First Climate analysiert beim REC Market Meeting aktuelle I-RECs-Trends

„Wie die Märkte das Wachstum der Erneuerbaren vorantreiben“ – unter diesem Motto stand die diesjährige neunte Auflage des REC Market Meetings in Amsterdam. Jahr für Jahr treffen sich dort internationale Experten und Marktteilnehmer, um die Nachfrageentwicklung zu beleuchten und über die Rahmenbedingungen für den Handel mit grüner Energie zu diskutieren.

First Climate gehört zu den Unterstützern der Veranstaltung und beteiligte sich mit einem eigenen Beitrag am Vortragsprogramm. Unter dem Titel „Market developments, volumes and prices“ analysierte Sarah Drevermann, Manager Renewable Energy bei First Climate, den Zustand der internationalen REC-Märkte sowie das aktuelle Verbraucher- und Käuferverhalten. Im Interview spricht sie über die aktuellen Trends und Entwicklungen im I-RECs-Bereich.

Im Interview:
Sarah Drevermann

Wie hat sich der I-RECs-Markt 2018 entwickelt?

Sarah: Nach den zum Teil sprunghaften Anstiegen bei den Handelsvolumina und den Stilllegungen von I-RECs-Zertifikaten die sich in den Vorjahren teil verfielfacht haben, hat sich die Marktentwicklung 2018 im direkten Vergleich etwas abgekühlt. Insgesamt ist die Entwicklung aber weiterhin deutlich positiv, mit Wachstumsraten im hohen zweistelligen Prozentbereich. Für 2018 wurden international I-RECs-Zertifikate im Umfang von 5,3 Terawattstunden stillgelegt. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Wachstum von gut 45%.

Wo liegen die Ursachen für die zunehmende Nachfrage?

Sarah: Dass sich die Nachfrage nach grüner Energie auf Unternehmensseite zuletzt so stark entwickelt hat, hängt mit dem Erfolg und dem wachsenden Einfluss von Initiativen wie RE100 oder Science Based Targets zusammen. So haben sich viele RE100-Mitgliedsunternehmen dem anspruchsvollen Zwischenziel verschrieben, bis 2020 30% ihres Gesamtstromverbrauchs mit erneuerbaren Energien zu decken. Mit dem Näherrücken dieses Datums zieht die Nachfrage nach Grünstrom von Unternehmensseite deshalb spürbar an.

Hinzu kommt: Die Beschlüsse des Pariser Klimaschutzabkommens zeigen auch im Grünstrombereich immer mehr und immer direktere Wirkung. Mehrere Länder – darunter zum Beispiel Mexiko – haben gesetzliche Regelungen für die verpflichtende Abnahme regenerativ erzeugter Energie erlassen oder denken darüber nach, das zu tun.

Wohin wird die Reise auf den REC-Märkten 2019 gehen?

Sarah: Wir erwarten insgesamt einen weiteren Anstieg der Nachfrage. Die Science Based Targets Initiative hat aufbauend auf den Keyfindings des IPCC Special Report in diesem Jahr ein umfangreiches Update ihrer Empfehlungen durchgeführt, mit dem Unternehmen ermuntert werden sollen, ihre Klimaziele zu überprüfen und gegebenenfalls noch ambitionierter zu gestalten. In vielen Ländern der Welt ist in den kommenden Monaten durch die veränderten politischen Rahmenbedingungen außerdem mit einer steigenden Nachfrage durch Energieversorgungsunternehmen und Weiterverteiler zu rechnen. Die Zahl der Länder, die am I-RECs-System teilnehmen wird – wie schon in den vergangenen Jahren – weiter wachsen. Verbraucher können so in immer mehr Märkten verbrauchsortnah beschaffen, so wie das durch die Scope 2 Guidance des GHG Protocols gefordert wird.

Unabhängig davon werden wir 2019 eine weitere Ausdifferenzierung des Marktes erleben: Faktoren wie Herkunft der I-RECs und die Auszeichnung mit speziellen Qualitätslabeln spielen für die Käufer eine immer wichtigere Rolle. Das Beschaffungsverfahren wird damit komplexer.

Sarah Drevermann
Manager Renewable Energy

Sarah Drevermann arbeitet seit 2017 bei First Climate. Als Managerin Erneuerbare Energie unterstützt sie Unternehmen aus unterschiedlichsten Bereichen bei der Entwicklung nachhaltiger Energieversorgungskonzepte und der Grünstrombeschaffung.