Forscher kehren mit umfangreichen Klimadaten von der
größten Arktisforschungsexpedition aller Zeiten zurück

Nach über einem Jahr in der Arktis kehrte das Forschungsschiff Polarstern jetzt in seinen Heimathafen Bremerhaven zurück. Festgefroren an einer Eisscholle, folgten das Schiff und seine Besatzung aus internationalen Wissenschaftlern der Eisdrift im Arktischen Ozean und sammelten dabei umfangreiche Klimadaten, deren Auswertung und Analyse Klimaforschende über viele Jahre beschäftigen wird.

Im September 2019 verließ die Polarstern den norwegischen Hafen Tromsø, um nördlich von Sibirien ihre Drift durch das arktische Eis zu beginnen – nur getrieben von den Kräften der Natur. Die Forscher der MOSAiC-Mission (Multidisciplinary Drifting Observatory for the Study of Arctic Climate) konnten dabei einzigartige Einblicke in die am stärksten vom Klimawandel betroffenen Region der Erde gewinnen. Ziel der Mission war es, wichtige Daten zur Wechselwirkung im Klimasystem zwischen Atmosphäre, Eis,Ozean und dem Leben auf der Erde zu sammeln.

Hunderte von Wissenschaftlern aus verschiedenen Teilen der Welt arbeiteten im Rahmen des Projektes zusammen und trotzten dabei widrigsten äußeren Bedingungen wie extremer Kälte, Stürmen und den unvorhersehbaren Einflüssen durch die Corona-Pandemie, die die Unterstützung und Versorgung der Mission erschwerten. Expeditionsleiter Markus Rex zeigte sich angesichts aller Herausforderungen sehr glücklich über den guten Verlauf und den Erfolg der Expedition:

„Wir liefern mit ihr die so dringend benötigen Klimadaten und Beobachtungen, die die Menschheit für drängende tiefgreifende politische Entscheidungen zum Klimaschutz benötigt.“

Markus Rex, Expeditionsleiter

Fotos – Copyright: Alfred-Wegener-Institut / Thomas Ronge CC-BY 4.0
https://www.awi.de/

Die Daten, die die Polarstern aus der Arktis zurückbringt, werden die Arbeit von Wissenschaftlern auf der ganzen Welt in den kommenden Jahren maßgeblich beeinflussen. Viele Auswirkungen des Klimawandels konnten die Teilnehmer der Forschungsexpedition angesichts der ernüchternden Realität in der Arktis aber auch ganz direkt beobachten.

„Wir haben gesehen, wie das Eis der Arktis stirbt. […] Das Eis ist nur noch halb so dick wie vor 40 Jahren und unsere Temperaturen lagen im Winter fast durchgehend zehn Grad höher, als sie Fridtjof Nansen in seiner bahnbrechenden Arktisexpedition vor gut 125 Jahren erlebt hat.“

Markus Rex, Expeditionsleiter

Während der Heimreise der Polarstern im September dieses Jahres erreichte die arktische Meereisbedeckung ihren zweitniedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen. Es bleibt zu hoffen, dass die auf dieser Expedition gesammelten Daten dabei helfen werden, die Ursachen des schnell voranschreitenden Klimawandels zu verstehen und den Prozess abzubremsen.