Das kleine Wasserkraftprojekt am Paraíso-Fluss in Brasilien ist ein Laufwasser-Projekt, bei dem ein Teil des Flusses durch ein Rohr in ein flussabwärts gelegenes Kraftwerk umgeleitet wird. Die dort erzeugte Wasserkraft ersetzt aus fossilen Energieträgern erzeugten Strom, hat geringe Auswirkungen auf die Umwelt, schafft neue Arbeitsplätze und erhöht die Steuereinnahmen in dieser benachteiligten Region.
Das kleine Wasserkraftprojekt am Paraíso-Fluss in Brasilien nutzt eine Technologie, bei der ein niedriger Umleitungsdamm den Wasserstand im Fluss so weit anhebt, dass ein Zufluss neben dem Fluss genutzt werden kann. Wasser aus dem Zufluss wird durch ein Rohr zu einem so weit wie möglich unterhalb gelegenen Kraftwerk geleitet.
Elektrizität wird in Brasilien traditionell größtenteils, d.h. zu 88% aus großen Wasserkraftwerken gewonnen. Weitere 8% stammen aus Wärmekraftwerke, 1% aus kleinen Wasserkraftwerken und 3% aus Kernenergie. Das Land hat v.a. im Amazonas-Gebiet ein großes unausgeschöpftes Potenzial für Stromerzeugung aus Wasserkraft. Allerdings sind die Umweltauflagen für Energiegewinnung aus Wasserkraft dort außerordentlich streng. Außerdem ist die Amazonas-Region sehr weit von den meisten Stromverbrauchern in den dichtbesiedelten Gegenden im Südosten des Landes entfernt.
Das Paraíso-Projekt zielt darauf ab, die durch das Wirtschaftswachstum steigende Binnennachfrage nach Energie durch Erzeugung von Strom aus erneuerbaren und nachhaltigen Energiequellen zu befriedigen. Die Ausnutzung erneuerbarer Energien wie Wasserkraft stellt einen bedeutenden Beitrag zur Senkung des CO2-Ausstoßes dar. Obwohl der größte Teil des in Brasilien erzeugten Stroms bisher aus (meist großen) Wasserkraftwerken stammt, dürfte der Anteil an thermisch erzeugtem Strom in den nächsten Jahren zunehmen. So beabsichtigt die Regierung beispielsweise, die installierte Kapazität von Wärmekraftwerken um 15% zu erhöhen. .
Ohne das Paraíso-Projekt würde die benötigte Energie höchstwahrscheinlich aus fossilen Brennstoffen gewonnen werden. Daher trägt dieses Projekt effektiv zur Minderung der Treibhausgas-Emissionen bei.
Das Projekt hat auch bedeutende soziale und ökologische Vorteile. Die Beeinträchtigung umliegender Ökosysteme durch Laufwasserkraftwerke ist sehr gering. Darüber hinaus wird die nachhaltige Ausweitung der Stromerzeugungskapazität die Infrastruktur sowie Beschäftigungsquote in der Region und damit auch die staatlichen Steuereinnahmen verbessern.