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First Climate in Fuchsbriefe: Unternehmen entdeckten neue Finanzquelle

Von der Wirtschafts- und Finanzkrise gebeutelte Industrieunternehmen haben eine neue Finanzierungsquelle entdeckt: Klamme Konzerne verkaufen ihre Kohlendioxid-Emissionsrechte.
Tokio / London / Frankfurt / Berlin, February 12, 2009

Damit überbrücken sie Liquiditätsengpässe. Folge: An den europäischen Börsen, an denen CO2-Zertifikate gehandelt werden, befinden sich die Preise im Sturzflug. An der European Climate Exchange etwa ist der im Dezember 2009 fällige Terminkontrakt seit Juli 2008 von 30,53 auf 8,49 Euro eingebrochen. Das ist ein Rückgang um 75%.

Vor allem Mittelständler quer durch alle Branchen versilbern hastig ihre Zertifikate, die ihnen vom Staat zugeteilt worden waren. Das beobachtet zumindest First Climate, eine auf den CO2-Markt spezialisierte  Beratungs- und Managementgesellschaft. Auch Banken, die in den Handel mit Emissionsrechten eingestiegen waren, trennten sich von großen Beständen.

Angesichts der globalen Rezession erwarten viele Unternehmen einen Produktionsrückgang. Damit verbunden ist ein geringerer CO2-Ausstoß. Zudem teilen die Länder die Zertifikate jährlich im voraus zu, bevor die Betriebe für jede ausgestoßene Tonne CO2 eine Emissionsberechtigung vorlegen müssen.

Die Verkäufe sind ein riskantes Spiel! Denn spätestens 2012, am Ende der gesetzlichen Handelsperiode, wird vollständig abgerechnet. Wer dann Zertifikate nachkaufen muss, zahlt möglicherweise einen weit höheren Preis. Investmentbanken hatten vor der Wirtschaftskrise einen Durchschnittskurs von rund 35 Euro prognostiziert. Doch im Moment geht Liquidität über alles.

Fazit: Von dem Preisrutsch für Emissionsrechte profitieren vor allem Stromkonzerne. Kapitalanleger, die über Fonds in den CO2-Markt investierten, schmerzen dagegen Verluste und die leeren Versprechungen der Finanzindustrie. Die hatte nämlich CO2-Investments als unabhängig von den klassischen Kapitalmärkten angepriesen.


Source: Fuchsbriefe, February 12, 2009, p. 2

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