Projekt-Portrait


Laut Messungen der Weltbank aus dem Jahre 2016 haben nur 0,5 % der 12,6 Millionen Einwohner Ruandas Zugang zu sauberen Brennstoffen und Kochtechnologien. Die Menschen sind stattdessen auf feste Brennstoffe und insbesondere Holz angewiesen und kochen auf traditionellen offenen Feuerstellen. Die Kohlenstoffemissionen, die durch ineffiziente Feuer erzeugt werden, haben katastrophale Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen vor Ort. Die Zerstörung der Wälder wirkt sich zudem negativ auf die Artenvielfalt und die Umwelt aus. Darüber hinaus tragen Frauen und Mädchen die Hauptlast des Kochens und hüten das Feuer, sodass sie besonders unter den Folgen des schädlichen Rauchs leiden. Sie sind auch für das Sammeln von Feuerholz zuständig. Durch die extensive Holzernte in den Wäldern Ruandas kann es täglich bis zu vier Stunden dauern, um genügend Brennstoff zu sammeln. Dies bedeutet auch, dass Mädchen die Schule und andere produktivere Aktivitäten vernachlässigen müssen, was die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern verstärkt. Der Bedarf an einer sauberen Kochtechnologie ist folglich dringend. Unser Partner DelAgua hat sich zum Ziel gesetzt, diese Probleme mit dem Ruanda Kochofen-Projekt direkt anzugehen.

Das Ruanda Kochofen-Projekt ist derzeit das weltweit größte Projekt zur Verteilung von Kochöfen. Die Kochöfen reduzieren nicht nur die Luftverschmutzung und die Kochzeit, sondern verbrauchen auch nur halb so viel Holz wie traditionelle Kochmethoden. Im Rahmen des Projekts wird mit dem ruandischen Umweltministerium und dem Gesundheitsministerium zusammengearbeitet, um Sozialarbeiter in die Verteilung, Schulung der Haushalte und Kundendienstprogramme einzubeziehen.

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Projekt-Factsheet (PDF)

Del Agua: Effiziente Kochherde in Ruanda

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Key Facts

Standort:
Ruanda
Projekttyp:
 Energieeffizienz
Projektstandard:
CDM
Projektbeginn:
August 2012

Emissionsminderung:
1.280.000t CO2 p.a.

Nachhaltige Entwicklung – die Sustainable Development Goals


Neben der Reduktion von CO2-Emissionen erzeugen alle unsere Klimaschutzprojekte vielfältigen Zusatznutzen für Mensch und Umwelt. Damit ermöglichen unsere Projekte Ihr Engagement im Sinne der Sustainable Development Goals (SDG) der UN.

Durch die Unterstützung dieses Projektes tragen Sie zum Erreichen folgender SDGs bei:

No Poverty: Die Öfen verbrauchen 50 % weniger Brennstoff, was Zeit spart. Diese finanziellen und zeitlichen Einsparungen verbessern den allgemeinen Zugang zu nachhaltigen Lebensgrundlagen und unternehmerischen Möglichkeiten.

Zero Hunger: Das Kochen mit den neuen Herden ermöglicht die Zubereitung größerer Portionen und damit eine bessere Ernährung. Die zusätzliche freie Zeit kann für die Kultivierung des Landes und die Verbesserung der Ernteerträge genutzt werden.

Good Health and Well-Being: Die geringere Rauchentwicklung reduziert Lungenkrankheiten. Dank des abgekochten Wassers werden durch Wasser übertragene Krankheiten verringert und das Verbrennungsrisiko wird dank der fehlenden offenen Feuerstellen minimiert.

Quality Education: Da die Kinder weniger Zeit mit dem Sammeln von Holz verbringen, können sie öfter die Schule besuchen und erhalten so einen besseren Zugang zu Bildung. Die eingesparten Brennstoffkosten können in Schulbücher investiert werden.

Gender Equality: Frauen verbringen die meiste Zeit damit, Holz zu sammeln, das Feuer zu hüten und zu kochen. Dank der neuen Öfen haben Frauen und Mädchen mehr Zeit für Arbeit, Bildung und soziale Kontakte. Sie profitieren von der verbesserten Luftqualität.

Decent Work and Economic Growth: Tausende Ruander profitieren von der Arbeit und den Qualifizierungs-Trainings, die ihren Lebensunterhalt sichern und wirtschaftliche Chancen schaffen. Durch die Brennstoffeinsparungen wird die lokale Wirtschaft aufgebaut.

Climate Action: Aufgrund der höheren Effizienz reduzieren die Kochöfen die CO2-Emissionen und es werden 50% weniger Holz verbraucht. Nur noch Zweige und Zunder werden benötigt.

Life on Land: Der geringere Holzverbrauch reduziert auch die Abholzung, sodass wichtige Lebensräume für Wildtiere erhalten bleiben. Ländliche Gemeinden können sich selbst versorgen, ohne zur Gewinnung von Brennholz in die Forstwirtschaft eingreifen zu müssen.