Aktueller CDP-Report liefert neue Erkenntnisse

Auf Unternehmen könnten innerhalb der nächsten fünf Jahre Kosten bis zu 120 Milliarden US-Dollar zukommen, sollte es die Wirtschaft versäumen, sich konsequent mit Umweltrisiken innerhalb ihrer Lieferketten auseinanderzusetzen. Die Minimierung von Scope 3-Emissionen und die Einbeziehung der Lieferketten in ihre Klimastrategien sind für Unternehmen elementar, um zukünftig wettbewerbs- und widerstandsfähig zu bleiben – das ist die Schlüsselaussage des jüngsten Berichts von CDP: Transparency to Transformation: A Chain Reaction.

Der Bericht untersucht Umweltrisiken innerhalb von Lieferketten und die Ansätze, die Unternehmen verfolgen sollten, um solche Risiken zu mindern. Umweltrisiken lassen sich in drei Kategorien gruppieren: Klimawandel, Entwaldung und wasserbezogene Risiken. Beispiele sind steigende Kosten für Rohstoffe, Veränderungen des regulatorischen Umfelds und der Marktsituation sowie Naturkatastrophen. Der Bericht basiert auf Daten von über 8.000 Zuliefer-Unternehmen, die 2020 an CDP berichtet haben. Diese Unternehmen reagierten damit auf die Forderung nach mehr Transparenz durch die derzeit 154 Mitglieder des CDP Supply Chain Programms, die aktuell 4,3 Billionen US-Dollar jährlicher Beschaffungsausgaben repräsentieren.

Die Lieferketten-Emissionen in Zahlen

Eine Haupterkenntnis des Berichts ist der Unterschied zwischen dem CO2-Fußabdruck eines Unternehmens und dem seiner Lieferkette. Im Bericht aus dem Jahr 2019 ging man davon aus, dass die Emissionen von Lieferketten 5,5-mal höher seien als betriebliche Emissionen. Der aktuelle Bericht zeigt jedoch, dass die Lieferketten-Emissionen im Durchschnitt sogar 11,4-mal höher sind. In manchen Branchen, wie etwa Einzelhandel und Textil, sind die Emissionen sogar 25-28-mal höher als die betrieblichen Emissionen.

In absoluten Zahlen bedeutet das: 2020 reduzierten die Unternehmen, die an CDP berichteten, ihre Emissionen um 619 Millionen Tonnen, was den jährlichen Emissionen von 159 Kohlekraftwerken entspricht. Doch während CDP-Mitglieder ihre eigenen Emissionen reduzierten, beschäftigten sich nur 37% mit ihren Lieferketten, um ihre Emissionen zu verringern und gerade einmal 7% der berichtenden Unternehmen schafften es in das sogenannte Supplier Engagement-Leaderboard.

Während die Statistiken hinsichtlich der tatsächlichen Bedeutung von Lieferketten-Emissionen Anlass zur Besorgnis geben, so zeigen sie doch auch, dass sich immer mehr Unternehmen mit der Messung ihrer Lieferketten-Emissionen beschäftigen.

„Führende Unternehmen, die diese Risiken ansprechen, werden von niedrigeren Kosten und einem besseren Ruf profitieren. Dies verschafft ihnen heute einen größeren Wettbewerbsvorteil und hilft ihnen, widerstandsfähiger für die Wirtschaft von morgen zu werden.“

Sonya Bhonsle, Global Head of Value Chains bei CDP

Wie kann die Lieferkette einbezogen werden?

Während politische Absichtserklärungen und Klimazusagen einen wichtigen ersten Schritt im Prozess der Dekarbonisierung darstellen, müssen auch Unternehmen und ihre Lieferketten diesen Statements konkrete Handlungen folgen lassen. Wie also sollten Unternehmen ihre Lieferanten einbeziehen? CDP schlägt vier Schritte vor:

1. Fragen stellen
Erkundigen Sie sich bei Ihrem Lieferanten nach der Bewertung und Offenlegung seiner Umweltdaten. Man kann nicht verwalten, was man nicht gemessen hat.

2. Mit anderen zusammenarbeiten
Lieferunternehmen handeln schneller, wenn mehrere Kunden das Gleiche fordern. Arbeiten Sie mit Kollegen, Investoren und Stakeholdern zusammen, um das Lieferantenverhalten beeinflussen zu können.

3. Öffentliche Zielvorgaben für die Lieferkette setzen
Machen Sie öffentliche Vorgaben, um Käufern und Lieferanten klare Klima-, Entwaldungs-, und Wasserziele zu geben.

4. Eine Kettenreaktion
Fordern Sie Lieferanten auf, sich mit ihren eigenen Lieferanten zu beschäftigen, sodass die Dekarbonisierung entlang der gesamten Wertschöpfungskette erfolgt.

Der CDP-Bericht zeigt: Angesichts der Tatsache, dass der CO2-Fußabdruck einer Lieferkette mehr als zehnmal so groß ist wie der von betrieblichen Emissionen, wird es immer wichtiger, einen aktiven Ansatz zu verfolgen, um diese Emissionen zu reduzieren und die Ursachen zu beseitigen. Dies wird auch einen entscheidenden Einfluss auf den Klimawandel und das Erreichen der Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens haben.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter:
https://www.cdp.net/en/research/global-reports/transparency-to-transformation

Vincent Erasmy

„Bei First Climate beschäftigen wir uns seit Langem mit der Analyse von Treibhausgasemissionen entlang der Wertschöpfungskette. Wir können Sie bei der Messung, Reduzierung und Kompensation dieser Emissionen unterstützen. Als CDP Silver Renewable Energy Partner und Science Based Targets Partner können wir Ihnen zeigen, wie Sie sich ambitionierte Klimaziele setzen, diese erreichen und dadurch auch Ihr CDP Scoring verbessern. Kontaktieren Sie uns, um zu erfahren, wie wir Sie beim Management Ihrer Scope 3-Emissionen unterstützen können.“

Vincent Erasmy, Key Account Manager Green Energy & Climate Neutral bei First Climate Markets AG

First Climate ist ein offizieller CDP-Service-Anbieter:
Wir sind Silver Renewable Energy Partner sowie Science Based Targets Partner des CDP (2021).

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