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Indien: Strom aus Senfhülsen

Die Landwirtschaft im Bundesstaat Rajasthan im Norden Indiens kann außer Senf nicht viel erzeugen, zu heiß und trocken ist das Land. Die Hülsen und Pflanzenreste , die bisher im Müll landeten oder verbrannt wurden, werden in diesem Projekt zur Energiegewinnung genutzt.

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Das Projekt beinhaltet den Bau einer 8MW Biomasseanlage, die mit den Ernteabfällen der Senfpflanze befeuert wird. Senf ist eine der wenigen Pflanzen, die in diesem heißen und trockenen Gebiet wächst. Es gibt daher keine Engpässe bei der Lieferung der Pflanzenteile in der Gegend um das Kraftwerk. Bisher verrotteten die Ernteabfälle entweder einfach oder wurden verbrannt mit einer entsprechenden Auswirkung auf die lokale Luftqualität.

Nun sammeln die Bauern die Pflanzenreste ein und liefern diese an das Kraftwerk. Die zusätzliche Einkommensquelle ist ihnen äußerst willkommen, denn oft genug wirft die Landwirtschaft nicht genug ab. Da es keine Mindestlieferung gibt, können selbst Kleinstbauern sich beteiligen. Verschiedene Sammelstationen verringern zudem den logistischen Aufwand für die Bauern.

Die Entwicklung der ländlichen Regionen ist fest mit der Entwicklung des Energieverbrauchs verbunden. Zwischen 1995 und 2005 ist der pro-Kopf Energiekonsum in Indien um das Fünfzigfache angestiegen. Dieser Trend wird zur Zeit noch dadurch gedämpft, dass Millionen von Indern in den ländlichen Regionen in sehr einfachen Verhältnissen leben. Jegliche Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse wird unausweichlich zu einer weiteren Steigerung des Energiebedarfs führen. Für Indien, aber auch das weltweite Klima, ist es essentiell, dass dieser Bedarf so nachhaltig wie möglich bedient werden kann. Die Nutzung von Ernteabfällen zur Energiegewinnung ist ein Schritt in die richtige Richtung.

Auf einen Blick

Emissionsminderungen 
207.000 t CO2e (über 10 Jahre)

Projektstatus   
implementiert, verifiziert

Validierer / Verifizierer   
SGS

Projektbeginn 
Juni 2005

Projektpartner    
Kalpataru Power Transmission Limited

Ökologische Vorteile
Indirekte Emissionsvermeidung aus CO2, SO2, Ruß und Feinstaub
Direkte Reduzierung der Luftverschmutzung aus der unkontrollierten Verbrennung der Ernteabfälle

Soziale Vorteile
   
Schaffung zusätzlichen Einkommens für die Bauern der Region
Schaffung neuer Arbeitsplätze, sowohl in der Anlage als auch in der Lieferkette. Dient als Beispiel innovativer Methoden zur Nutzung von Ernteabfällen mit geringer Dichte.

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