Das Kioto-Protokoll läuft aus, und was danach kommt, ist noch völlig ungewiss. Um Klimainvestoren im Vorfeld zu beruhigen, garantieren Förderbanken schon jetzt den Aufkauf der Verschmutzungsrechte und wickeln die erste große Transaktion ab.
Investoren in Klimaschutzprojekte können sich für Zeit nach dem Kioto-Protokoll rüsten. Der Post-Kioto-Fonds mehrerer europäischer Förderbanken kündigte am Donnerstag den ersten Kauf von Zertifikaten an. Konkret geht es um eine Menge von 1,15 Millionen Rechten, die von einer chinesischen Windfarm und einer mexikanischen Mülldeponie generiert wurden.
Hinter dem 125 Mio. Euro schweren Fonds stehen die Europäische Investitionsbank (EIB), die staatliche Förderbank KfW, das spanische Instituto de Crédito Oficial, die Nordic Investment Bank und die französische Caisse des Dépots. Fondsmanager ist Conning, eine Tochter der Schweizer Rückversicherung Swiss Re. Als Investmentberater engagiert ist First Climate, ein Unternehmen, das aus der Fusion der schweizerischen Factor und der deutschen 3C-Gruppe hervorgegangen ist.
Sicherheit trotz großer politischer Unsicherheit.
Der Post-Kioto-Fonds gibt den Entwicklern von Klimaschutzprojekten und Investoren Planungssicherheit. Das Kioto-Klimaschutzprotokoll gilt nur bis 2012. Da sich die Regierungen noch nicht geeinigt haben, wie es danach weitergeht, könnten viele mögliche Klimaschutzprojekte verzögert oder gar nicht angegangen werden. Denn Projektentwickler fürchten, dass sie nach 2012 keine Verschmutzungszertifikate aus den Projekten mehr verkaufen können, wenn kein Kioto-Folgeabkommen realisiert wird. Die politische Entscheidung wird frühestens Ende 2009 auf dem Klimagipfel in Kopenhagen getroffen. Die EU-Kommission stellte bereits Vorschläge vor, die mit erheblichen Änderungen einhergehen.
Die Förderbanken wollen mit ihrem Post-Kioto-Fonds das Vertrauen der Marktteilnehmer stärken. Die EIB und ihre Partner garantieren den Ankauf von Verschmutzungsrechten und schaffen so für Projektentwickler Sicherheit für die Zeit von 2013 bis 2022. Das birgt für die staatlichen Institute im schlimmsten Fall das Risiko, dass die Papiere wertlos sind.
Unter dem Kioto-Protokoll bekommen Entwickler Zertifikate zugesprochen, die sie weiterverkaufen können. Mögliche Käufer sind beispielsweise europäische Unternehmen, die mit diesen Papieren zum Teil ihre Emissionsauflagen erfüllen können. Auch Finanzinvestoren interessieren sich zunehmend für die Zertifikate. Mehrere Börsen, darunter auch die Leipziger Strombörse European Energy Exchange (EEX), haben Terminkontrakte auf die Kioto-Instrumente aufgelegt.
Source: Financial Times Deutschland Online

