertigungs- und Energiesektor begleitet er Kunden auf ihrem Weg zur Dekarbonisierung und nutzt seine Expertise, um nachhaltige Praktiken zu implementieren und Klimaziele zu erreichen. Bevor er 2022 zu First Climate kam, arbeitete Federico als Umweltexperte bei Saipem, wo er sich auf die Dekarbonisierungsstrategie des Unternehmens konzentrierte.
- CarbonoVivo: Countdown für die VCS-Zertifizierung
Klimaschutzprojekt in den letzten Zügen des Zertifizierungsprozesses / Erste CO2-Zertifikate ab Q3 2025 verfügbar Das „CarbonoVivo“-Projekt treibt gemeinsam mit Farmern und Viehzüchtern durch regenerative Bodenbewirtschaftung die nachhaltige Transformation in Kolumbien voran. Seit Juni 2024 begleitet First Climate den Projektentwickler Carbono Local+ auf dem Weg zur Projekt-Zertifizierung durch den renommierten Verified Carbon Standard (VCS). Ein knappes Jahr später befindet sich die Projekt-Initiative der Carbono Local+ Co-Gründerinnen und Geschäftsführerinnen, den Schwestern Laura und Nataly Cubillos Ordóñez, jetzt in den letzten Zügen des Validierungs- und Verifizierungsprozesses und steuert auf die erste Ausschüttung von CO2-Zertifikaten zu. Diese wird voraussichtlich im dritten Quartal des Jahres erfolgen. ©Carbono Local+ Im Rahmen des Validierungsprozesses führten unabhängige externe Auditoren in den zurückliegenden Wochen umfangreiche Messungen und Untersuchungen auf den Weideflächen durch, die im Rahmen des Projektes auf eine nachhaltige Beweidung umgestellt wurden. Auditoren des TÜV Süd besuchten stichprobenartig teilnehmende Farmen in ganz Kolumbien, um die Aktivitäten vor Ort, die angewandten Methoden zur Datenerfassung, den Projektfortschritt und erzielten Klimanutzen sowie den direkten Mehrwert für die teilnehmenden Farmen und die lokale Bevölkerung zu dokumentieren. Ein weiterer unabhängiger Auditor untersuchte vor Ort zudem den Kohlenstoffgehalt der Böden. Der erfolgreiche Abschluss des Audits zeigt, dass das CarbonoVivo-Projekt alle wichtigen VCS-Qualitätskriterien erfüllt und messbaren Klimanutzen erzeugt. Der technische Auditbericht zur Validierung und Verifizierung der tatsächlich erzielten Emissionsminderungen und CO2-Senkenleistung wird nun zur finalen Genehmigung an VERRA übermittelt. Das CarbonoVivo-Projekt ist somit auf einem guten Weg und kann aller Voraussicht nach im dritten Quartal 2025 erstmalig verifizierte, handelbare CO2-Zertifikate ausgeben. “Mit der Einreichung des Abschlussberichts nähern wir uns Schritt für Schritt der VCS-Zertifizierung. Die anstehende Ausschüttung erster Zertifikate später in diesem Jahr ist die Voraussetzung dafür , dass wir unser Projekt und den damit verbundenen Impact weiter skalieren können – und damit auch zur wachsenden nachhaltigen Entwicklung Kolumbiens beitragen. Wir freuen uns, dabei weiterhin auf die Unterstützung unseres Partners First Climate zählen zu können, der die künftige Vermarktung der aus dem Projekt generierten CO2-Zertifikate verantworten wird“, erklärt Nataly Cubillos Ordóñez , CEO und Lead of CDR Carbon Projects bei Carbono Local+. ©Carbono Local+ Neuer Projektname, gleicher Impact Ehemals unter dem Namen Carbono Local+ gegründet, trägt das Projekt seit Kurzem einen neuen Namen, der in Abstimmung mit den teilnehmenden Farmern ausgewählt wurde. Das Projekt ist nun als „(Proyecto) Carbono Vivo“ bekannt – was im übertragenen Sinne so viel heißt wie „lebendiger