„Unternehmen kaufen zunehmend EUAs zurück und wahren so die Chance, auch aus künftigen Swaps Vorteile zu ziehen“, sagte Sandra Altmeyer, Client Relationship Manager bei der First Climate AG, bei der Fachmesse E-World in Essen. Wer CERs zur Compliance einsetze, verliert nach ihrer Ansicht eine Möglichkeit, zusätzliche Gewinne abzuschöpfen. CERs sind im europäischen Emissionshandelssystem bis 2020 einsetzbar.
Zwar hat der zusammenlaufende Spread zwischen EUAs und CERs das Interesse der CO2-Marktteilnehmer an entsprechenden Tauschgeschäften zuletzt deutlich gedämpft. Der Spread liegt derzeit bei rund 1,30 EUR. Sandra Altmeyer geht jedoch davon aus, dass sich die Preisdifferenz zwischen den beiden Zertifikategruppen wieder ausweiten wird. Dann lohne sich der Swap EUA/CER wieder.
Mit der langfristigen Preiserholung bei den Minderungszertifikaten bis 2020 sei unter anderem auch deshalb zu rechnen, weil europäische Compliance- und Regierungskäufer künftig nicht die einzigen Interessenten für CERs sein werden. Als mögliche Käufer könnten im Falle eines internationalen Klimaabkommens auch Australien, die USA und Japan auftreten. Ohne verbindliches globales Abkom-
men werde zumindest die Nachfrage aus den USA höchstwahrscheinlich ausbleiben, weil die US-Unternehmen dann auf inländische Zertifikate zurückgreifen werden. In den USA dürften auch stark REDD-Zertifikate zur Anwendung kommen, hieß es.
„In einem Szenario ohne verbindliches globales Klimaabkommen könnte das Angebot an CERs die Nachfrage unserer Einschätzung nach befriedigen“, sagte Altmeyer. Allerdings dürfte im Falle des Ausbleibens eines entsprechenden Abkommens auch die Anzahl neuer CDM-Projekte zurückgehen.
Für den Fall einer Einigung rechnet First Climate hingegen mit einem jährlichen Zuwachs beim CER-Angebot von rund 5%.
Source: Dow Jones TradeNews Emissions, 19 February 2010, No. 4

