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- Taskforce on Scaling Voluntary Carbon Markets - Richtlinien für den freiwilligen Emissionshandel
Initiative veröffentlicht Phase II-Bericht mit Handlungsempfehlungen Seit September 2020 arbeitet die privatwirtschaftliche Initiative Taskforce on Scaling Voluntary Carbon Markets unter der Führung des UN-Sonderbeauftragten für Klimaschutz, Mark Carney, an Konzepten für die Weiterentwicklung des freiwilligen CO2-Marktes. Vor diesem Hintergrund hat die Taskforce jetzt einen Bericht mit ihren Vorschlägen zu den zukünftigen Rahmenbedingungen für den privatwirtschaftlichen Handel von Emissionsminderungsnachweisen veröffentlicht. Unter anderem sieht der Bericht die Einrichtung eines unabhängigen Kontrollgremiums für den Markt vor. Darüber hinaus macht der Bericht auch Vorschläge zu möglichen zukünftigen Qualitätsmaßstäben für unterschiedliche Emissionsminderungsnachweise. Anfang 2021 verkündete die Taskforce on Scaling Voluntary Carbon Markets (TSVCM), dass der Handel mit freiwilligen Emissionsminderungen bis 2030 um das 15-fache wachsen müsse, um die Erderwärmung auf 1,5°C zu begrenzen. Um die zukünftige Entwicklung eines effizienten freiwilligen Kohlenstoffmarktes zu katalysieren und die Versorgung mit hochwertigen, zertifizierten Emissionsminderungen langfristig sicherzustellen, hat die Taskforce unverbindliche Handlungsempfehlungen für den weltweiten Emissionshandel erarbeitet, welche sie jüngst in ihrem Phase II-Abschlussbericht veröffentlichte. CCPs – Neue Qualitätsstandards für den Handel mit freiwilligen Emissionsminderungen Die aus über 250 Mitgliedsunternehmen und -organisationen bestehende Initiative legt bei ihren Empfehlungen den Fokus auf die Entwicklung hoher Qualitätsstandards, sogenannter Core Carbon Principles (CCPs), die Mindestanforderungen für einzelne Emissionsminderungsnachweise definieren sollen. Laut der unverbindlichen Empfehlungen der Taskforce sollten dabei u. a. folgende Kriterien erfüllt werden: Für sämtliche verkauften Emissionsminderungsnachweise sollte ein stabiler rechtlicher Rahmen existieren. Es sollten keine Emissionsminderungen vom Markt ausgeschlossen werden; hochwertige Nachweise sollten jedoch speziell gekennzeichnet werden. Weiterhin sollte stets transparent ausgewiesen werden, ob ein Projekt CO2 reduziert oder neutralisiert. Das Klimaschutzprojekt, aus dem der Nachweis bezogen wird, sollte außerdem einen Zusatznutzen für Mensch und Umwelt bieten und so zur Erreichung der von der UN definierten Sustainable Development Goals (SDGs) beitragen. Grundsätzlich empfiehlt die Taskforce, dass Unternehmen im Rahmen ihrer Dekarbonisierungs-Strategie zusätzlich zur Reduktion vermeidbarer Treibhausgasemissionen auch hochwertige Emissionsminderungsnachweise aus Klimaschutzprojekten beziehen sollten, die unvermeidbare Restemissionen aus der Geschäftstätigkeit neutralisieren und somit der Atmosphäre aktiv CO2 entziehen. Bei den CCP-Kriterien handelt es sich zunächst noch um Vorschläge, sie sind noch nicht final. Starke Governance soll Einhaltung der Qualitätsstandards sicherstellen Laut Bill Winters, Vorsitzender der Taskforce, plant die Initiative außerdem, bereits bis Oktober ein Governance-Gremium zusammenzustellen, das u. a. aus Aufsichtsratsmitgliedern und Marktteilnehmern bestehen soll. Basierend auf den Handlungsempfehlungen der Taskforce soll das Gremium den Rahmen für die CCP-Kriterien und -Richtlinien bis Ende 2021 final definieren und festlegen sowie die freiwilligen Kohlenstoffmärkte weltweit überwachen. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass Klimaschutzprojekte die CCPs einhalten und freiwillige Kohlenstoffmärkte somit ihre Funktion als Instrumente zur Erreichung des Netto-Null-Ziels erfüllen. First Climate begrüßt das Engagement der Taskforce on Scaling Voluntary Carbon Markets: “Es ist gut zu sehen, dass sich mit der Taskforce ein neuer, einflussreicher Akteur für die Weiterentwicklung des freiwilligen CO2-Markts einsetzt, um auf diese Weise den Kampf gegen die globale Erwärmung aktiv mitzugestalten. Damit der Markt seine Beschleuniger-Funktion auf dem Weg zu Net Zero auch zukünftig bestmöglich erfüllen kann, sind diskutierbare Vorschläge wie die der Taskforce wichtig, um das Thema voranzubringen. Nur so kann die wachsende Nachfrage nach Emissionsminderungsnachweisen aus hochwertigen, zertifizierten Klimaschutzprojekten auch in Zukunft zuverlässig und erfolgreich gedeckt werden.“ Olaf Bachert, CEO der First Climate Markets AG Sie möchten mehr zu dem Thema erfahren? Eine Zusammenfassung der wichtigsten Inhalte des Berichts finden Sie hier sowie die Pressemitteilung der TSVCM.