Boden“. Passend dazu lautet die spanische Tagline “El suelo es vida“, zu Deutsch „Boden ist Leben“. Ein Name, der für sich spricht und die Mission des Projekts treffend widerspiegelt: die Wiederherstellung der Bodengesundheit und -fruchtbarkeit auf den nachhaltig bewirtschafteten Weideflächen des Projektes. Die zumeist familiengeführten Farmen, die sich dem CarbonoVivo-Projekt bislang angeschlossen haben, wenden dazu das Verfahren der Rotations-Weidewirtschaft an. Dazu wird das Vieh nach einem genau festgelegten Plan auf neue Weideflächen getrieben, wodurch eine Überweidung einzelner Flächen vermieden wird. Der Boden auf den nicht genutzten Flächen kann sich erholen, das Mikrobiom bleibt intakt und Wurzeln bleiben erhalten, sodass das Gras schneller und besser nachwächst, was wiederum zu mehr Tierwohl führt. Eine weitere Folge: Gesündere Böden können Kohlenstoff aus der Atmosphäre viel besser aufnehmen und speichern als nicht-nachhaltig genutzte Flächen. Das macht CarbonoVivo zu einem zukunftsweisenden CO2-Senkenprojekt mit riesigem Klimaschutz-Potenzial. Im Rahmen der Projektlaufzeit sollen rund 33.000.000 Tonnen CO2 gebunden und der Atmosphäre dauerhaft entzogen werden. Videodreh soll neue spannende Einblicke in Projektnutzen liefern Derzeit sind Vor-Ort-Dreharbeiten für einen neuen Projekt-Film über CarbonoVivo geplant, der den sichtbaren Impact der lokalen Initiativen beleuchten wird. Das Filmteam wird dazu in den kommenden Wochen Interviews auf zahlreichen Farmen in Kolumbien drehen. Der Film soll die Zuschauer mit auf eine spannende Reise nehmen und zeigen, wie die Farmen und Viehzüchter vor Ort die nachhaltigen Praktiken anwenden und so dazu beitragen, die Zukunft der Landwirtschaft in Kolumbien zu revolutionieren. Wie haben sich die Böden und die Lebensbedingungen der Farmerfamilien entwickelt? Auch dieser Frage wird der Film nachgehen. Treffen Sie Nataly und Vincent beim Colombia Carbon Forum 2025 Vom 23. bis 24. April werden Nataly Cubillos Ordóñez von Carbono Local+ sowie Vincent Erasmy, Carbon Competence Lead bei First Climate, beim Colombia Carbon Forum 2025 in Bogotá, der Hauptstadt Kolumbiens, dabei sein. Die Konferenz ist eine der wichtigsten Veranstaltungen im Bereich des unternehmerischen Klimaschutzes in Südamerika und bringt unter anderem Vertreterinnen und Vertreter der Zertifizierungsstandards, von Regierungsorganisationen sowie engagierten Unternehmen zusammen. Auf der Agenda der Konferenz steht vor allem das Thema, wie der Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft in Lateinamerika gelingen kann. Als eines der ersten Projekte seiner Art weltweit wird CarbonoVivo dabei einen wichtigen Beitrag leisten. Nataly wird als Speakerin an einer der zahlreichen Podiumsdiskussionen teilnehmen. Im Rahmen des Panel II werden sie und ihre Co-Referentinnen am 24. April über das Potenzial von Kohlenstoffprojekten in der kolumbianischen Agrarindustrie sprechen und dabei vor allem auf Chancen und Herausforderungen bei der Projektentwicklung eingehen. Sie möchten die Veranstaltung nicht verpassen? Unter folgendem Link finden Sie alle wichtigen Informationen rund um Agenda, Speaker und Anmeldung zum Event (auf Spanisch): colombiacarbon.com . Fall Sie mehr über das CarbonoVivo-Projekt erfahren möchten oder darüber, wie Sie es unterstützen können, schauen Sie einmal auf der Website des Projekts vorbei (auf Englisch)! https://www.carbonovivo.co/en
