Nach zwei intensiven Verhandlungswochen inklusive mehrfacher Verlängerung ist die UN Klimakonferenz im polnischen Kattowitz am Samstag mit einer Einigung zu Ende gegangen. Die Delegierten verabschiedeten ein allgemeines Regelwerk für die Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens. Formal hat die Konferenz damit ihr wichtigstes Ziel erreicht. Doch noch sind viele Fragen ungelöst. Sie wurden auf der COP24 vertagt und sollen auf den Folgekonferenzen erörtert werden.

Das jetzt vorliegende Regelwerk gibt den Rahmen für die Umsetzung des Pariser Abkommens ab dem Jahr 2020 vor und konkretisiert, wie die gesteckten Klimaziele konkret verfolgt werden sollen. Unter anderem definiert es, wie die Staaten künftig die Fortschritte bei der Erreichung ihrer Klimaziele messen können und wie sie anderen Staaten darüber berichten sollen. Weiterhin enthält es enthält es Vorgaben zu Finanzierungsfragen in Bezug auf den Klimafonds mit dem Entwicklungsländer im Kampf gegen den Klimawandel unterstützt werden sollen, sowie zahlreiche weitere Regelungen. Damit ist das Regelwerk eine wichtige Voraussetzung dafür, dass das Pariser Abkommen wie geplant ab 2020 in Kraft treten kann.

Ursprüngliche sollte das Vertragswerk auch Regelungen dazu enthalten, wie die Staaten zukünftig Emissionseinsparungen untereinander handeln und verrechnen können. Bei der Diskussion des Artikels 6, der die entsprechenden Regelungen enthalten sollte, war es allerdings bis zum späten Samstagabend nicht gelungen, Einigkeit zwischen den Verhandlungspartnern herzustellen. Die Einigung scheiterte insbesondere am Widerstand Brasiliens, und am Streit darum, wie Doppelzählungen von erzielten Emissionseinsparungen ausgeschlossen werden können. Der strittige Punkt wurde von der Konferenz deshalb auf den kommenden Klimagipfel in Chile vertagt. In der Zwischenzeit können die Mitgliedsstaaten zwar nationale Marktmechanismen erarbeiten und auch internationale Pilotprojekte starten, die Entwicklung des Gesamtmarktes bleibt bis zur Verabschiedung einer verbindlichen Regelung jedoch mit Unsicherheiten behaftet.

“Gemessen an den Erwartungen kann man sagen, dass COP24 ein Erfolg war. Die Annahme des allgemeinen Regelwerks ist ein wichtiger Schritt. Es ist jedoch auch klar, dass selbst wenn alle Parteien des Pariser Abkommens ihre national festgelegten Beiträge leisten, dies nicht ausreichen wird, um den Klimawandel wirksam zu bekämpfen. Vor diesem Hintergrund ist es schade, dass sich die Konferenz nicht auf Regeln für die Nutzung des Marktes einigen konnte. Es wäre wichtig gewesen, so schnell wie möglich Klarheit über das System zu haben, das dazu beitragen könnte, Klimaschutzambitionen zu steigern und die Ziele des Pariser Abkommens zu erreichen.”

– Jochen Gassner, CEO First Climate Markets AG –

Veranstaltungstipp:

Digesting the COP Katowice outcome
9. Januar 2019, von 17:00 bis 19:00 Uhr (MEZ)

In diesem Workshop der Zurich Carbon Market Association werden die Konferenzergebnisse analysiert und mögliche Entwicklungsperspektiven vorgestellt. Für First Climate liefert Harald Diaz-Bone als Fachexperte Impulse für die Diskussion.

Weitere Informationen finden Sie hier >>

(Beschränkte Teilnehmerzahl)