- First Climate kooperiert mit Projektentwickler DelAgua
Zusammenarbeit bei Kochofenprojekt in Ruanda Für die nächsten drei Jahre wird First Climate exklusiver Partner des Projektentwicklers DelAgua sein. Dazu haben die beiden Unternehmen ein Kooperationsabkommen geschlossen. Im Rahmen der Vereinbarung wird First Climate das Unternehmen bei der Vermarktung von Emissionsreduktionen aus dem von DelAgua entwickelten Kochofen-Projekt in Ruanda unterstützen. So erhalten Kunden die Möglichkeit, hochwertige Emissionsminderungszertifikate zu beziehen sowie zu einer nachhaltigen Entwicklung und verbesserten Lebensbedingungen vor Ort beizutragen. Diese Partnerschaft bildet einen weiteren Eckpfeiler der Initiative, mit der First Climate die Beschaffung von CO2-Reduktionszertifikaten aus hochwertigen Projekten langfristig absichert. Das DelAgua Kochofen-Projekt ist weltweit eines der größten Programme seiner Art zur Verbreitung von energieeffizienten Kochherden und ist seit 2012 in Betrieb. Im Rahmen des Projekts arbeiten die Entwickler mit der ruandischen Regierung und dem Gesundheitsministerium zusammen, um Millionen von Menschen in Ruanda zu helfen. Emissionen reduzieren und Lebensbedingungen verbessern Mit der finanziellen Unterstützung aus dem Verkauf von CO2-Kompensationen liefert das Projekt hochwertige, effiziente Kochöfen an ländliche Haushalte. Ohne diese Kochherde ist der Großteil der Bevölkerung zum Wasserkochen und Zubereiten von Speisen auf traditionelle offene Feuerstellen angewiesen. Dies ist nicht nur zeitaufwendig, sondern auch gefährlich für die menschliche Gesundheit, die Umwelt und das Klima. Bis heute wurden 640.000 Kochöfen kostenlos an ländliche Haushalte in Ruanda verteilt, wodurch sich das Leben von 3,2 Millionen Menschen verbessert hat. Hier finden Sie weitere Details zum Projekt. Partnerschaft mit positivem Nutzen für Klima und Menschen in Ruanda: First Climate und DelAgua „Wir sehen unsere Zusammenarbeit als eine starke Partnerschaft, in die wir bei DelAgua unsere langjährige Projekterfahrung einbringen können. Wir freuen uns, dass wir mit First Climate einen Partner mit herausragender Expertise im freiwilligen CO2-Markt gewinnen konnten. Gemeinsam können wir die Weiterentwicklung unseres Projekts optimieren und mit der Unterstützung von engagierten Unternehmen aus aller Welt den Klimaschutz voranbringen sowie Gutes für die Menschen und die Umwelt in Ruanda tun.“ - James Beaumont, CEO DelAgua „Das DelAgua Kochofenprojekt in Ruanda passt perfekt in die Strategie von First Climate, eine stabile und verlässliche Versorgung mit Emissionsminderungen aus qualitativ hochwertigen und wirkungsvollen Projekten zu sichern, um den wachsenden Bedarf langfristig zu decken“, sagt First Climate CEO Olaf Bachert. „Die Kochöfen bringen eine Fülle von direkten und indirekten Vorteilen für das Klima sowie für die am Projekt beteiligten Familien mit sich. Wir freuen uns über die Partnerschaft mit DelAgua und die Möglichkeit, dass unsere Kunden zu diesen positiven Auswirkungen beitragen können, indem sie dieses herausragende Projekt unterstützen.“ - Olaf Bachert, CEO First Climate Markets AG Mehrfacher Projektnutzen Durch die Verwendung der Öfen wird die Luftverschmutzung im Haushalt um 73% reduziert, was das Risiko chronischer Lungenkrankheiten verringert und die Gesundheit der Kinder verbessert. Die effizienten Herde ermöglichen auch den sicheren Zugang zu Wasser, da das Wasser einfach und schnell abgekocht werden kann. Ein weiterer wichtiger Vorteil der Öfen ist der wirtschaftliche Nutzen für die Familien. Dank der höheren Effizienz benötigen die Öfen 50% weniger Holz, was für die Familien bedeutet, dass sie beim Holzkaufen während der gesamten Lebensdauer des Ofens durchschnittlich 570 USD sparen. Dieses Geld kann dann anderweitig investiert werden, z. B. in den Kauf von mehr Lebensmitteln, Bildungsmaterialien oder in die Renovierung von Häusern, wodurch die lokale Wirtschaft angekurbelt wird. Zudem wurden durch das Projekt über 4000 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen beschäftigt. „Wir freuen uns, mit DelAgua und ihrem fantastischen Programm in Ruanda zusammenzuarbeiten. Das Ruanda Kochofen-Projekt ist ein wichtiger Bestandteil unseres Ansatzes, sehr hochwertige Projekte in den am wenigsten entwickelten Ländern auszuwählen und sie durch den Verkauf von Emissionszertifikaten finanziell zu unterstützen. Wir sehen dies als eine Investition in die zukünftige Entwicklung des marktbasierten Klimaschutzes und des freiwilligen Kohlenstoffmarktes vor dem Hintergrund der Regelungen des Pariser Abkommens“, erklärt Olaf Bachert.
- In eigener Sache: Wechsel an der Unternehmensspitze
Olaf Bachert wird neuer CEO der First Climate Markets AG Mit Wirkung zum 1. Juni 2021 wird Olaf Bachert neuer CEO der First Climate Markets AG. Bachert stand bislang an der Spitze des First Climate-Markets-Aufsichtsrates. Er übernimmt die CEO-Position von Dr. Jochen Gassner, der auf eigenen Wunsch aus dem Unternehmen ausscheidet. Im Namen des Aufsichtsrates und auch ganz persönlich danke ich Jochen Gassner für die hervorragende und sehr erfolgreiche Arbeit, die er in den vergangenen 14 Jahren in verschiedenen verantwortlichen Positionen und zuletzt als CEO bei der First Climate Markets AG geleistet hat“, betonte Olaf Bachert anlässlich der Verabschiedung von Jochen Gassner. Bachert würdigte den Beitrag seines Vorgängers in Bezug auf die erfolgreiche Entwicklung und das Wachstum des Unternehmens. „Ich freue mich darauf, zusammen mit dem motivierten und hochkompetenten Team der First Climate Markets AG, diese Entwicklung fortzuführen und die Position unseres Unternehmens als führender Anbieter von Klimaschutzlösungen für Unternehmen weiter auszubauen“, so der neue CEO. „Olaf Bachert ist seit vielen Jahren eng mit dem Unternehmen verbunden und kennt es, wie kaum jemand sonst“, erklärte der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende, Jochen Knoesel. „Wir sind überzeugt, dass er der richtige Kandidat ist, um im aktuell dynamischen Marktumfeld die notwendigen Weichenstellungen vorzunehmen, um die First Climate Markets AG in die Zukunft zu führen und ihren Status als erfolgreiche Entwicklerin von zukunftsweisenden Klimaschutzlösungen für Unternehmen zu festigen.