- SUEZ und First Climate schließen Forward-Vertrag mit Microsoft über Lieferung von CO2-Senkenzertifikaten aus Carbonity-Projekt
Dreijahresvertrag umfasst die Lieferung von 36.000 CO2-Senkenzertifikaten aus dem Carbonity Pflanzenkohle-Projekt – einem kanadischen Joint Venture zwischen SUEZ, Airex Energy und der Groupe Rémabec / Microsoft und SUEZ planen weitere Zusammenarbeit beim Klimaschutz Auf dem heutigen Viva Technology-Event in Paris haben Pflanzenkohle-Produzent Carbonity und First Climate als Carbon Asset Manager des Joint Ventures die Unterzeichnung eines Forward-Vertrags mit Microsoft über die Lieferung von CO2-Senkenzertifikaten bekannt gegeben. Insgesamt umfasst der Vertrag die Lieferung von 36.000 CO2-Zertifikaten aus dem Carbonity-Projekt innerhalb der kommenden drei Jahre. Arbec Lumber Sawmill: Standort der im Bau befindlichen Pflanzenkohle-Anlage in Port-Cartier, Quebec Carbonity ist ein Joint Venture zwischen SUEZ, einem weltweit führenden Anbieter von Umweltdienstleistungen, Airex Energy, einem Marktführer im Bereich der Entwicklung zukunftsweisender Dekarbonisierungs-Lösungen, und Groupe Rémabec, dem größten privaten Forstunternehmen in der kanadischen Provinz Quebec. Bis Ende 2024 planen die Joint-Venture-Partner, die Carbonity-Anlage in Quebec mit einer jährlichen Produktionskapazität von 10.000 Tonnen Pflanzenkohle in Betrieb zu nehmen. Pflanzenkohle , die aus forst- und landwirtschaftlichen Rückständen hergestellt wird, bietet zahlreiche Vorteile. Bei der Anwendung im Boden, einer der häufigsten Nutzungsmöglichkeiten, wird der in der Pflanzenkohle enthaltene Kohlenstoff dauerhaft gespeichert, was Pflanzenkohle zu einer effizienten Kohlenstoffsenke macht. Gleichzeitig werden sowohl die Bodenqualität als auch die Fruchtbarkeit erheblich verbessert. First Climate ist exklusiver Carbonity-Partner für das Management und die Vermarktung der CO2-Senkenzertifikate aus dem Joint Venture. Bereits 2018 hat First Climate eine Methodik zum Monitoring und zur Messung der Klimawirkung von Pflanzenkohle entwickelt und gehört damit zu den Pionieren im Bereich dieser CO2-Senkentechnologie. Mit seiner Expertise unterstützt First Climate Carbonity bei allen MRV-Prozessen (engl. Monitoring, Reporting and Verification), die für die Zertifizierung nach dem freiwilligen Projekt-Standard und -Register Puro.earth relevant sind. First Climate ist außerdem für die Vermarktung der im Rahmen des Projekts ausgegebenen Zertifikate verantwortlich. „Wir bei First Climate freuen uns sehr über die Zusammenarbeit mit Microsoft, die dazu beitragen wird, den noch jungen Markt für Pflanzenkohle weiterzuentwickeln und zu skalieren. Die Kooperation wird uns dabei helfen, das volle Klimaschutz-Potenzial und den Klimanutzen von Pflanzenkohle zu erschließen“, so Olaf Bachert, CEO von First Climate. „Dies ist entscheidend, weil CO2-Senkentechnologien wie Pflanzenkohle eine immer wichtigere Rolle im globalen Kampf gegen den Klimawandel allgemein und bei unternehmerischen Klimaschutzmaßnahmen im Besonderen spielen werden.