
Seit 1970 sind mehr als 600.000km2 des Regenwaldes am Amazonas der Rodung zum Opfer gefallen. Der hohe Energiebedarf der wachsenden lokalen Industrie dürfte die Situation weiter verschärfen. Das Projekt nutzt Reishülsen für die Feuerung in einer erfolgreichen Ziegelfabrik und dient so als Beispiel für die Möglichkeiten der Nutzung regenerativer Energien.
Trotz einer Verlangsamung in der Entwaldung des Amazonas in den letzten zehn Jahren, wird dieses Regenwaldgebiet bis 2030 um 40% schrumpfen wenn sich die aktuelle Rodungsrate nicht ändert. Dies hat ernsthafte Konsequenzen für den Klimawandel, durch die bei der Holzverbrennung entstehenden Klimagase, aber auch für die Artenvielfalt und das Biotop Regenwald.
Gleichzeitig steigt durch den wirtschaftlichen Boom am Amazonas der Bedarf an Brennstoffen. Besonder die positive Lage für Ziegeleien führt zu einer steigenden Nachfrage nach Brennholz. Durch den Umbau der Ziegelei Sao Judas Tadeu im Bundesstaat Tocantis ist ein Vorzeigeprojekt entstanden, das anderen Unternehmen als Beispiel dient. Zur Befeuerung Ihrer Öfen nutzt die Ziegelei nun Reishülsen. Das Projekt fördert den Technologietransfer, schafft lokal neue Arbeitsplätze und steigert zudem das Bewußtsein für den Klimawandel.
Tocantis ist eine der wichtigsten Reisanbauregionen des Landes und Reishülsen stehen daher in ausreichendem Maße zur Verfügung. Erntet ein Bauer eine Tonne Reis so verbleiben ca. 200 Kilo Reishülsen, die bisher lediglich verotteten und somit das schädliche Klimagas Methan abgaben. Neben der Vermeidung der Verbrennung von Feuerholz vermindert das Projekt so auch das Entweichen des Methangases aus den Ernteabfällen des Reisanbaus.
Emissionsminderungen
164.160 t CO2e (über 10 Jahre)
Projektstatus
Implementiert, verifiziert
Validierer / Verifizierer
BRTÜV/TÜV Nord
Projektbeginn
Dezember 2007
Projektpartner
São Judas Tadeu Ceramic
Ökologische Vorteile
Nutzung von Reishülsen führt zur Methangasvermeidung,
Schutz des Regenwalds am Amazonas
Soziale Vorteile
Transfer nachhaltiger Technologien
Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze