Klimaschutz durch naturbasierte Lösungen


Die fortschreitende Entwaldung in vielen Teilen der Erde und die Umwandlung natürlicher oder naturnaher Gebiete in Nutzflächen gehören zu den wichtigsten Treibern des globalen Klimawandels. Gemäß dem 2019 veröffentlichten IPCC-Sonderbericht „Climate Change and Land“, entstehen rund 23% der anthropogenen Treibhausgasemissionen in den Bereichen Landwirtschaft, Wald und Landnutzung (engl. = Agriculture, Forest and Other Land Use – AFOLU). Anders ausgedrückt: Ohne einen deutlichen Rückgang der fortschreitenden Entwaldung und der Bodendegradation auf der Erde wird es nicht möglich sein, das 1,5°C-Ziel des Pariser Klimaschutzabkommen zu erreichen. Naturbasierten Klimaschutzmaßnahmen (engl. = Natural Climate Solutions, NCS), d.h. dem Erhalt und Aufbau natürlicher CO2-Senken, kommt im Kampf gegen den Klimawandel deshalb eine kaum zu überschätzende Bedeutung zu.

Überblick: Wertschöpfung und Klimawirkung - das Netto-Null-Ziel

  1. Baseline-Emissionen: Emissionen ( Wertschöpfungskette, Land etc.) im Basisjahr
  2. Zielpfad: Entwicklung der THG-Emissionen in Übereinstimmung mit dem 1,5°C-Szenario
  3. Verbleibende Emissionen: Restemissionen der Wertschöpfungskette im Netto-Null-Zieljahr (z. B. 2040)
  4. Reduktions-Soll: Volumen der CO2-Emissionen, die verhindert werden müssen, um das Netto-Null-Ziel zu erreichen
  5. Abbau von Emissionen:  THG-Volumina, die durch CO2-Senkenprojekte gebunden werden müssen, um das Netto-Null-Ziel zu erreichen

Hintergrund: Projekttypen im Bereich naturbasierter Klimaschutz

Waldschutz (REDD+)
Pflanzen im Allgemeinen und Wälder im Besonderen binden durch die Photosynthese CO2 aus der Atmosphäre für den Aufbau der Biomasse. Dies ist die sogenannte Senkenleistung der Wälder gegenüber Landnutzungen oder Ökosystemen mit geringerer Biomasse pro Flächeneinheit.   Die fortschreitende Abholzung von Wäldern ist eine der Hauptursachen für die Klimaerwärmung. Nach Zahlen der UN ist die Entwaldung  die zweitgrößte Quelle von Treibhausgasemissionen – direkt hinter dem Energiesektor. Damit steht fest: Ohne die Entwaldung zu stoppen, wird es nicht gelingen, das im Pariser Klimaschutzabkommen formulierte 1,5°C-Ziel zu erreichen.

Vor diesem Hintergrund wurde der REDD+ Mechanismus entwickelt. Dies geschah zunächst im freiwilligen Markt - z.B. Verified Carbon Standard), später durch die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC). REDD+ steht für „Reducing Emissions from Deforestation, Forest Degradation, and enhancement of forest carbon stocks”. Das Konzept ermöglicht es, dem Klimawandel durch den Schutz von Wäldern und dem Aufbau von CO2-Senken entgegenzutreten. Ohne  besonderen Schutz würden diese Wälder abgeholzt oder durch Nutzung degradiert. In der Folge würden sie dadurch von einer Kohlenstoff-Senke zur Quelle von CO2-Emissionen.

Ziel des REDD+ Modells ist es, bestehenden Wäldern einen finanziellen Wert zu verschaffen. Dieser muss höher liegen, als die Gewinne, die sich durch Abholzung erzielen lassen. Dadurch werden Anreize für eine verantwortungsvolle und nachhaltige Waldbewirtschaftung geschaffen.