“ „Wir freuen uns sehr, diese Vereinbarung mit First Climate und dem gesamten Carbonity-Team bekannt zu geben. Im Rahmen unseres Ziels, bis 2030 CO2-negativ zu wirtschaften, ist Pflanzenkohle ein vielversprechendes Instrument für bezahlbare, über Jahrhunderte hinweg beständige CO2-Senkenprodukte, die auch der Landwirtschaft und den lokalen Gemeinschaften zugutekommen. Wir bei Microsoft sind sehr erfreut darüber, dass erfahrene Infrastrukturanbieter wie SUEZ in den Markt für CO2-Senkenzertifikate einsteigen“, erklärte Brian Marrs, Senior Director for Energy and Carbon Removal bei Microsoft. Mit seiner Größe und den etablierten Unternehmen hinter dem Joint Venture ist Carbonity eines der wenigen aktiven oder kurz vor dem Produktionsstart stehenden CO2-Senkenprojekte weltweit, das große Mengen an CO2-Senkenzertifikaten erzeugen kann. Das Projekt wird dazu beitragen das verfügbare Angebot an CO2-Senkenzertifikaten und Pflanzenkohle langfristig zu vergrößern und so die Entwicklung des globalen Marktes für CO2-Senkenzertifikate nachhaltig vorantreiben. Arbec Lumber Sawmill, Standort der im Bau befindlichen Pflanzenkohle-Anlage in Port-Cartier, Quebec „Die COP28 hat erneut gezeigt, dass es unerlässlich ist, Emissionsminderungs-Maßnahmen mit solchen zur dauerhaften Bindung von Kohlenstoff zu kombinieren. Dank unserer wegweisenden Pflanzenkohle-Produktionsanlage, die derzeit in Kanada errichtet wird, kann SUEZ Microsoft eine robuste und innovative Lösung zur Kohlenstoffbindung bieten. Wir freuen uns darauf, Unternehmen weiterhin dabei zu unterstützen, ihre Dekarbonisierung im Einklang mit unserer Roadmap für nachhaltige Entwicklung voranzutreiben“, erläuterte Sabrina Soussan, Chairman und CEO von SUEZ. SUEZ hat kürzlich den Erwerb einer Minderheitsbeteiligung an seinem Pflanzenkohle-Partner Airex Energy mitgeteilt. Gemeinsam wollen die beiden Unternehmen ihr Geschäftsmodell weltweit mit relevanten Pflanzenkohle-Partnern replizieren. Ihr Ziel ist es, bis 2035 eine Gesamtproduktionskapazität von jährlich 350. 000 Tonnen Pflanzenkohle zu erreichen. Dies soll unter dem Einsatz der Technologie von Airex Energy geschehen, die heute zu den am weitesten entwickelten in dieser Größenordnung gehört. „Im Namen aller Shareholder freue ich mich, dass Microsoft für seine CO2-Senkenzertifikate Carbonity erwählt hat. Diese Kooperation unterstreicht das enorme Potenzial von Carbonity, einem Projekt, das nicht nur nachhaltige Lösungen zur CO2-Speicherung in Kanada vorantreibt, sondern auch demonstriert, dass unsere Anlage in Port-Cartier über umfangreiche Kapazitäten zur Herstellung von Pflanzenkohle verfügt. Mit Partnern wie SUEZ und Groupe Rémabec setzen wir neue Maßstäbe für die Kohlenstoffspeicherung in Nordamerika“, so Michel Gagnon, Vorsitzender des Verwaltungsrats von Carbonity und CEO von Airex Energy. Microsoft und SUEZ betonten die Aussicht auf eine Ausweitung ihrer Partnerschaft, um künftig, über die Laufzeit des Carbonity-Vertrages hinaus, weitere sich in Entwicklung befindliche CO2-Senkenprojekte zu unterstützen. „Ich bin begeistert von der Kooperation mit First Climate und SUEZ. Sie ist ein Beweis für die Dynamik der französischen und europäischen Ökosysteme, wenn es um Lösungen für die Klimakrise geht. Dieses Projekt ist auch ein wichtiger Meilenstein für unsere globale Zusammenarbeit mit SUEZ bei der Nutzung digitaler Ressourcen zur Förderung von Lösungen in den Bereichen Kohlenstoff, Wasser und Abfall“, äußerte Corine de Bilbao, CEO von Microsoft France. Über SUEZ Seit mehr als 160 Jahren bietet SUEZ wichtige Umwelt-Dienstleistungen zum Schutz und zur Verbesserung der Lebensqualität. SUEZ unterstützt seine Kundinnen und Kunden mit innovativen und nachhaltigen Lösungen für Wasser- und Abfallservices. Mit 40.000 Mitarbeitenden in 40 Ländern arbeitet der Konzern mit Kundinnen und Kunden zusammen, um Mehrwert entlang des gesamten Lebenszyklus ihrer Dienstleistungen zu schaffen und den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft zu fördern. Im Jahr 2023 versorgte SUEZ weltweit 57 Millionen Menschen mit Trinkwasser und mehr als 36 Millionen Menschen mit sanitären Versorgungsleistungen. Die Gruppe erzeugte 7,7 TWh Energie aus Abfällen und Abwässern. 