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EUA-Bericht mahnt zur engeren Zusammenarbeit bei Bekämpfung des Klimawandels

Laut Bericht steigen die Klimarisiken schneller als die Gegenmaßnahmen der EU wirken können


Ein kürzlich veröffentlichter Klimabericht der Europäischen Umweltagentur (EUA) warnt davor, dass die Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen der EU-Mitgliedstaaten nicht ausreichen, um den Folgen des Klimawandels wirksam gegenüber zu treten. Dem Bericht zufolge ist Europa mit Abstand der von der Erderwärmung am stärksten betroffene Kontinent. Die Erderwärmung habe dabei bereits kritische Werte erreicht, die eine erhebliche Bedrohung für Wirtschaft, Ökosysteme, Ernährungssicherheit, Gesundheit und Infrastruktur darstellen.



Diese Woche hat die Europäische Umweltagentur mit Sitz in Kopenhagen ihren ersten Bericht zur Klimarisikobewertung (European Climate Risk Assessment, kurz EUCRA), zum Klimawandel in Europa veröffentlicht. Die globale Erwärmung – hauptverantwortlich für extreme Wetterereignisse wie Hitzewellen, langanhaltende Dürren, Waldbrände, exorbitante Regenfälle und steigende Meeresspiegel – erreichte in diesem Jahr laut Bericht neue Rekorde: 2023 sei das bisher wärmste Jahr seit mehr als 100.000 Jahren. Speziell für Europa beschreibt der Bericht 36 primäre Klimarisiken innerhalb von fünf Kategorien: Energie- und Ernährungssicherheit, Ökosysteme, Lebensmittel, Gesundheit und Infrastruktur. Der Bereich „Ökosysteme“ sei dabei besonders von den Folgen des Klimawandels betroffen, so die Studienergebnisse. Einen besonderen Risikoschwerpunkt sieht das Autoren-Team in der Region Südeuropa, die aufgrund von Stressfaktoren wie Sommertourismus, landwirtschaftlicher Produktion und häufigen Bränden als besonderes Hotspot-Gebiet gilt.

 

Obwohl der Bericht anerkennt, dass die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten erhebliche Fortschritte bei der Vorbereitung auf die Klimarisiken gemacht haben, kritisiert er den anhaltenden Mangel an tragfähigen Strategien und ihrer Umsetzung. Viele der in dem Bericht genannten Risiken seien als Gesamtverantwortung der EU, ihrer Mitgliedstaaten oder anderen Regierungsebenen zu betrachten und müssten angesichts akuter Bedrohungen und zum Schutz künftiger Generationen gemeinsam bewältigt werden. Um die Klimarisiken in Europa wirksam zu mindern und möglich Klimafolgen  abzumildern sowie die Klimaanpassung zu fördern, unterstreicht der Bericht die Notwendigkeit einer engeren Zusammenarbeit innerhalb der EU – lokal und regional – bei dringenden und koordinierten Maßnahmen. Da die derzeitigen Bemühungen nicht ausreichen, ist laut EUA eine „engere Zusammenarbeit“ von zentraler Bedeutung, um die mit dem Klimawandel verbundenen Schäden rückgängig zu machen.

 

Aufruf zum „Systemansatz“


Die Autorinnen und Autoren des Berichts fordern die EU-Mitgliedstaaten auf, das in den vergangenen Jahrzehnten gewonnene Wissen zu nutzen, um gemeinsam Lösungen zu finden und umzusetzen, mit denen die Auswirkungen der vom Menschen verursachten Klimarisiken eingedämmt werden können. Dabei wird ein Systemansatz empfohlen, um stärkere politische Maßnahmen zu ergreifen, die Risikoanalyse zu verbessern sowie Gesetzgebung, Überwachung, Finanzierung und technische Unterstützung zu verstärken. So sollen neue und schnellere Wege der „Kooperation über die verschiedenen Regierungsebenen hinweg“ gefunden werden“. Leena Ylä-Mononen, Executive Director der EUA, warnt weiter: „Unsere neue Analyse zeigt, dass Europa mit dringenden Klimarisiken konfrontiert ist, die sich schneller entwickeln als unsere gesellschaftliche Vorsorge. Um die Widerstandsfähigkeit unserer Gesellschaften sicherzustellen, müssen die europäischen und nationalen politischen Verantwortlichen jetzt handeln, damit die Klimarisiken sowohl durch rasche Emissionssenkungen als auch durch entschlossene Anpassungsstrategien und -maßnahmen verringert werden.“


Zum vollständigen 425-seitigen Bericht (derzeit ausschließlich in englischer Sprache verfügbar) gelangen Sie hier.

 

Über den EUCRA-Bericht

Der EUCRA-Bericht der EUA baut auf dem vorhandenen Wissen über Klimaauswirkungen und -risiken für Europa auf und nimmt Ergänzungen vor. Als Basis dienen die neuesten Berichte des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC), des Copernicus-Dienstes zur Überwachung des Klimawandels (Copernicus Climate Change Service, C3S) und der Gemeinsamen Forschungsstelle (Joint Research Centre, JRC) der Europäischen Kommission sowie die Ergebnisse EU-finanzierter Forschungs- und Entwicklungsprojekte und nationaler Klimarisikobewertungen. Dieser Bericht ist der erste seiner Art. Das darin enthaltene Wissen wird zusammengefasst, um eine strategische Politikgestaltung zu unterstützen.

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