
Traditionell benutzen indische Haushalte Feuerholz und Kohle zum Kochen. Das Projekt bietet eine saubere, nachhaltige alternative Energiequelle und verbessert gleichzeitig die sanitären und gesundheitlichen Bedingungen vor Ort und wirkt sich zudem positiv auf die wirtschaftliche Situation der Projektteilnehmer aus.
Mehr als 75% aller Haushalte in Kerala, Chhattisgarh und Madhya Pradesh nutzen Feuerholz und Holzreste zum Kochen. Viele Stunden werden täglich, insbesondere von Frauen und Kindern, mit dem Schlagen und der Sammlung des benötigten Feuerholzes verbracht. Dies führt nicht nur zu einem Rückgang der nahegelegenen Wälder sondern auch zu einer damit einhergehenden Erosion der betroffenen Gebiete. Aufgrund der langen Zeit der es zum Brennholzsammeln bedarf, wird Wasser häufig nicht lange genug gekocht um alle Bakterien zu töten oder schnelle Gerichte mit einen geringen Nährwert gekocht – mit den entsprechenden Folgen für die Gesundheit der Familie. Das tägliche Einatmen des beim Kochen entstehenden Rauches hat zudem zu einem erhöhten Auftreten von Atemwegserkrankungen wie Asthma, Lungenentzündung und –krebs, sowie zur sogenannten Chronic Obstructive Pulmonary Disease (COPD), insbesondere unter Frauen und Kindern geführt. Allein in Indien sterben jährlich 500.000 Frauen und Kinder aufgrund von Krankheiten die auf die Rauchbildung in den Häusern zurückzuführen sind.
Das Biogasprojekt in den Haushalten in Kerala und Madhya Pradesh hat diese Situation für die Projektteilnehmer und deren Umwelt deutlich verbessert. Zu den ökologischen Vorteilen des Projekts zählt zunächst die Redukion der Abholzung und der damit verbundenen Erosion. Das Projekt wird die Emission von fast 150.000t CO2 verhindern.
Frauen und Kinder verwenden zudem nun weniger Zeit auf die Energieversorgung der Familie und können ihre Zeit produktiver nutzen. Durch die kürzeren Kochzeiten des Biogases hat sich sowohl der Nährwert ihrer Mahlzeiten als auch die Qualität ihres Trinkwassers und der häuslichen Hygiene deutlich verbessert hat. Der Druck auf die verbleibenden Waldgebiete sinkt. Das Projekt sammelt tierische Exkremente in einer geschlossenen Biogasanlage, wo durch einen natürlichen Fermentierungsprozess ein Biogas entsteht, welches zur Befeuerung, und Beleuchtung genutzt wird. Ein Abfallprodukt des Prozesses ist eine Schlacke, die in der Landwirtschaft als organischer Dünger eingesetzt werden kann und so zu deutlich höheren Ernten führt.
Die erzielte Emissionsminderung wurde unabhängig durch den TÜV Nord im Rahmen des Gold Standards verifiziert, dem höchsten international anerkannten Standard für Emissionsreduktionsprojekte, welcher ein spezielles Augenmerk auf die Förderung nachhaltiger Entwicklung durch Klimaschutzprojekte legt.
Emissionsminderungen
12.000 t CO2e pro Jahr (120.000 t CO2e über 10 Jahre)
Projektstatus
implementiert, in der Validierungsphase
Validierer / Verifizierer
DNV
Projektbeginn
Februar 2006
Projektpartner
INSEDA / GTZ
Ökologische Vorteile
Reduzierter Nutzungsdruck auf Wälder und deren Kernfunktion wie Lebensräume für Flora und Faua oder Gewässerschutz
Soziale Vorteile
Verminderte Brennstoffkosten
Verbesserter Energieversorgung insbesondere für ärmere Bevölkerungsschichten
Reduzierung der Gesundheitsbelastung durch Feinstaub- und Rußemissionen
Förderung von kleinen Handwerksbetrieben durch die Produktion der Öfen