2023 erwirtschaftete SUEZ einen Umsatz von 8,9 Milliarden Euro. Für weitere Informationen: www.suez.com Über First Climate Mit 25 Jahren Erfahrung gehört First Climate zu den führenden Anbietern von Lösungen in den Bereichen Klimaschutz und nachhaltige Energieversorgung für Unternehmen und öffentliche Auftraggeber weltweit. Das Unternehmen entwickelt und finanziert verifizierte Emissionsminderungs- und CO2-Senkenprojekte auf der ganzen Welt. Mit langjähriger Expertise in der bedarfsgerechten Bereitstellung von erneuerbaren Energien bietet First Climate außerdem individuelle Optionen für die Reduzierung des energiebezogenen CO2-Fußabdrucks. Zudem berät First Climate Organisationen in der EU mit umfangreichen Services zur Nachhaltigkeits-Berichterstattung im Rahmen der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD). www.firstclimate.com
- Schweizer CO2-Senkenprojekt erhält „A“-Rating
First Climate-Pflanzenkohleprogramm erhält als weltweit erstes Projekt seiner Art offizielles Rating durch BeZero Carbon Die Kohlenstoffspeicherung durch Pflanzenkohle gewinnt als Klimaschutztechnologie im Bereich des freiwilligen CO2-Marktes zunehmend an Bedeutung. Als Pionier auf diesem Gebiet ist First Climate stolz darauf, dass sein Schweizer Pflanzenkohle-Programm als erstes Projekt seiner Art jetzt ein offizielles Rating durch die Agentur BeZero Carbon erhalten hat. Das Rating ist ein weiterer wichtiger Schritt bei der Etablierung dieser neuen und zukunftsweisenden Klimaschutztechnologie. Die positive Bewertung mit einem „A“-Rating gibt Kunden und engagierten Unternehmen die Sicherheit, in ein effizientes und effektives Klimaschutz-Projekt zu investieren. Mit seiner Bewertung gehört das Programm den besten 6% aller 355 bisher untersuchten Projekte. Mit dem von BeZero Carbon entwickelten System zur Projektbewertung, zielt die Rating-Agentur darauf ab, die Vergleichbarkeit von Projekten und Teilnehmenden am freiwilligen CO2-Markt und damit die Investitionsentscheidung zu erleichtern. CO2-Senkenprojekte auf Basis von Pflanzenkohle waren dabei bislang noch nicht berücksichtigt worden. Mit dem Rating für das First Climate-Projekt hat sich das nun geändert. Nach der Definition von BeZero Carbon bedeutet das A-Rating für das First Climate-Projekt, dass das Schweizer Pflanzenkohleprogramm nach Prüfung verschiedener Parameter wie Zusätzlichkeit, Zuverlässigkeit der Berechnungen und Permanenz der erzielten CO2-Sequetrierung, eine „hohe Wahrscheinlichkeit hat, eine Tonne CO2e zu entfernen“. Damit ist das Projekt eines von nur 14 unter den bislang 355 von der Ratingagentur untersuchten Projekten, die das A-Rating erhalten haben. „Wir freuen uns sehr über das A-Rating von BeZero Carbon für unser Schweizer Pflanzenkohle-Klimaschutzprogramm“, sagt Nino Berta, Head of Technical Removal Solutions bei First Climate. „Die Bewertung zeigt, dass der Markt sich der Vorteile der Pflanzenkohle-Technologie für den Klimaschutz immer bewusster wird und sie zunehmend als wirksames Instrument zur Eindämmung des Klimawandels anerkannt wird. Die Bewertung mit einem A-Rating erzeugt auf jeden Fall Rückenwind für die weitere Entwicklung und Etablierung dieser aufstrebenden Technologie mit all ihrem Potenzial.“ Unterstützung für die Entwicklung von CO2-Senkentechnologien First Climate hat im Jahr 2018 als eines der ersten Unternehmen weltweit eine Methodik zur Messung der Klimaschutzwirkung von Pflanzenkohle erarbeitet und sich seitdem kontinuierlich dafür engagiert, das CO2-Senkenpotenzial der Technologie zu erschließen. Das Schweizer Pflanzenkohle-Programm von First Climate ist von da an kontinuierlich gewachsen: Große Unternehmen wie die Schweizerische Post haben im Rahmen ihrer Klimastrategie in die Technologie investiert und zuletzt konnte First Climate seine Beteiligung an dem zukunftsweisenden CARBONITY-Projekt in Kanada bekanntgeben. Das jetzt erfolgte erste Rating für ein technisches CO2-Senkenprojekt ist ein zusätzlicher Indikator dafür, dass die Technologie erwachsen wird. Im 2022 veröffentlichten IPCC-Bericht über die Anpassung an den Klimawandel und dessen Eindämmung wurde die Kohlenstoffspeicherung durch Pflanzenkohle als vielversprechende CO2-Senkentechnologie angesprochen. Darüber hinaus kommt die aktuelle Veröffentlichung von Be Zero Carbon kurz vor den Diskussionen im Europäischen Parlament im nächsten Monat über einen Gesetzesvorschlag für ein EU-weites Regelwerk zur CO2-Senkentechnologie . Pflanzenkohle war der Vorlage des Regelwerks jüngst als relevante Technologie hinzugefügt worden. Zusammenfassung des Ratings bei BeZero Carbon.
- Wenn Sport und Klimaschutz Hand in Hand gehen
First Climate und Zurich City Triathlon bleiben Partner First Climate bleibt auch in diesem Jahr Co-Sponsor und Klimaschutzpartner des Zurich City Triathlon (ZC3). Am 29. Juni 2025 verwandelt sich das Stadtgebiet wieder in eine Wettkampfstätte für über 5000 Triathletinnen und Triathleten aus der Schweiz und aller Welt. Das einzigartige Flair des ZC3 und die tolle Atmosphäre rund um die Wettkampfstrecke am Zürcher Seebecken sorgen seit 2022 Jahr für Jahr für steigende Zahlen bei Teilnehmenden und Zuschauenden. Auch in diesem Jahr unterstützt First Climate den ZC3 bei der Treibhausgasbilanzierung und bei seinem aktiven Klima-Engagement. Beim ZC3 gehen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über die Sprint- oder die Olympische Distanz an den Start und absolvieren die drei klassischen Disziplinen Schwimmen, Radfahren und Laufen. Ein besonderer Bestandteil des Events ist der Firmentriathlon, bei dem Mitarbeitende entweder einzeln oder im Team antreten können. Dabei werden sich auch in diesem Jahr Mitglieder des First Climate-Teams der sportlichen Herausforderung stellen. Nachhaltigkeit im Fokus des ZC3 Nachhaltigkeit ist für die Organisatoren des Triathlons ein wichtiges Thema. Um für einen möglichst umweltschonenden Ablauf zu sorgen, engagiert sich der ZC3 mit verschiedenen Maßnahmen für den Ressourcen- und Klimaschutz. Das Organisationsteam setzt seit der Erstaustragung auf eine umweltbewusste und ressourcenschonende Event-Durchführung. Um die veranstaltungsbedingten CO2-Emissionen zu reduzieren, kooperiert der ZC3 beispielsweise mit lokalen Lieferanten und Partnern, um Transportwege so kurz wie möglich zu halten und produziert Finisher-Shirts lediglich auf Vorbestellung. Auf Parkplätze für Pkw wird bewusst verzichtet, stattdessen ermutigt der ZC3 zur An- und Abreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln. First Climate begleitet den ZC3 2025 erneut als Klimaschutzpartner. In diesem Rahmen ermittelt First Climate den CO2-Fußabdruck , der durch die An- und Abreise der Teilnehmerinnen und Teilnehmer entsteht. Letztere haben darüber hinaus die Möglichkeit, ihre eigenen Reise-Emissionen digital per App zu erfassen. Auf Basis der erfassten Daten unterstützt First Climate den ZC3 auch wieder dabei, einen wirksamen Klimaschutzbeitrag durch die Förderung eines verifizierten internationalen Klimaschutzprojekts zu leisten. Kommen Sie am First Climate-Stand vorbei und unterstützen Sie den Klimaschutz! Das First Climate-Team wird nicht nur selbst abermals mit sportaffinen Mitarbeitenden beim Triathlon an den Start gehen. Wir werden auch wieder mit unserem First Climate-Stand auf dem Eventgelände dabei sein und Besucherinnen und Besuchern, die ihre Reiseemissionen erfassen möchten, mit Rat und Tat zur Seite stehen. Nehmen auch Sie am diesjährigen ZC3 teil und möchten Ihren eigenen Beitrag zu mehr Klimaschutz leisten? Dann freuen wir uns, Sie am 28. und 29. Juni an unserem Stand im Village auf der Landiwiese begrüßen zu dürfen!
- Scope 3: Flexibilität und Datenqualität im Fokus des neuen SBTi Corporate Net-Zero Standard
Blog von Federico Cavallucci, Senior Consultant Corporate Climate Strategies bei First Climate © Adobe Stock D ie Science Based Targets Initiative (SBTi) hat einen Entwurf zur Überarbeitung ihres neuen SBTi Corporate Net-Zero Standard veröffentlicht. Der Entwurf sieht eine umfassende Aktualisierung der Methoden und Instrumente vor, die Unternehmen auf dem Weg zu Net Zero einsetzen; von Ambition über Zielsetzung bis zur Erreichung dieser Ziele. Mit der Aktualisierung des Standards soll dieser einschlägiger, fundierter und praktikabler werden, sodass noch mehr U nternehmen – ob groß, mittelgroß oder klein – ambitionierte, wissenschaftsbasierte Ziele (Science-Based Targets, SBT) festlegen und umsetzen können als bisher. Scope 3-Emissionen, also Emissionen aus der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette, wurden von Unternehmen lange als größte Hürde bei der Zielsetzung im Einklang mit der SBTi angesehen, da sie befürchteten, keine wesentlichen Fortschritte in diesem Bereich erreichen zu können. Als Reaktion darauf hat die SBTi wichtige Updates zu den Zielsetzungsmethoden und der allgemeinen Dekarbonisierungs-Strategie eingeführt. In unserem neuesten Blog wirft unser Experte Federico Cavallucci einen genaueren Blick auf einige der wichtigsten Änderungen des Standards. Priorisierung emissionsintensiver Geschäftsaktivitäten Anstatt einen festen Prozentsatz als pauschalen Schwellenwert für die Erfassung von Scope 3-Emissionen zu nehmen, ermutigt der neue Standard Unternehmen, sich auf die emissionsintensivsten Bereiche mit den größten Klimaauswirkungen innerhalb ihrer Wertschöpfungskette zu konzentrieren. Wenn zum Beispiel der Transport von eingekauften Waren eine wichtige Rolle im Scope 3-Inventar einnimmt, müssen die Ziele diese Kategorie einbeziehen. Durch die Priorisierung relevanter Emissionsquellen können Unternehmen zielgerichtetere und straffere Dekarbonisierungs-Strategien entwickeln. Carbon Removals Obwohl sogenannte Carbon Removals, also die effektive Entfernung von CO2 aus der Atmosphäre, ein integraler Bestandteil von Netto-Null-Zielen sind, konzentrierte sich die SBTi bisher ausschließlich auf die CO2-Speicherung ab dem Net-Zero-Zieljahr. Der neue Standard sieht eine Skalierung der Speicherung von Kohlenstoff in der Übergangsphase zu Netto-Null vor sowie einen Mechanismus, mit dem unvermeidbaren Restemissionen nach jedem Zielsetzungszyklus entgegengewirkt werden kann. Neben der dauerhaften CO2-Speicherung schafft der Standard neue Anreize für Unternehmen, im Rahmen der Übergangsphase zu Net Zero einen wirksamen Beitrag zur Unterstützung hochwertiger Klimaschutzprojekte außerhalb der eigenen Wertschöpfungskette zu leisten (Beyond Value Chain Mitigation, BVCM). Wir werden in einem Folgeartikel alle Feinheiten zu Carbon Removals und Beyond Value Chain Mitigation beleuchten. Flexibilität bei den Zielsetzungs-Methoden Der Entwurf schlägt verschiedene Methoden zur Festlegung von Scope 3-Zielen vor, darunter die vollständige Reduzierung von Emissionen, die Minderung der Emissionsintensität sowie Anpassungsmaßnahmen. Diese Flexibilität ermöglicht es Unternehmen, den Ansatz zu wählen, der am besten zu ihren Aktivitäten und ihrer Datenlage passt. Im Falle des Transports von eingekauften Waren könnte ein Unternehmen etwa ein Ziel zur Verringerung der Emissionsintensität des Schiffsverkehrs (Tonnen CO2e pro Tonne und Seemeile) festlegen und die Restemissionen aus anderen Transportarten in einem einzigen, separaten Scope 3-Ziel zusammenfassen. Verbesserung der Datenqualität und -zuverlässigkeit Die aktuelle Version des Standards räumt dem Thema Datenqualität nur wenig Platz ein, während der neue Entwurf von Unternehmen verlangt, einen konkreten Plan zur kontinuierlichen Steigerung der Datenqualität zu entwickeln. Größere Unternehmen verpflichtet der Entwurf darüber hinaus dazu, ihr Treibhausgasinventar auch durch Dritte überprüfen lassen, um die Qualität des Inventars zu verbessern. Fazit Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der neue SBTi Corporate Net-Zero Standard einen bedeutenden Fortschritt auf dem Weg zu Net Zero darstellt. Durch die Priorisierung emissionsintensiver Aktivitäten, die Flexibilität bei den Zielsetzungsmethoden und die Betonung der Bedeutung von Datenqualität und -zuverlässigkeit bietet der Standard Unternehmen robuste Instrumente zur Festlegung und Erreichung ambitionierter wissenschaftsbasierter Klimaziele. Sollte der neue Standard genehmigt werden, wird er erst ab dem Jahr 2027 in Kraft treten. Dies sollte Sie nicht davon abhalten, Klimaziele festzulegen: Kurzfristige Ziele, die in den Jahren 2025 und 2026 nach dem bestehenden Standard festgelegt werden, behalten ihre Gültigkeit für fünf Jahre oder bis Ende 2030, je nachdem, was früher eintritt. Über den Autor Federico Cavallucci ist Senior Consultant Corporate Climate Strategies und spezialisiert auf Kohlenstoffbilanzierung und die Entwicklung von Klimazielen. Mit einem besonderen Fokus auf den Fertigungs- und Energiesektor begleitet er Kunden auf ihrem Weg zur Dekarbonisierung und nutzt seine Expertise, um nachhaltige Praktiken zu implementieren und Klimaziele zu erreichen. Bevor er 2022 zu First Climate kam, arbeitete Federico als Umweltexperte bei Saipem, wo er sich auf die Dekarbonisierungsstrategie des Unternehmens konzentrierte.