- Trina Solar-Projekte in Kolumbien nehmen am Bonos Solares-Programm teil
Anlagen Llanos IV und V sollen als CDM-Projekte zertifiziert werden Die chinesische Trina Solar Co Ltd hat ihre Solarprojekte Bosques Solares de los Llanos Phase IV und V unter dem „Program of Photovoltaic Incentives of Colombia“ – dem Bonos Solares-Program von First Climate – registriert. Dies ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass die Projekte als offizielle Klimaschutzprojekte im Rahmen des Clean Development Mechanism (CDM) der UN zertifiziert werden und damit Emissionsminderungsnachweise für den CO2-Markt generieren können. Der Solarpark Bosques des Los Llanos nahe der Stadt Puerto Gaitan ist das zweitgrößte Solarenergieprojekt in Kolumbien. Es wird von der International System Business Unit (ISBU) des Photovoltaik-Spezialisten Trina Solar entwickelt und verwaltet. Die im Rahmen des „Program of Photovoltaic Incentives of Colombia“ registrierten Phasen IV und V verfügen über eine Leistung von 52,42 MWp. Sie sollen Anfang 2022 in Betrieb genommen werden. Durch die Unterzeichnung des Vertrags mit dem Bonos Solares-Programm profitiert Trina nun von einem beschleunigten Zulassungsverfahren und vereinfachten Anforderungen, um die CDM-Zertifizierung zu erreichen. Weiterhin profitieren die Anlagen von einer 15-jährigen Steuerbefreiung, die das kolumbianische Gesetz Erzeugern erneuerbarer Energien gewährt, die zertifizierte Emissionsminderungen generieren und mindestens 50 % der CER-Einnahmen in soziale Aktivitäten in der Umgebung der Anlage investieren. Auf dem schnellsten Weg zur Zertifizierung „Kolumbien verfügt über eines der weltweit anspruchsvollsten Systeme für die Besteuerung von CO2-Emissionen“, erklärt Christian Johansen, Business Development Manager der ISBU – Trina Solar Colombia. „Durch unsere Zusammenarbeit mit dem Bonos Solares-Programm und die Möglichkeit des beschleunigten CDM-Zulassungsverfahrens können wir zeitnah zertifizierte Emissionsminderungen für den CO2-Markt generieren. Damit erschließen wir eine zusätzliche Einnahmequelle für unsere Anlagen Llanos IV und V können so die Wirtschaftlichkeit der Projekte sicherstellen. Mit unserem Engagement werden wir einen wichtigen Beitrag zur Energiewende in Kolumbien leisten und die nachhaltige Entwicklung vor Ort unterstützen.“ Das Bonos Solares-Programm Das Bonos Solares-Programm, unter dem Trina seine PV-Solaranlagen registriert hat, ist ein sogenanntes „Programme of Activities“ (PoA), das von der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) akkreditiert ist. Das Bonos Solares-Programm bietet mehrere Vorteile, darunter ein schnelles und vereinfachtes Registrierungsverfahren ohne die Notwendigkeit einer weiteren Stakeholder-Konsultation oder eines separaten Genehmigungsschreibens des Gastlandes. Darüber hinaus wurde für das Projekte bereits ein allgemeiner Emissionsfaktor für das Energieversorgungssystem in Kolumbien validiert, der für die ersten 7 Jahre des Anlagenbetriebs festgeschrieben ist. Beitrag zu einer nachhaltigen Energiewende in Kolumbien “Wir freuen uns sehr über die Möglichkeit, mit Trina zusammenzuarbeiten, einem der renommiertesten Unternehmen auf dem internationalen Solar- Markt, Kolumbien ist eines der Länder mit den besten Voraussetzungen für die Erzeugung von Solarstrom. Dennoch wird immer noch nur ein Bruchteil des nationalen Energiebedarfs mit dieser Art von erneuerbarer Energie gedeckt. Mit dem Bonos Solares-Programm und zusammen mit unseren Partnern wollen wir dazu beitragen, diese Diskrepanz zu überwinden, indem wir der umweltfreundlichen Solarenergie in Kolumbien zum Durchbruch verhelfen.“ - Paola del Rio Villegas, Bonos Solares Program Zusammen mit den PV-Solarprojekten, die bereits bei Bonos Solares registriert sind, steht das Programm nun für eine Emissionsreduktion von mehr als 350.000 Tonnen pro Jahr. „Wir freuen uns sehr über die Kooperation mit Trina und hoffen, dass mehr Betreiber von Photovoltaikanlagen ihrem Beispiel folgen und gemeinsam mit uns einen wichtigen Beitrag zur Diversifizierung und nachhaltigen Umgestaltung des kolumbianischen Energieerzeugungssystems leisten werden“, sagt Paola del Rio Villegas. Über Trina Solar ISBU In den letzten zwei Jahrzehnten ist Trina Solar zu einem der weltweit führenden Solar-Projektentwickler geworden, der zuverlässige und langfristige Partnerschaften pflegt. Der nachgelagerte Geschäftsbereich Projektentwicklung bietet Gesamtlösungen und Dienstleistungen für Handels- und Industrieprojekte an, einschließlich Projektentwicklung, Design, Finanzierung, EPC-Management, O&M sowie Asset-Verkauf in China, Japan, den USA, Europa, der lateinamerikanischen Region und den asiatisch-pazifischen Ländern. Trina Solar hat weltweit Solarkraftwerke mit einer Gesamtleistung von über 5 GW ans Netz gebracht und verfügt über eine weltweite, umfangreiche Pipeline an geplanten Projekten im Umfang von jeweils mehr als 2,5 GW in Europa, und Lateinamerika sowie mehr als einem 1 GW in Asien. Über Bonos Solares Bonos Solares SAS ist eine Tochtergesellschaft von First Climate und ist die Coordinating and Management Entity (CME) des Bonos Solares-Programms. Die CME ist für die Verwaltung und den Betrieb des PoA zuständig und fungiert als Anlaufstelle für die gesamte Kommunikation mit der Designated National Authority (DNA) und mit dem UNFCCC-Exekutivrat. Sie ist bei der kolumbianischen Handelskammer in Bogotá registriert. www.bonossolares.com WEITERE INFORMATIONEN ÜBER DAS PROGRAMM >>
- EU beschließt Klimagesetz: Netto-Null-Emissionen als verbindliches Ziel bis 2050
In Deutschland muss der Gesetzgeber bei der Klimapolitik nachbessern Erstmals in ihrer Geschichte verfügt die Europäische Union jetzt über ein einheitliches Klimagesetz. Im April einigten sich die maßgeblichen EU-Institutionen darauf, das Netto-Null-Ziel der EU für 2050 in der Gesetzgebung verbindlich zu verankern. Gleichzeitig sieht das Gesetz das Ziel vor, die CO2-Emissionen bis 2030 gegenüber 1990 um 55% zu reduzieren. Nach harten Verhandlungen hatten sich die Europäische Kommission, das Europäische Parlament und der Rat der EU-Staaten darauf geeinigt, die Klimaschutzziele der EU rechtlich festzulegen. Hauptthema der Debatte: das Klimaziel für 2030. Während die Abgeordneten des Europäischen Parlaments ein Emissionsreduktionsziel von 60% unter dem Level von 1990 forderten, befürworteten die Europäische Kommission und der Rat der EU-Staaten das Nettoziel von 55%, das im Dezember 2019 von den EU-Staats- und Regierungschefs im sogenannten „European Green Deal“ festgelegt wurde. Das Ergebnis der Diskussionen: Der Anteil der in das Ziel für 2030 einbezogenen natürlichen Kohlenstoffsenken, soll begrenzt werden – und zwar auf 255 Millionen Tonnen CO2e. Es wird nun erwartet, dass die Europäische Kommission im Juni ihre gesamte klimabezogene Gesetzgebung an das Netto-Ziel von 55% anpasst. Im Gesetz ist außerdem die Einberufung eines Klimarates vorgesehen, der die Einhaltung der Zielvorgaben kontrollieren soll. Darüber hinaus definiert das Gesetz ein Treibhausgas-Budget für die Union, mit dem eine Obergrenze für den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2030 und 2050 festgelegt wird. Zwar hatten Kritiker gefordert, dass noch mehr getan werden müsse. Mit dem Gesetz wurde jedoch ein wichtiger Meilenstein erreicht, da die Klimaziele der EU erstmals verbindlich definiert wurden. Deutschland: Bundesverfassungsgericht erklärt nationales Klimagesetz als teilweise verfassungswidrig Nur wenige Tage nach der Verabschiedung des EU-Klimagesetzes verpflichteten die Richter des Bundesverfassungsgerichts in Deutschland Gesetzgeber dazu, die Treibhausgasminderungsziele für die Zeit nach 2031 besser zu regeln. Die Karlsruher Richter erklärten sowohl die im Klimaschutzgesetz von 2019 geregelten nationalen Klimaschutzziele als auch die bis 2030 zulässigen Jahresemissionsmengen für teilweise unvereinbar mit den im Grundgesetz verankerten Grundrechten. Das Gericht gab an, dass das Gesetz teilweise zu kurz greife: Es mangle an einem konkreten, vorausschauenden Plan mit hinreichenden Vorgaben für die weitere Reduktion von restlichen CO2-Emissionen ab 2030. Zudem drohe das CO2-Gesamtbudget, bis zum Jahr 2030 weitgehend aufgebraucht zu werden, sollte die Klimapolitik weiter so verfahren wie bisher. Für nachfolgende Generationen könnte dies eine härtere Reduktionslast und unverhältnismäßig radikalere Freiheitseinbußen zum Schutz des Klimas bedeuten. Darüber hinaus betonte das Gericht schließlich die verfassungsrechtliche Verbindlichkeit seines Urteils mit der 1,5-Grad-Grenze des Übereinkommens von Paris. Vom Gesetzgeber forderte das Bundesverfassungsgericht, die nationalen Klimaschutzmaßnahmen anzupassen und die Ziele zur CO2-Emissionsminderung für die Zeit nach 2030 bis Ende kommenden Jahres genauer zu bestimmen. Deutschland erhöht Klimaambitionen: Netto-Null-Emissionen bis 2045 Die deutsche Regierung reagierte prompt auf das Gerichtsurteil und hat nun ihre Klimaambitionen erhöht. Im Vergleich zu 1990 sollen die Emissionen bis 2030 um 65% und bis 2040 um 85-90% reduziert werden. Statt einer Klimaneutralität bis 2050 soll das Netto-Null-Ziel nun schon bis 2045 erreicht werden. Sollte es für diese Ziele nächste Woche einen Kabinettbeschluss geben, hätte Deutschland nach Großbritannien im Vergleich zu 1990 das zweitanspruchsvollste Emissionsminderungsziel aller großen Emittenten für 2030. Wie diese Ziele konkret umgesetzt werden sollen, muss jedoch noch definiert werden. Ausführlichere Informationen zum Klimaurteil des Bundesverfassungsgerichts finden Sie unter folgendem Link: https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2021/bvg21-031.html
- First Climate berät Schweizer Regierung beim nationalen Emissionshandelssystem
Berechnung der kostenlosen Zuteilung von Emissionsminderungszertifikaten für Unternehmen Im Rahmen des Schweizer Emissionshandelssystems (EHS) wurde für die aktuelle Handelsperiode (2021-2025) die Anzahl der Emissionsrechte, die den teilnehmenden Unternehmen frei zugeteilt werden, ermittelt. First Climate war an den Berechnungen beteiligt. Wie andere Emissionshandelssysteme ist auch das Schweizer EHS darauf ausgelegt, die Treibhausgasemissionen von Unternehmen in treibhausgasintensiven Branchen durch ein Cap-and-Trade-System zu begrenzen. Jedes Unternehmen erhält dabei eine bestimme Freimenge an Emissionsrechten. Sind die Emissionen eines Unternehmens geringer als die zugeteilte Menge, kann es den Überschuss verkaufen. Sobald die Emissionen jedoch die erlaubte Menge überschreiten, müssen die Unternehmen