
Das Wirtschaftswachstum in der Türkei geht einher mit einem wachsenden Energiebedarf. Derzeit werden die Weichen für die zukünftige Energielandschaft der Türkei gestellt. Das Yuntdag Windkraftprojekt nimmt dabei eine wichtige Vorreiterrolle ein.
In der zurückliegeden Dekade ist die türlische Wirtschaft rapide gewachsen mit jährlichen Wachstumsraten von 7% und mehr. Allerdings wird dieses Wachstum vor allem durch fossile Brennstoffe angetrieben. Auch wenn die globale Finanzkrise der Energiewirtschaft eine kurze Atempause verschafft, muss die Türkei ihre Energieversorgung mittelfristig drastische ausbauen.
Die Strategie zum Ausbau des Energiesektors umfasst auch klimaverträgliche Optionen, die jedoch nicht unumstritten sind. Neben Kernkraftwerken sind dies insbesondere gigantische Staudammprojektem, die häufig im politisch instabilen Südosten des Landes geplant werden. Riesige Stauseen führen nicht nur zur Umsiedelung von Menschen und der Überflutung wertvoller Ackerflächen, sie bedrohen auch wichtige Kulturgüter. Darüber hinaus sind diese Flüsse Lebensadern für sie südlichen Nachbarn der Türkei, weshalb jede Regulierung regelmäßig zu politischen Spannungen führt. Und zuletzt sind diese Projekte weit von den türkischen Metropolen entfernt, wodurch hohe Verluste bei der Übertragung des Stroms entstehen.
Windkraft bietet hier eine besonders saubere und umweltveträgliche Lösung. Zirka 60 Kilometer nördlich der Metropole Izmir im Küstenhinterland gelegen ist der Standort ideal um die beständige und unerschöpfliche Kraft des Windes zu nutzen. Die Anlagen selbst sind riesig: Die Turbinen sind in 80 Meter Höhe montiert, der Durchmesser des Rotors beträgt 90 Meter. Jede der 17 Turbinen hat eine Nennleistung von 2,5 Megawatt, vergleichbar mit einer Leistung von 3.300 PS.
Zusammen speisen die Anlagen jährlich ca. 160.850.000 Kilowattstunden Elektrizität in das regionale Stromnetz ein. Angesichts eines jährlichen Durchschnittsverbrauchs eines türkischen Haushaltes von 2.000 Kilowattstunden (2007; in Deutschland liegt dieser Wert mehr als doppelt so hoch) reicht diese Menge aus, um ca. 80.000 Haushalte ganzjährig mit sauberem Strom zu versorgen. Ohne das Projekt würde ein Großteil diese Stroms in konventionellen Kraftwerken erzeugt werden müssen.
Unterstützt durch den Verkauf von Klimaschutzzertifikaten ist die Windkraft in der Türkei durchgestartet. Noch vor 5 Jahren war die gesamte Windkraftkapazität in der Türkei geringer als die dieses einen Projekts. Bei den derzeitigen Wachstumsraten wird die Türkei bereits bald unter die 10 größten Produzenten von Windenergie weltweit aufsteigen. Durch eine langfristige Beteiligung an dem Projekt hat First Climate diese Erfolggeschichte mitgeschrieben.
Klimachutzzertifikate pro Jahr
100.540 t CO2e (704,000 t CO2e über 7 Jahre)
Projektstatus
in Betrieb, verifiziert
Validierer/Verifizierer
SGS / Tüv Süd
Projekstart
November 2007
Projektpartner
Innores Elektrik Üretim A.S.
Ökologische Vorteile
Reduktion von Luftschadtoffen konventioneller Kraftwerke wie CO2, SO2 , Ruß und Feinstaub
Soziale Vorteile
Schaffung von Arbeitplätzen, temporär während des Baus und permanent für Betrieb und Wartung der Anlagen
Planung des Projekts in enger Abstimmung mit der lokalen Bevölkerung