Sauberes Wasser für 600.000 Menschen: Verifizierungsbesuch beim Maji-Bora-Projekt in Kenia

First Climate und unabhängige Auditoren besuchen Projekt im Rahmen des Verifizierungsprozesses / Erste Ausschüttung von Gold Standard CO2-Zertifikaten steht kurz bevor

Key Insights:
Verifizierungsbesuch führt First Climate-Projektmanager zu Projektstandorten im ländlichen Kenia
Gold Standard-zertifiziertes Trinkwasserprogramm Maji Bora hat bereits 607 Brunnen und Bohrlöcher saniert
Mehr als 600.000 Menschen profitieren von einem verbesserten Zugang zu sauberem Trinkwasser
Pablo Carballo Chanfón, Projektmanager bei First Climate, begleitete kürzlich das Griot-Team sowie unabhängige Auditoren bei einem siebentägigen Verifizierungsbesuch an mehreren Projektstandorten im Norden Kenias. Der Besuch erfolgt im Rahmen der ersten Gold Standard-Verifizierung des Maji Bora Wasserprogramms.
Das von dem britischen Unternehmen Griot Ltd. entwickelte Programm repariert Bohrlöcher in den Counties Turkana und Kilifi, um die Wasserversorgung ländlicher Gemeinden langfristig zu verbessern. Bis heute konnten bereits mehr als 600 Bohrlöcher wieder instandgesetzt werden. Mehr als 600.000 Menschen profitieren von einem besseren Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Neben der Verbesserung des Wasserzugangs leistet das Projekt auch einen Beitrag zum Klimaschutz: Durch die Nutzung sauberer Wasserquellen sind weniger Menschen darauf angewiesen, verunreinigtes Wasser abzukochen, was meist durch die Verbrennung von nicht regenerativen Brennstoffen geschieht.
Die aus dem Projekt erzeugten Emissionsminderungen werden derzeit im Rahmen der Gold Standard-Verifizierung überprüft.
Seit 2023 unterstützt First Climate die Projektpartner mit technischer Beratung beim Entwicklungs- und Zertifizierungsprozess des Programms auf dem Weg zur ersten Ausschüttung von CO₂-Zertifikaten.
Wasserzugang verbessert den Alltag
Die Projektregionen Kilifi und Turkana sind durch hohe Temperaturen und ein trockenes Klima geprägt. Wasserknappheit gehört hier für viele Menschen zum Alltag. Da die Viehhaltung für die meisten Haushalte die wichtigste Lebensgrundlage darstellt, ist eine zuverlässige Wasserversorgung sowohl für die Bevölkerung als auch für die Tiere von zentraler Bedeutung.
Vor Beginn der Maßnahmen waren viele Gemeinden auf unsichere Wasserquellen wie handgegrabene Brunnen oder saisonale Wasserläufe angewiesen, oder mussten weite Strecken zurücklegen, um alternative Wasserquellen zu erreichen. In manchen Fällen nahm die Wasserbeschaffung einen ganzen Tag in Anspruch.
Durch die im Rahmen des Maji-Bora-Programms instandgesetzten Bohrlöcher haben viele Familien heute Zugang zu deutlich saubereren und sichereren Wasserquellen in der Nähe ihres Wohnortes. Das spart Zeit und reduziert den Aufwand für die Wasserbeschaffung erheblich. Die gewonnene Zeit kann stattdessen für Bildung, Erwerbstätigkeit oder andere wichtige Alltagsaufgaben genutzt werden.
Verifizierung der Projektwirkungen vor Ort
Im Verlauf der einwöchigen Verifizierungsreise legte das Team mehr als 1.000 Kilometer zurück, um abgelegene Gemeinden zu besuchen und die positiven Auswirkungen des Projekts zu überprüfen.
„Da es sich um den ersten Verifizierungsbesuch seit Projektbeginn im Dezember 2023 handelt, wurden für das Monitoring Projektdaten aus den Jahren 2024 und 2025 überprüft. Die berücksichtigten Teilprojekte (VPA) des Programms verteilen sich über Tausende von Kilometern in zwei Counties. Im Rahmen der unabhängigen Verifizierung befragten die externen Auditoren (Validation and Verification Body) bei unserem gemeinsamen Besuch mehrere zufällig ausgewählte Haushalte und überprüften stichprobenartig Brunnen in beiden Regionen. Wir freuen uns, dass dabei bestätigt werden konnte, dass die erhobenen Projektdaten belastbar sind und der Realität vor Ort entsprechen. Für uns war es besonders eindrucksvoll zu sehen, welch positiven Unterschied das Projekt für den Lebensalltag der Menschen vor Ort macht“, berichtet Pablo Carballo Chanfón, Senior Carbon Project Manager bei First Climate.
Lebendige Eindrücke aus dem Projektgebiet
Bildunterschriften zur Galerie: 1. Anwohner versammeln sich an einer Wasserstelle, die das Maji Bora-Team im Rahmen des Projektbesuchs gemeinsam mit den Auditoren besichtigt; 2. Zwischen den stichprobenartig ausgewählten Projektstandorten liegen große Entfernungen; 3. Eine Pause unterwegs: Insgesamt legte das Team auf seiner Reise mehrere tausend Kilometer zurück; 4. Kamele liefern wichtige Grundnahrungsmittel wie Milch und Fleisch. Da sie mit der Trockenheit gut zurechtkommen, sind sie für die Lebensgrundlage der Viehhalter von großer Bedeutung; 5. Eine Brunnenpumpe im Praxistest; 6. Der Auditor der unabhängigen Prüfstelle befragt Anwohner im Rahmen des Projektbesuchs; 7. Ein Einblick in den Alltag eines Dorfes der Turkana.; 8. Pablo im Gespräch mit einem Dorfältesten, der vom Projekt profitiert. Als Sitzgelegenheit dient ein traditioneller einbeiniger Holzhocker, ein sogenannter „Ekicholong“, der auch als Kopfstütze genutzt wird; 9. Ein genauer Blick auf einen der Brunnen; 10. Abendstimmung in Kenia bei Sonnenuntergang. Die Tagestemperaturen erreichen hier je nach Region üblicherweise Höchstwerte zwischen 34 und 43 °C.
Ein Blick nach vorne
Nach Abschluss des Vor-Ort-Besuchs arbeiten First Climate und die Projektpartner nun an den weiteren Schritten des Verifizierungsprozesses. Dabei steht weiterhin das Ziel im Mittelpunkt, messbaren ökologischen und sozialen Impact durch einen verbesserten Zugang zu sauberem Trinkwasser zu erzielen.
Bei erfolgreicher Verifizierung und abschließender Prüfung durch den Gold Standard soll das Programm rund 255.000 CO₂-Zertifikate ausschütten. Der künftige Verkauf der Zertifikate auf dem freiwilligen Kohlenstoffmarkt kann dazu beitragen, die langfristige Umsetzung von Klimaschutzprojekten wie Maji Bora in der Region zu sichern.
First Climate wird weiterhin über die weiteren Fortschritte des Maji Bora-Safe Water-Programms berichten. Für weitere Informationen zum Projekt, kontaktieren Sie uns unter impact@firstclimate.com.