Emissionsrechte zukaufen. Mit dem Jahr 2021 begann die dritte Handelsperiode des Emissionshandelssystems in der Schweiz, was neue Regelungen und Berechnungen der Emissionsrechte für Anlagen erforderlich machte. Für jede Handelsperiode muss die kostenlose Zuteilung für jedes einzelne Unternehmen und jede Anlage anhand der im Schweizer CO2-Gesetz festgelegten Grundsätze berechnet werden – diese Berechnungen liefern den Schweizer Unternehmen im EHS benötigen die Grundlage, um ihre individuellen Emissionsminderungsstrategien genau planen zu können. EHS-Berechnungen Das Expertenteam von First Climate berechnete die kostenlose Zuteilung und erstellte die Monitoringkonzepte für Unternehmen in der Pharma-, Chemie- und Energiebranche. Das Unternehmen wurde als einer von mehreren spezialisierten Dienstleistern ausgewählt, um im Auftrag des Schweizer Bundesamtes für Umwelt (BAFU) die Berechnungen durchzuführen, auf deren Basis die kostenlose Zuteilung der Emissionsrechte erfolgt. Bei der Berechnung wurde eine ganze Reihe von Faktoren berücksichtigt. Dazu zählten die Energieerzeugung im Unternehmen, der Energieverbrauch, die Produktionsprozesse des jeweiligen Unternehmens sowie der Brennstoffverbrauch und die jeweils damit einhergehenden Emissionen. Insgesamt hat das vierköpfige Expertenteam im Rahmen des BAFU-Mandates mehr als 2.000 Arbeitsstunden investiert, einschließlich mehrerer Besuche vor Ort, Berechnungen und Validierungsrunden mit anderen an den Berechnungsverfahren beteiligten Expertenteams. "Der Prozess an sich erforderte ein hohes Maß an Präzision und Sorgfalt“, erklärte Luzia Bieri, Leiterin der Abteilung Audit und Compliance bei First Climate, die das Berechnungsteam leitete. „Es galt die relevanten Daten zu erheben und zu überprüfen, alle relevanten Berechnungen durchzuführen und sie validieren zu lassen, bevor sie dem BAFU zur finalen Prüfung eingereicht werden konnten. Es war eine herausfordernde und wichtige Arbeit und es ist großartig, Teil dieses wichtigen Prozesses gewesen zu sein.“ Für die aktuelle Handelsperiode sind vorerst alle Arbeiten abgeschlossen, aber die Experten von First Climate werden bis 2024 zur Verfügung stehen, um das BAFU zu unterstützen, falls es Änderungen gibt oder Unternehmen neu am EHS teilnehmen. Urs Brodmann, Geschäftsführer der First Climate Switzerland AG, verwies auf die generelle Bedeutung des verpflichtenden Emissionshandels und zeigte sich erfreut über den erfolgreichen Abschluss des Projektes: "Das EHS reguliert den Ausstoß von Treibhausgasen in den emissionsintensivsten Branchen der Schweiz. Die teilnehmenden Unternehmen gehören damit auch zu den wichtigen Akteuren in der Klimadiskussion, die außerdem das Potenzial haben, substanzielle Veränderungen herbeizuführen. Die Berechnungen im Rahmen des EHS sind für die Unternehmen eine wichtige Grundlage, um ermitteln zu können, wie viel CO2 sie tatsächlich ausstoßen, und um ihre Emissionsminderungsmaßnahmen zu planen und umzusetzen. Als Teil dieses Prozesses sind wir bei First Climate gespannt darauf, wie sich die Unternehmen an der wichtigen Schnittstelle zwischen wirtschaftlicher Aktivität und Klimaschutz jetzt und in Zukunft weiter positionieren werden." Für weitere Informationen über das Schweizer Emissionshandelssystem (EHS): https://www.admin.ch/gov/de/start.html Für weitere Neuigkeiten melden Sie sich für unseren Newsletter an: First Climate | Newsletter
- First Climate erneut als Great Place to Work ausgezeichnet
Das Unternehmen erhält auch 2022 die Zertifizierung als attraktiver Arbeitgeber Zum zweiten Mal in Folge hat das Great Place to Work-Institut First Climate als attraktiven Arbeitgeber ausgezeichnet. Der Zertifizierungsprozess liefert auch Impulse für die weitere Unternehmensentwicklung. First Climate hat es auch im Jahr 2022 als „attraktiver Arbeitgeber“ wieder auf die Great Place to Work-Liste geschafft. Um die Auszeichnung zu erhalten, musste First Climate einen Feedback-Prozess durchlaufen, der eine anonyme Mitarbeiterbefragung sowie eine anschließende quantitative und qualitative Analyse der Unternehmensstruktur und -kultur umfasste. Die Umfrage und Analyseergebnisse liefern für First Climate wichtige Anhaltspunkte, für die weitere Verbesserung von internen Prozessen und ermöglichen es dem Unternehmen so, seine Attraktivität als Arbeitgeber weiter zu steigern. Zukünftigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zeigt die Auszeichnung, dass First Climate seinen Beschäftigten ein positives Arbeitsumfeld bietet, das erfolgreiche Entwicklung fördert. „Gute Arbeitgeber haben eines gemeinsam – sie engagieren sich für eine glaubwürdige, faire Führung und die aktive Förderung der Mitarbeitenden. Respekt, Vertrauen und Teamgeist sind in hohem Maße Teil der Unternehmenskultur“, sagt Sebastian Diefenbach vom Great Place to Work-Institute. Freude über „Great Place to Work“-Gütesiegel „Wir freuen uns sehr über die diesjährige Auszeichnung als „Great Place to Work“. Das Feedback unseres Teams spiegelt den Einsatz seitens First Climate für die Stärkung der Mitarbeiterzufriedenheit wider, was wiederum zur Stärkung unserer Marktposition beiträgt. Die Great Place to Work-Umfrage ist vor diesem Hintergrund ein wichtiges Instrument für uns, das uns dabei hilft, uns kontinuierlich für die Verbesserung und Förderung eines angenehmen und produktiven Arbeitsumfelds einzusetzen“, sagt Olaf Bachert, CEO First Climate Markets AG. Zwei Standorte, Büros weltweit, eine gemeinsame Haltung Wie für viele Unternehmen waren die vergangenen zwei Jahre für First Climate in Bezug auf die Unternehmenskultur sehr herausfordernd. Mit Mitarbeiterteams in Bad Vilbel, Deutschland, und Zürich, Schweiz, sowie in Büros in Europa, Asien und Südamerika hat das gesamte Team auch unter Pandemie-Bedingungen intensiv daran gearbeitet, Kunden dabei zu unterstützen, Klimaschutzmaßnahmen umzusetzen und positiven Klimanutzen zu erzielen. Die coronabedingten Maßnahmen, wie beispielsweise die soziale Distanzierung am Arbeitsplatz, haben der Begeisterung und Motivation des Teams aber offensichtlich keinen Dämpfer versetzt. Die hohe Beteiligung an der Umfrage ist ein Beleg für das große Engagement im Team. First Climate ist eines von wenigen Unternehmen in Deutschland, die diese Auszeichnung 2022 erhalten. Das aktuelle Great Place to Work-Zertifikat ist für ein Jahr gültig. Über Great Place to Work Great Place to Work ist ein international tätiges Forschungs- und Beratungsnetzwerk. In über 100 Ländern weltweit unterstützt es bei der Gestaltung einer attraktiven und zukunftsorientierten Arbeitsplatzkultur. Im Mittelpunkt steht dabei der Aufbau von Vertrauen, Begeisterung und Teamgeist. Neben unternehmensspezifischen Analyse- und Beratungsangeboten zur Weiterentwicklung der Arbeitsplatzqualität und Arbeitgeberattraktivität, ermittelt Great Place to Work im Rahmen überregionaler, regionaler und branchenspezifischer Arbeitgeberwettbewerbe und in Zusammenarbeit mit namhaften Partnern regelmäßig sehr gute Arbeitgeber und stellt diese der Öffentlichkeit vor. Das deutsche Great Place to Work Institut wurde 2002 gegründet und beschäftigt am Standort Köln rund 90 Mitarbeitende. Weitere Informationen: www.greatplacetowork.de Unsere aktuellen Stellenangebote finden Sie hier: First Climate | Karriere Für weitere Neuigkeiten melden Sie sich für unseren Newsletter an: First Climate | Newsletter
- Klimafreundliches Tanken am Firmensitz Bad Vilbel
Sechs E-Ladestationen für First Climate-Beschäftigte eingerichtet Umweltfreundliche Mobilität und hybride Arbeitsmodelle werden bei Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern immer beliebter. Um diesen positiven Trend zu fördern, hat First Climate an seinem deutschen Firmensitz im hessischen Bad Vilbel Ladestationen für Elektroautos eingerichtet, die umweltschonendes, kostenloses und bequemes Tanken ermöglichen. Wussten Sie, dass Ende 2021 über eine halbe Million Elektroautos auf deutschen Straßen und Autobahnen unterwegs waren? Dieser Trend wird voraussichtlich weiter zunehmen, denn immer mehr Autofahrer steigen auf regenerative Kraftstoffe um. Vor diesem Hintergrund hat First Climate in der Tiefgarage des Bürogebäudes am Standort Bad Vilbel Ladestationen für Elektrofahrzeuge eingerichtet, um den unternehmerischen CO2-Fußabdruck zu reduzieren und mehr Klimaschutz am Arbeitsplatz zu erzielen. Die Installation der Ladestationen ist eine weitere Maßnahme, die das Unternehmen ergreift, um die betriebsbedingten CO2-Emissionen kontinuierlich zu verringern. Zum einen ermöglicht es First Climate den Mitarbeitenden auf diese Weise, ihre Elektrofahrzeuge bequem vor Ort aufzuladen, und zum anderen reduziert das Unternehmen aktiv seinen CO2-Fußabdruck. Umweltfreundlichere Mobilität mit Multiplikatoreffekt Die sechs Ladestationen haben viele Vorteile. Zum einen sind sie für die Mitarbeitenden leicht zugänglich, dank spezieller NFC-Chips (Nahfeldkommunikation) in den firmeneigenen Schlüsselanhängern. Ein weiterer Vorteil ist, dass die modernen Stationen über ein „intelligentes“ Ladesystem verfügen, das automatisch reguliert werden kann, ohne das Stromnetz zu überlasten. Die Initiative von First Climate hat auch andere Unternehmen vor Ort ermutigt, Ladestationen für ihre Belegschaft einzuführen, sodass inzwischen neun Stationen in der Tiefgarage des Bürogebäudes in Betrieb sind. Die Ladestationen und Parkplätze, die den Mitarbeitenden während der Arbeitszeit kostenlos zur Verfügung stehen, wurden zum Teil über ein Förderprogramm des Bundeslandes Hessen finanziert. Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten und die Umwelt. Erfahren Sie mehr über weitere Klimaschutzmaßnahmen, die First Climate ergreift, um den unternehmerischen CO2-Fußabdruck zu erfassen und zu reduzieren: https://www.firstclimate.com/news/mobile-app-regt-zu-smartem-klimahandeln-an
- IPCC beleuchtet Folgen des Klimawandels für Menschen und Ökosysteme
Neuer IPCC-Sachstandsbericht der Arbeitsgruppe II veröffentlicht Der Weltklimarat hat den jüngsten Beitrag zum Sechsten Sachbestandsbericht vorgestellt. Seit 2019 hat ein fast 300-köpfiges Expertenteam zehntausende wissenschaftliche Studien mit Fokus auf die Folgen der Erderwärmung für natürliche Ökosysteme und den Menschen ausgewertet. Fazit: Für das Ziel einer klimaresilienten Entwicklung müssen Minderungs- und Anpassungsmaßnahmen Hand in Hand gehen. Der neue Bericht „Folgen, Anpassung und Verwundbarkeit“ hebt hervor, wie der Erhalt von globalen Ökosystemen dazu beitragen kann, die Auswirkungen des Klimawandels auf menschliche und natürliche Systeme zu verringern. Thematisiert werden unter anderem auch die verheerenden Folgen des Temperaturanstiegs für Städte und Infrastrukturen. Alarmierende Folgen für Klima, Umwelt, Mensch und Tier Der Bericht belegt, dass Wetter- und Klimaextreme wie Hitze, Dürre, Überflutungen, Wassermangel, das Gletschersterben und der Anstieg des Meeresspiegels sowie das weltweite Artensterben drastisch zugenommen und stellenweise bereits zu irreversiblen Schäden geführt haben. Nach Angaben des IPCC lebten weltweit bereits 3,3 bis 3,6 Milliarden Menschen – fast die Hälfte der Menschheit – in stark betroffenen Regionen, was sie für weitere Folgen der Klimakrise besonders verwundbar mache. Zudem warnt der IPCC vor noch verheerenderen Konsequenzen für Menschen und Ökosysteme, sollte die Erwärmung bis 2040 die 1,5 °C-Grenze überschreiten. Solch klimawandelbedingten Risiken könne nur mit entsprechend zeitnahen Minderungs- und Anpassungsmaßnahmen begegnet werden. Mehr tun in puncto Klimaanpassung Insgesamt, so der Bericht, müssten die Industrienationen deutlich mehr in Minderungs- und Anpassungsmaßnahmen investieren und diese gleichermaßen angehen. Die Anpassungsentwicklung gehe nicht überall gleich schnell voran, denn die Umsetzbarkeit der Maßnahmen sei u. a. von umweltökologischen und wirtschaftlichen Faktoren abhängig: In vielen Ländern, etwa im globalen Süden, seien die Anpassungsfähigkeiten aufgrund mangelnder Finanzmittel beschränkt, weshalb sie auf die Unterstützung der Industrienationen, etwa durch die Mobilisierung finanzieller Mittel, angewiesen seien. CO2-Minderungs- und Anpassungsmaßnahmen müssten unbedingt gleichzeitig erfolgen, um vulnerable Länder beim Ausbau ihrer klimaresilienten Entwicklung zu unterstützen. Klimaresiliente Entwicklung fördern – natürliche Ökosysteme stärken Laut IPCC sind Schutz und Erhalt natürlicher Ökosysteme besonders wichtig, da sie vielen bedrohten Arten als Lebensraum dienen, Menschen mit wichtigen Ressourcen versorgen und Barrieren gegenüber Umwelteinflüssen wie beispielsweise Sturmfluten bilden können. „Durch die Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme und die wirksame Erhaltung von 30 bis 50 Prozent der Land-, Süßwasser- und Meereslebensräume der Erde kann die Gesellschaft von der Fähigkeit der Natur, Kohlenstoff zu binden und zu speichern, profitieren. Wir können die Fortschritte auf dem Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung beschleunigen, aber eine angemessene Finanzierung und politische Unterstützung sind unerlässlich.“ - Hans-Otto Pörtner, Ko-Vorsitzender der IPCC Arbeitsgruppe II Innovative Maßnahmen könnten langfristig zu mehr Anpassungsfähigkeit führen, sollten sie im Laufe des nächsten Jahrzehnts umgesetzt werden. So könne etwa die zunehmende Hitzebelastung in Städten durch klimaangepasste Städteplanung gemildert werden, indem Grünflächen geschaffen und Bäume gepflanzt würden, die Schatten spenden und die Luftqualität verbessern. First Climate-Minderungsprojekte unterstützen die Anpassung an Klimafolgen Zahlreiche First Climate-Klimaschutzprojekte wirken nicht nur im Bereich CO2-Minderung, sondern tragen auch zu einer erhöhten Anpassungsfähigkeit verschiedener Systeme an die Folgen des Klimawandels bei. Beispiel: das Pflanzenkohle-Programm. Pflanzenkohle bindet CO2 langfristig und verfügt dadurch über eine hohe Senkenleistung. Gleichzeitig spielt sie in der Landwirtschaft, aber auch in der Städteplanung eine wichtige Rolle bei der Anpassung an die Erderwärmung. Wegen ihrer schattenspendenden und kühlenden Wirkung wurden im Rahmen des von der Stadt Zürich lancierten „Schwammstadtprojekts“ an der Giessereistrasse in Zürich Bäume in einem von INEGA – Projektpartner von First Climate – entwickelten Baumgrubensubstrat auf Pflanzenkohlebasis gepflanzt. Bei Starkregen kann dieses sehr viel Wasser aufnehmen, welches in Trockenphasen wieder an die Bäume abgegeben wird. „Dank der verbesserten Wasser- und Nährstoffverfügbarkeit wird die Widerstandsfähigkeit der Bäume erhöht. So leistet Pflanzenkohle einen Beitrag zum klimaangepassten Städtebau“, erläutert Claudio Kummli, Projektleiter bei First Climate. Auch auf internationaler Ebene ist First Climate mit Minderungsprojekten aktiv, die einen Anpassungseffekt aufweisen, insbesondere im Bereich der naturbasierten CO2-Senkenprojekte. In Indonesien unterstützt First Climate beispielsweise den Küstenschutz mithilfe von Mangrovenpflanzungen. In Argentinien und Kolumbien fördert das Unternehmen nachhaltige Aufforstungen, die resiliente, einheimische Arten gezielt einsetzen. So ermöglicht es First Climate Unternehmen, gleichermaßen in Minderungs- und Anpassungsmaßnahmen zu investieren und zur klimaresilienten Entwicklung beizutragen. Mehr Informationen zum Bericht sowie Downloadmöglichkeiten finden Sie hier. Bildnachweis 1: ©IPCC Bildnachweis 2: ©INEGA AG
- „Jetzt oder nie“ – Neuer UN-Klimabericht mahnt zur Eile
