Im Vorfeld der COP24 im polnischen Kattowitz hat die EU-Kommission jetzt ein Strategiepapier vorgelegt, indem sie ihre Langfrist-Vision für ein klimaneutrales Europa bis zum Jahr 2050 umreißt. Der Plan soll einen Beitrag dazu leisten, das Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens zu realisieren, die Erderwärmung auf unter 2°C zu begrenzen. Durch intelligente Investitionen soll gleichzeitig die Wirtschaft angekurbelt und damit klimaneutrales Wachstum in Europa ermöglicht werden.

Vom Plan zum konkreten Ziel

Mit dem Strategiepapier will die Kommission dazu beitragen, die öffentliche Diskussion sowie die Debatte in den politischen Institutionen anzuregen. Bis 2020 soll eine abgestimmte Strategie verabschiedet und gemäß den Bestimmungen des Pariser Abkommens an die UNFCCC übermittelt werden. Die Kommission fordert die Mitgliedstaaten und Regierungsbehörden deshalb dazu auf, den von ihr vorgelegten Klimaschutzplan auf der Tagung des Europäischen Rates am 9. Mai 2019 in Sibiu (Rumänien) zu beraten.

 

Rahmenbedingungen für klimaneutrales Wachstum in Europa

Das Strategiepapier legt keine Ziele fest und schlägt auch keine konkreten Initiativen vor. Es beschreibt vielmehr die Rahmenbedingungen, die erfüllt sein müssen, um sicherzustellen, dass ein klimaneutrales Wachstum in Europa nachhaltig und sozial gerecht erfolgt. Aus Sicht der Kommission gibt es sieben Bereiche, die für die zukünftigen Klimaschutzbemühungen in Europa zentral sind. Dazu gehören: Energieeffizienz, Nutzung erneuerbarer Energien, saubere, sichere und vernetzte Mobilität, wettbewerbsfähige Industrie und Kreislaufwirtschaft, Infrastruktur und Netzverbindungen, Biowirtschaft und natürliche CO2-Senken sowie CO2-Abscheidung und -Speicherung für die verbleibenden Emissionen.

Bei der Vorstellung der Klimaneutralstrategie 2050 erklärte Maroš Šefčovič, Vizepräsident der Europäischen Kommission: „Die bisher bereits verabschiedeten politischen Maßnahmen sind bis nach 2030 tragfähig. Allerdings werden sie bis 2050 nur zu einer Emissionseinsparung von etwa 60% führen. Das ist nicht ausreichend, um die im Pariser Klimaschutzabkommen definierten Ziele erreichen zu können.“

 

Die von der Kommission vorgeschlagene Strategie soll dazu beitragen, die Lücke zu schließen – beispielsweise durch den Umbau und die nachhaltige Ausgestaltung der Energieversorgungssysteme. Dieser Bereich ist bislang für mehr als 75% der CO2-Emissionen der EU verantwortlich. Wie Šefčovič, ausführte, rechnet die Kommission mit einem Investitionsbedarf zwischen 175 und 290 Milliarden Euro pro Jahr, die notwendig sind, um Klimaneutralität in Europa erreichen zu können. Teilweise könnten die Maßnahmen des Transitionsprozesses jedoch durch Einsparungen gegenfinanziert werden – etwa durch die Verringerung der Einfuhr fossiler Brennstoffe. Vorteile könnten darüber hinaus durch Einsparungsmöglichkeiten im Bereich der Gesundheitsvorsorge und durch neue Beschäftigungsmöglichkeiten entstehen.

Weitere Informationen zur langfristigen Strategie der Kommission 2050 finden Sie unter: https://ec.europa.eu/clima/policies/strategies/2050_en