Trotz internationaler Klimaschutzzusagen sind die Treibhausgasemissionen im vergangenen Jahr weltweit weiter angestiegen und haben dabei neue Rekordhöhen erreicht. Das ist eine der zentralen Erkenntnisse des „State of the Climate 2017“-Berichts, der jetzt von der US-Klimabehörde National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) veröffentlicht wurde. Der Bericht, an dem mehr als 500 Forscher aus 65 Ländern mitgearbeitet haben, dokumentiert Wetterphänomene und Entwicklungen des globalen Klimas. Das Jahr 2017 rangierte gehörte damit insgesamt zu den drei wärmsten Jahren seit Beginn der modernen Wetter-Aufzeichnung im Jahr 1880. Weltweit war es gekennzeichnet von steigenden Temperaturen, Korallensterben in den Weltmeeren, schmelzende Gletscher, sich zurückziehendem Meereis und einem steigenden Meeresspiegel.

Der Bericht dokumentiert damit die Folgen der weltweiten Klimaerwärmung. So meldeten im Berichtszeitraum mehrere Länder, darunter Argentinien, Uruguay, Portugal, Spanien und Bulgarien Rekorde bei den jährlichen Durchschnittstemperaturen. In Mexiko war dies sogar bereits zum vierten Mal in Folge der Fall.

Steigende Meeresspiegel und abschmelzendes Eis

Ungewöhnlich hohe Temperaturen wurden auch in der Arktis und im Nordwesten Kanadas beobachtet. Steigende Temperaturen haben zu dort zu einem dramatischen Rückgang der arktischen Meereismasse geführt. Satellitenmessungen im März 2017 zeigten, dass die maximale Ausdehnung der Eisfläche um acht Prozent unter dem Durchschnitt der Jahre 1981-2010 lag. Dies ist die niedrigste maximale Ausdehnung der vergangenen 38 Jahre. Auch die Gletscher haben, wie der Bericht dokumentiert, weltweit weiter an Masse abgenommen. Dieser Trend hat sich über die vergangenen Jahre betrachtet mit hoher regionaler Konsistenz fortgesetzt – besonders ausgeprägt in den Alpen, wo die neun beobachteten Referenzgletscher im Jahr 2017 durchschnittlich fast 1,7 Meter an Mächtigkeit ihrer Eismasse eingebüßt haben.

Steigende Luft und Wassertemperaturen

Die steigenden Temperaturen und die sich aufheizenden Meere waren unter anderem auch verantwortlich für ein Korallensterben bislang ungekannten Ausmaßes. Korallen können erhöhte Wassertemperaturen nur für kurze Zeit tolerieren. Längere Hochtemperaturphasen hingegen führen dazu, dass sie absterben. Die beobachtete Phase dieser sogenannten Korallenbleiche begann bereits 2014 und setzte sich bis ins Beobachtungsjahr 2017 fort. Die Wissenschaftler betrachten es als das längste und zerstörerischste Ereignis dieser seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Autoren der Studie betonen in ihrem Bericht den ökologischen Wert der Korallenriffe und ihre Bedeutung für die Fischbestände, die vielen Menschen weltweit als Nahrungsgrundlage dienten.

Extremer Niederschlag

Weiterhin verzeichnete der „State of the Climate“-Report für 2017 weltweit zahlreiche extreme Niederschlags-Ereignisse, so zum Beispiel ungewöhnliche Starkregenfälle in Russland, Indien, Nigeria, Venezuela, Jamaika und Martinique. In der Karibik verursachten tropische Wirbelstürme und die Hurrikane Irma, Jose und Maria übermäßige Niederschläge. Maria verursachte den größten Schaden nach Katrina und Harvey in den Vereinigten Staaten. Von massiven Schäden betroffen waren insbesondere auch Puerto Rico und die amerikanischen Jungferninseln.

Zusammenfassend, so wird berichtet, war 2017 das bislang wärmste Jahr, das nicht von El Niño – der periodisch auftretenden Erwärmung der Ozeane – beeinflusst wurde.

 

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