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Taskforce on Scaling Voluntary Carbon Markets - Richtlinien für den freiwilligen Emissionshandel

15. Juli 2021

Seit September 2020 arbeitet die privatwirtschaftliche Initiative Taskforce on Scaling Voluntary Carbon Markets unter der Führung des UN-Sonderbeauftragten für Klimaschutz, Mark Carney, an Konzepten für die Weiterentwicklung des freiwilligen CO2-Marktes.

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Initiative veröffentlicht Phase II-Bericht mit Handlungsempfehlungen

Vor diesem Hintergrund hat die Taskforce jetzt einen Bericht mit ihren Vorschlägen zu den zukünftigen Rahmenbedingungen für den privatwirtschaftlichen Handel von Emissionsminderungsnachweisen veröffentlicht. Unter anderem sieht der Bericht die Einrichtung eines unabhängigen Kontrollgremiums für den Markt vor. Darüber hinaus macht der Bericht auch Vorschläge zu möglichen zukünftigen Qualitätsmaßstäben für unterschiedliche Emissionsminderungsnachweise.



Anfang 2021 verkündete die Taskforce on Scaling Voluntary Carbon Markets (TSVCM), dass der Handel mit freiwilligen Emissionsminderungen bis 2030 um das 15-fache wachsen müsse, um die Erderwärmung auf 1,5°C zu begrenzen. Um die zukünftige Entwicklung eines effizienten freiwilligen Kohlenstoffmarktes zu katalysieren und die Versorgung mit hochwertigen, zertifizierten Emissionsminderungen langfristig sicherzustellen, hat die Taskforce unverbindliche Handlungsempfehlungen für den weltweiten Emissionshandel erarbeitet, welche sie jüngst in ihrem Phase II-Abschlussbericht veröffentlichte.



CCPs – Neue Qualitätsstandards für den Handel mit freiwilligen Emissionsminderungen

Die aus über 250 Mitgliedsunternehmen und -organisationen bestehende Initiative legt bei ihren Empfehlungen den Fokus auf die Entwicklung hoher Qualitätsstandards, sogenannter Core Carbon Principles (CCPs), die Mindestanforderungen für einzelne Emissionsminderungsnachweise definieren sollen. Laut der unverbindlichen Empfehlungen der Taskforce sollten dabei u. a. folgende Kriterien erfüllt werden:


Für sämtliche verkauften Emissionsminderungsnachweise sollte ein stabiler rechtlicher Rahmen existieren. Es sollten keine Emissionsminderungen vom Markt ausgeschlossen werden; hochwertige Nachweise sollten jedoch speziell gekennzeichnet werden. Weiterhin sollte stets transparent ausgewiesen werden, ob ein Projekt CO2 reduziert oder neutralisiert. Das Klimaschutzprojekt, aus dem der Nachweis bezogen wird, sollte außerdem einen Zusatznutzen für Mensch und Umwelt bieten und so zur Erreichung der von der UN definierten Sustainable Development Goals (SDGs) beitragen. Grundsätzlich empfiehlt die Taskforce, dass Unternehmen im Rahmen ihrer Dekarbonisierungs-Strategie zusätzlich zur Reduktion vermeidbarer Treibhausgasemissionen auch hochwertige Emissionsminderungsnachweise aus Klimaschutzprojekten beziehen sollten, die unvermeidbare Restemissionen aus der Geschäftstätigkeit neutralisieren und somit der Atmosphäre aktiv CO2 entziehen. Bei den CCP-Kriterien handelt es sich zunächst noch um Vorschläge, sie sind noch nicht final.


Starke Governance soll Einhaltung der Qualitätsstandards sicherstellen

Laut Bill Winters, Vorsitzender der Taskforce, plant die Initiative außerdem, bereits bis Oktober ein Governance-Gremium zusammenzustellen, das u. a. aus Aufsichtsratsmitgliedern und Marktteilnehmern bestehen soll. Basierend auf den Handlungsempfehlungen der Taskforce soll das Gremium den Rahmen für die CCP-Kriterien und -Richtlinien bis Ende 2021 final definieren und festlegen sowie die freiwilligen Kohlenstoffmärkte weltweit überwachen. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass Klimaschutzprojekte die CCPs einhalten und freiwillige Kohlenstoffmärkte somit ihre Funktion als Instrumente zur Erreichung des Netto-Null-Ziels erfüllen.



First Climate begrüßt das Engagement der Taskforce on Scaling Voluntary Carbon Markets:

“Es ist gut zu sehen, dass sich mit der Taskforce ein neuer, einflussreicher Akteur für die Weiterentwicklung des freiwilligen CO2-Markts einsetzt, um auf diese Weise den Kampf gegen die globale Erwärmung aktiv mitzugestalten. Damit der Markt seine Beschleuniger-Funktion auf dem Weg zu Net Zero auch zukünftig bestmöglich erfüllen kann, sind diskutierbare Vorschläge wie die der Taskforce wichtig, um das Thema voranzubringen. Nur so kann die wachsende Nachfrage nach Emissionsminderungsnachweisen aus hochwertigen, zertifizierten Klimaschutzprojekten auch in Zukunft zuverlässig und erfolgreich gedeckt werden.“



Olaf Bachert, CEO der First Climate Markets AG




Sie möchten mehr zu dem Thema erfahren? Eine Zusammenfassung der wichtigsten Inhalte des Berichts finden Sie hier sowie die Pressemitteilung der TSVCM.