IPCC-Arbeitsgruppe III hat ihren Bericht zur Eindämmung des Klimawandels veröffentlicht Der jüngste IPCC-Bericht „Minderung des Klimawandels“ liefert zahlreiche Belege dafür, dass eine Halbierung der weltweiten Emissionen bis 2030 unerlässlich ist, um die globale Erwärmung auf 1,5°C zu begrenzen. Laut dem Bericht erfordert dies eine globale Erweiterung der Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels in allen Wirtschaftssektoren, u. a. durch innovative Politik, neue Technologie und höhere Investitionen. Nachdem in den vergangenen beiden Berichten die Klimakrise als „unumkehrbar“ eingeschätzt wurde, legt der neuste IPCC-Bericht den Schwerpunkt auf Maßnahmen, die jeder Sektor, z. B. Industrie, Energie, Landnutzung, Gebäude und Verkehr, zur Verringerung der Treibhausgasemissionen und zur Eindämmung des Klimawandels ergreifen kann. Zum jetzigen Zeitpunkt sei ein weltweiter Temperaturanstieg von 1,5°C unvermeidlich. Aber selbst die Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5°C erfordere sofortige und umfassende Klimaschutzmaßnahmen. Der Bericht führt Szenarien auf, die besagen, dass die Treibhausgasemissionen spätestens 2025 ihren Höhepunkt erreichen und bis 2030 um 43 % reduziert werden müssten. Damit dieses Szenario eintritt, müsse auch der Methanausstoß um ein Drittel reduziert werden. Dem Bericht zufolge sind jedoch die weltweiten Treibhausgasemissionen seit 2010 in allen wichtigen Sektoren gestiegen. Ist es möglich, die weltweiten Emissionen bis 2030 zu halbieren? Eine Halbierung der weltweiten Emissionen klingt ambitioniert – und das ist es auch. Der IPCC-Bericht weist aber auch darauf hin, dass die Welt diese Krise nicht blindlings in Angriff nimmt, da das erforderliche Wissen und die Technologie bereits zur Verfügung stünden. Jetzt komme es darauf an, dass alle Sektoren damit beginnen, die nötigen Schritte einzuleiten und im globalen Maßstab anzuwenden. Darüber hinaus müssten auch die die Investitionen in Minderungsmaßnahmen erhöht werden. Beispiel erneuerbare Energien: Laut dem Bericht seien in den letzten zehn Jahren die Preise für Fotovoltaikanlagen um 85 % und für Windenergie um 55 % gesunken, was erneuerbare Technologien zu einer attraktiven und erschwinglichen Option für den Ersatz fossiler Brennstoffe macht. Die nachstehende Abbildung des IPCC zeigt, dass regenerative Energiequellen, die in großem Maßstab eingesetzt werden, das Potenzial haben, die Nettoemissionen bis 2030 erheblich zu verringern. Neben dem Energiesektor werden im IPCC-Bericht verschiedene Optionen für CO2-Minderungsmaßnahmen in einzelnen Sektoren aufgezeigt. Eine klimafreundliche Umgestaltung von Gebäuden, städtischen Räumen und Verkehrsmitteln könnte Emissionen verringern und die Lebensqualität vieler Menschen verbessern. Der Bericht weist auch darauf hin, dass Instrumente wie Aufforstung, Kohlenstoffbindung im Boden oder eine verbesserte nachhaltige Waldbewirtschaftung das Potenzial haben, die Emissionen in der Land- und Forstwirtschaft sowie in anderen Bereichen der Landnutzung [in der Abbildung mit AFOLU abgekürzt] erheblich zu senken. Des Weiteren sieht der Bericht auch in der Anwendung von Pflanzenkohle eine potenzielle Minderungsoption für diesen Sektor, obwohl sie nicht in den Simulationen der IPCC-Szenarien enthalten ist. Wenn sich der Industriesektor auf die Elektrifizierung und die Entwicklung energie- und materialeffizienter Prozesse konzentriert, könnte auch dieser Sektor seine Emissionen, die derzeit etwa ein Viertel der weltweiten Emissionen ausmachen, reduzieren, heißt es in dem Bericht. Der IPCC stellt klar, dass die Kohlenstoffbindung und -speicherung auch für diesen Sektor relevant sein könnte. Emissionsminderungen über alle Sektoren hinweg Obwohl jeder der im Bericht genannten Sektoren ein beträchtliches Emissionsminderungspotenzial hat, warnt der Bericht, dass die Nutzung dieser Potenziale alleine nicht ausreichen würde, um das Ziel einer begrenzten globalen Erwärmung von 1,5°C zu erreichen. „Wenn wir die globale Erwärmung auf 1,5°C begrenzen wollen, heißt es jetzt oder nie. Ohne sofortige und tiefgreifende Emissionsreduktionen in allen Sektoren wird das aber unmöglich sein“, sagt der Ko-Vorsitzende der IPCC-Arbeitsgruppe III, Jim Skea. Im Bericht heißt es, dass sich die globalen Temperaturen stabilisieren würden, sobald die Kohlendioxidemissionen das Net-Zero-Ziel erreichen. Bei einem 1,5°C-Szenario würde dies jedoch bedeuten, dass dieses Ziel bereits 2050 erreicht werden muss. Was wir tun können Der IPCC-Bericht bewertet zum ersten Mal auch das menschliche Verhalten und stellt fest, dass Endverbraucher ihren Konsum energieintensiver Güter reduzieren sollten, um die Auswirkungen auf das Klima zu verringern. Wer zum Beispiel weniger Fleisch isst, könne die Methanemissionen reduzieren. Technische Hilfsmittel wie die Footprint App, die derzeit bei First Climate im Einsatz ist, können dabei helfen, den eigenen CO2-Fußabdruck zu messen und zu einem klimafreundlicheren Verhalten im Alltag beitragen. Was Unternehmen tun können Die Dekarbonisierung der Wirtschaft ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass die erforderlichen Emissionsminderungen schnell umgesetzt werden können. Für Unternehmen, die vor diesem Hintergrund ihre Klimastrategie überprüfen oder anpassen möchten, steht das First Climate-Team als Ansprechpartner zur Verfügung. Unsere Expertinnen und Experten beraten gerne bei der Entwicklung sowie Umsetzung kurz- und langfristiger Strategien zur Emissionsminderung. Kontaktieren Sie uns: info@firstclimate.com. Mehr zum Thema auch in unserem Beitrag zum vorangegangenen IPCC-Bericht „Folgen, Anpassung und Verwundbarkeit“? Lesen Sie hier. Abbildung Quelle: IPCC