Da REDD+ Projekte häufig sehr großflächig angelegt sind, bieten sie häufig ein hohe jährliche Emissionsminderungsvolumina in Relation zum Kostenbedarf. Zusätzlich stehen Emissionsminderungen direkt ab Projektstart zur Verfügung. Das unterscheidet sie von Aufforstungsprojekten, die eine gewisse Vorlaufzeit benötigen, bis Emissionsminderungen gemessen werden können.
(Wieder-)Aufforstung
Aufforstungsprojekte wirken als natürliche CO2-Senken. Diese Wirkung ergibt sich durch den Zuwachs von Biomasse gegenüber der vorherigen Landnutzung (z. B. Grasland, oder landwirtschaftliche Nutzung) und den Prozess der Photosynthese.   Die Aufforstung kann dabei auf die Schaffung eines naturnahen Waldes ohne weitere Nutzung abzielen. Sie kann aber auch mit Baumarten erfolgen, die eine kommerzielle Nutzung von Holz oder anderen Produkten – wie etwa Kautschuk oder Honig – ermöglichen.   Ein wichtiger Aspekt von Aufforstungen ist, dass sie in vielen Fällen den Druck auf Naturwälder lindern, da sie gezielt und – wenn möglich – in nachhaltiger Weise die Holznachfrage decken helfen.   Um Emissionsminderungen generieren zu können, müssen alle Klimaschutzprojekte im Zuge der Zertifizierung ihre Zusätzlichkeit (engl. = additionality) nachweisen. Die Projektentwickler müssen beweisen, ihre Aktivitäten ohne die Erlöse aus CO2-Zertifikaten wirtschaftlich nicht tragbar sind.   Rein wirtschaftlich orientierte Aufforstungsprojekte (bspw. Eukalyptus-Monokulturen) werden das Kriterium der Zusätzlichkeit häufig nicht erfüllen. Dies führt dazu, dass viele Aufforstungsprojekte im Klimabereich auch einheimische Arten in Mischkulturen anpflanzen. Das bringt in der Regel zusätzliche Umweltvorteile. Um die Biomasse und somit die Senkenleistung der Bäume in einer Aufforstung zu messen und zu berechnen, müssen die jungen Bäume eine gewisse Größe erreicht haben. Deshalb ist bei Aufforstungsprojekten mit einer Vorlaufzeit von wenigen Jahren zu kalkulieren. Im Gegensatz zu REDD+ Projekten sind Aufforstungsprojekte weniger großflächig und generieren auch geringere jährliche Volumina an CO2-Zertifikaten. Die Bedeutung als besonders wertvoller Projekttyp ergibt sich aufgrund ihrer Senkenleistung und aufgrund der Komplementarität zu REDD+ Projekten.
Verbesserte Waldbewirtschaftung
Im Gegensatz zur (Wieder-)Aufforstung werden Projekte dieses Typs in bestehenden Wäldern durchgeführt. Es geht dabei um die Verbesserung des Waldmanagements mit dem Ziel der Optimierung der CO2-Speicherungsleistung des Waldes. Das wird vor allem durch nachhaltige Waldmanagement-Praktiken erreicht. Diese erhöhen den Zuwachs pro Jahr und ermöglichen es, die Biomasse-Entnahme so zu gestalten, dass ein Netto-Zuwachs ermöglicht wird. Mittel dazu können etwa Anreicherungspflanzungen, verbesserte Erntemethoden oder die Verlängerung von erntezyklen sein.

Dieser Projekttyp ist insbesondere für Länder relevant, in denen eine nachhaltigere Waldbewirtschaftung wichtiger ist, als die Vermeidung von Entwaldung. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn die Wälder gesetzlich und praktisch gut geschützt sind. Es geht vor allem um Länder, in denen die kommerzielle Forst- und Holzwirtschaft eine wichtige Rolle spielt. Dazu zählen beispielsweise die USA oder Chile.
Blue Carbon Projekte
Projekte dieses Typs haben gerade in der jüngeren Vergangenheit viel Aufmerksamkeit erfahren. Bei Blue Carbon Projekten handelt es sich um Aufforstungs- oder Waldschutzprojekte, die im direkten Küstenbereich durchgeführt werden. In der Regel geht es dabei um Aufforstungen oder die Bewahrung von Mangrovenwäldern.   Mangroven besitzen grundsätzlich eine sehr hohe CO2-Speicherfähigkeit. Diese ergibt sich vor allem aus der Zunahme des Bodenkohlenstoffs und erst in zweiter Linie durch die eigene Biomasse.   Darüber hinaus sind Mangrovenwälder von zentraler Bedeutung für den Küstenschutz, sie sind ein artenreicher Lebensraum und bieten nicht zuletzt eine Vielzahl wichtiger Ökosystemdienstleistungen für die Menschen vor Ort.

Schwerpunktregionen für die Umsetzung von Blue Carbon-Projekten sind unter anderem die Karibik, Westafrika und Südostasien.
Interventionen in der Landwirtschaft
Neben den Bereichen Energie, Transport und Industrie gehört auch die Landwirtschaft zu den bedeutenden Emittenten von Treibhausgasen. Emissionen entstehen dabei nicht nur durch die Massentierhaltung, sondern beispielsweise auch durch das Düngen, die Bodennutzung und die Änderung der Landnutzung. Entsprechend vielfältig sind die Möglichkeiten, durch entsprechende Interventionen zu mehr Treibhausgaseffizienz im Agrarsektor beizutragen.

Entsprechende Projekte können beispielsweise auf den Erhalt natürlicher Kohlenstoffsenken, auf die Einführung verbesserter Bewirtschaftungsmethoden oder auf die Minderung von Stickstoffemissionen – etwa im Bereichen Düngemanagement abzielen. So betreibt First Climate in der Schweiz ein weltweit einzigartiges Programm, um klimafreundlichen Dünger vergünstigt in Verkehr zu bringen und den Marktanteil entsprechender Düngemittel zu steigern. Mehr dazu >>

Ein weiteres First Climate-Programm dient der Produktion und Verbreitung von Pflanzenkohle und ermöglicht dadurch die langfristige Kohlenstoffspeicherung in landwirtschaftlich genutzten Bodenflächen. Das Projekt ist gemäß der Norm ISO 14064-2 zertifiziert und gehört zu den wenigen Emissionsminderungsprojekten in West-Europa, die Emissionsreduktionen für den freiwilligen Markt zur CO2-Kompensation zur Verfügung stellen: Mehr dazu >>

In den genannten Bereichen finden sich – neben den genannten Düngemittel- und Pflanzenkohle-Programmen – unter anderem auch Projekte, die auf verbessertes Ackerlandmanagement, nachhaltige Landumwandlung oder effizienten Pflanzenbau fokussieren.

Auf dem Weg zu Net-Zero


Das Pariser Klimaschutzabkommen und die Bedeutung natürlicher Senkenprojekte

Das Pariser Klimaschutzabkommen von 2015 definiert die Leitlinien für den internationalen Klimaschutz. Eine der entscheidenden Maßgaben, die sich aus dem Abkommen ableiten lassen, ist die Forderung eine klimaneutrale Wirtschaft bis spätestens 2050 Realität werden zu lassen. Das Ziel lautet dementsprechend: „Net-Zero“ oder zu deutsch Netto-Null Emissionen auf Staatsebene bzw. im Unternehmensumfeld. Wie dieses Ziel für Unternehmen zu erreichen ist, dazu haben die Science Based Targets Initiative und CDP in entsprechenden Positionspapieren Stellung bezogen. Unternehmen sollten sich demgemäß zunächst ein wissenschaftsbasiertes Klimaziel setzen und die vermeidbaren Emissionen, die aus ihrem Geschäftsbetrieb entstehen gemäß des definierten Zielpfads reduzieren.

Verbleibende Emissionen werden durch Emissionsminderungsprojekte ausgeglichen. Perspektivisch sollen dabei vor allem CO2-Senkenprojekte zum Einsatz kommen. Allerdings erkennen sowohl CDP als auch die Science Based Targets Initiative an, dass zur Erreichung der Klimaziele zumindest für eine längere Übergangsphase auch Emissionsminderungen aus Erneuerbare Energien- und anderen Projekttypen zulässig sein sollen.

Für die praktische Umsetzung auf Unternehmensebene bietet sich daher in vielen Fällen eine Doppelstrategie an. Für die kurzfristig wirksame Kompensation verbleibender Restemissionen können zertifizierte Emissionsminderungen aus existierenden Projekten über den freiwilligen Markt bezogen werden. Parallel dazu können eigen Senkenprojekte entwickelt werden, die dann mittel- und längerfristig zur Deckung des Bedarfs an Emissionsreduktionen genutzt werden können.

First Climate ermöglicht Ihr Engagement im Bereich naturbasierter Klimaschutzprojekte

First Climate ist Ihr Partner für nachhaltiges CO2-Management mit Hilfe naturbasierter Klimaschutzmaßnahmen. Wir ermöglichen Ihnen den Bezug von Emissionsminderungsnachweisen aus hochwertigen Waldschutz- und Aufforstungsprojekten in der ganzen Welt. Nutzen Sie unsere Erfahrung für die Entwicklung und Umsetzung von eigenen Projekten aus dem Bereich der Natural Climate Solutions. Diese stehen Ihnen dann zur exklusiven Nutzung zur Verfügung. Unterstreichen Sie mit der Entwicklung eigener Projekte die Glaubwürdigkeit Ihres Klimaschutz-Engagements!

Ihr Weg zur Klimaneutralität mit naturbasierten CO2-Senkenprojekten

Emissionsminderungen aus bestehenden Projekten

Für die kurzfristige wirksame Kompensation von Treibhausgasemissionen bietet sich der Erwerb von Emissionsminderungsnachweisen aus bestehenden Klimaschutzprojekten im Rahmen einer Spot-Transaktion an.

First Climate verfügt über ein umfangreiches Portfolio an eigenen Klimaschutzprojekten. Zusätzlich pflegen wir langjährige und enge Beziehungen zu Entwicklern von naturbasierten CO2-Senkenprojekten in der ganzen Welt. Dadurch können wir Ihnen ein umfangreiches Portfolio hochwertiger Emissionsminderungen aus allen relevanten Projektgebieten anbieten. Dazu zählen Nord- und Süd-Amerika, Asien, Afrika, Europa und Ozeanien.

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Entwicklung neuer Klimaschutzprojekte

First Climate verfügt über 15 Jahre Erfahrung in der Entwicklung naturbasierter CO2-Senkenprojekte. Wir ermöglichen zahlreichen internationalen Unternehmen die Umsetzung Ihrer Klimaschutzziele durch die bedarfsgerechte Generierung von Emissionsminderungen aus eigenen Projekten.

Dabei bieten wir alle Leistungen aus einer Hand: von der Strategieentwicklung über die detaillierte Projektplanung bis hin zur Implementierung Ihres eigenen waldbasierten Klimaschutzprojektes.

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Karte der REDD+ Projekte

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Kontakt und Information:

Projektbroschüre

(PDF)

Dr. Jochen Gassner
Tel.: +49 6101 55 658 55
Mail: jochen.gassner@firstclimate.com