
Methangase, die aus Deponien entweichen stellen nicht nur eine Bedrohung des globalen Klimas dar, sie sind auch eine wertvolle Energiequelle. Ein Deponie in Des Plaines, USA nutzt den städtischen Müll, um daraus Elektrizität zu gewinnen.
Aus Mülldeponien entweichen unentwegt große Mengen Methan. Das ist nicht nur schädlich für das Klima, es geht auch eine wertvolle Energiequelle ungenutzt verloren.
Global betrachtet sind Methanemissionen von Müllkippen eine sehr bedeutende Quelle von Treibhausgasen. Besonders in Schwellenländern wird die Bewältigung der wachsenden Müllmengen zu einem immer größeren Problem. Aber auch in vielen Industriestaaten wie den USA gibt es oft keine gesetzliche Verpflichtung, diese Emissionen aufzufangen. Dies gilt insbesondere für bereits vor Jahrzehnten stillgelegte Deponien, die dennoch bis heute Methan ausstoßen können.
Das Projekt befindet sich auf einer Deponie in Des Plaines, ca. 25 Kilometer außerhalb der Metropole Chicago gelegen. Bis zu der Schließung der Deponie im Jahr 1984 wurden hier fast 10 Millionen Kubikmeter Müll abgelagert. Innerhalb der Deponie wird der organische Teil des Mülls weitgehend ohne Sauerstoffzufuhr zersetzt, es bildet sich Methan. Selbst heute, fast 25 Jahre später, entweichen jährlich noch bis zu 3000 Tonnen des Gases, dessen Schädigungswirkung äquivalent zu der 21-fachen Menge CO2 ist.
Das Projekt umfasst die Installation eines Methanauffang- und Sammelsystems, sowie zweier Gasturbinen mit einer Nennleistung von jeweils 1,75 Megawatt. Durch die Verbrennung des Methans wird einerseits Elektrizität gewonnen, die in das lokale Stromnetz eingespeist wird. Andererseits wird das Methan größtenteils zu CO2 umgewandelt, mit einer entsprechend 21 mal niedrigeren Schädigungswirkung für das Weltklima. So leistet das Projekt einen Beitrag zum Schuzt des Klimas, gleichzeitig werden durch die Nutzung einer bisher ungenutzt verpuffenden Energiequelle Energieressourcen geschont.
Die Planung und vor allem die richtige Dimensionierung eines solchen Projektes ist eine Wissenschaft für sich. Selbst mit sehr großem Aufwand sind die Methanemissionen einer Deponie sehr schwer zu prognostizieren, ums so mehr, wenn wie hier die Ablagerungen bis in die sechziger Jahre zurückreichen, und daher die Aufzeichnungen über Müllmengen oft lückenhaft sind. Selbst unter idealen Bedingungen ist ein wirtschaftlicher Betrieb einer solchen Anlage auf Basis des Verkaufs der Elektrizität kaum möglich. Die Einnahmen aus dem Verkauf der Klimaschutzzertifikate schließen diese Lücke und haben diese Investition zum Wohle des Klimas ermöglicht.
Klimaschutzzertifikate pro Jahr
59.465 t CO2e (594.650 t CO2e über 10 Jahre)
Projektstatus
in Betrieb, verifiziert
Validierer / Verifizierer
First Environment
Projektstart
Januar 2007
Projektpartner
Sexton Energy LLC
Ökologische Vorteile
Reduzierte Geruchsbelästigung
Verbesserter Schutz des Grundwassers
Reduzierung der Explosionsgefahr auf der Deponie
Nutzbarmachunng einer lokal verfügbaren Energieressource